Die Geschichte von Eduard Albert Meier ist eine der bemerkenswertesten und umstrittensten in der modernen Geschichte des Ufo-Phänomens. Geboren am 3. Februar 1937 in Bülach, einem kleinen Ort nahe Zürich in der Schweiz, wuchs Meier als zweiter Sohn unter sieben Kindern eines Schuhmachers auf. Sein Leben verlief von Anfang an auf ungewöhnlichen Bahnen und führte ihn in einige der entlegensten Regionen der Welt, bevor er in der Schweizer Provinz zu einer internationalen Figur der Ufo-Szene wurde.
In seinen Jugendjahren verließ Meier die Schweiz und trat der Fremdenlegion bei, kehrte jedoch bald wieder zurück, da er die dort herrschende Unmenschlichkeit nicht ertragen konnte. In den folgenden Jahren bereiste er ausgiebig verschiedene Teile der Welt, darunter Indien, den Nahen Osten, Jordanien und Persien. Diese Reisen beschreibt er selbst als spirituelle Erkundungsreisen, auf der Suche nach tieferen Wahrheiten jenseits des alltäglichen Lebens. Während dieser Zeit und in der Schweiz nahm er unterschiedliche Tätigkeiten an, um seinen Lebensunterhalt zu sichern und seine Reisen zu finanzieren.
Im Jahr 1965 erlitt Meier bei einem Busunfall einen schicksalhaften Verlust: Er verlor seinen linken Arm. Dieses Ereignis hinderte ihn jedoch nicht daran, sein Leben fortzusetzen. Im Jahr 1966 heiratete er die gebürtige Griechin Kalliope, mit der er drei Kinder hatte. Aus einer späteren zweiten Ehe stammte ein behindertes Kind, und zwei weitere Kinder nahm er durch Adoption auf.
Meiers Hauptbehauptungen ranken sich um angebliche Begegnungen mit außerirdischen Wesen, die er als Plejaren bezeichnet. Er behauptet, seine ersten Kontakte bereits im Alter von fünf Jahren im Jahr 1942 gehabt zu haben und bis 1964 regelmäßig mit zwei außerirdischen Wesen in Verbindung gestanden zu sein. Nach einer elfjährigen Pause sollen ab dem 28. Januar 1975 erneut Kontakte stattgefunden haben, diesmal mit einer außerirdischen Frau namens Semjase. Von diesem Zeitpunkt an habe er Fotos, Tonaufnahmen, Metallproben und schriftliche Aufzeichnungen der Kontaktgespräche gesammelt, um der Öffentlichkeit Beweise vorzulegen. Diese angeblichen Kontaktnachweise wurden von Anhängern intensiv verteidigt und von Skeptikern und Forschern ebenso intensiv angezweifelt.
Die von Meier beschriebenen Plejaren sind Humanoide, die den Erdenmenschen dem Äußeren nach sehr ähneln sollen, mit Ausnahme jener Mitglieder der plejarischen Föderation, die von anderen Planeten stammen. Ihre Herkunft liege einem Planeten namens Erra in einem Sonnensystem zwischen den Plejaden, das er Tayget nennt. Er dokumentierte diese angeblichen Begegnungen in umfangreichen Schriften, die er Kontaktberichte oder Contact Notes nennt; davon sollen derzeit zwölf Bände vorliegen. Die Themen dieser Berichte sind außerordentlich weitgespannt: Religion und Leben nach dem Tod, Weltgeschichte, Wissenschaft, astronomische Phänomene, Technologie- und Umweltgefahren, Prophezeiungen über zukünftige Entwicklungen, aber auch Themen wie Atlantis, Astralreisen, das Bermudadreieck, Kornkreise und griechische Götter.
Im Jahr 1975 gründete Meier den Verein FIGU, die Freie Interessengemeinschaft für Grenz- und Geisteswissenschaften und Ufologiestudien. Das Zentrum dieses Vereins befindet sich im Semjase-Silver-Star-Center in Hinterschmidrüti im Zürcher Oberland, einem Bauernhof, der zum Hauptquartier der weltweiten Meier-Bewegung wurde. Benannt ist das Center nach Semjase, der Plejarin, die Meier angeblich als erste nach 1975 kontaktierte.
Meiers Behauptungen spalteten von Anfang an die Meinungen. Ein besonders kontroverser Aspekt seines Wirkens ist der Talmud Jmmanuel, ein Text, der ursprünglich 1975 veröffentlicht und als Neuübersetzung einer angeblichen Originalschrift dargestellt wurde, mit einer überarbeiteten Version in den Jahren 2010 und 2011. Dieser Text behauptet, eine ältere, authentischere Version des Matthäusevangeliums zu sein.
Als Buchautor verfasste Meier über 45 Werke, in denen er sich Themen wie dem menschlichen Dasein, der Lebensführung, spirituellen Fragen und praktischen Problemen wie der Überbevölkerung der Erde widmete. Ob er tatsächlich außerirdische Begegnungen hatte, bleibt eine Frage, die Gläubige und Skeptiker seit Jahrzehnten beschäftigt. Was feststeht, ist, dass Eduard Albert Meier, der einarmige Bauer aus Bülach, eine der dauerhaftesten und weltweit bekanntesten Figuren der modernen Ufo-Mythologie geworden ist, dessen Geschichten Millionen von Menschen bewegen und faszinieren.


