tragedias

Tobe Hooper

US-amerikanischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor (1943–2017)

4 min01/01/2024
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William Tobe Hooper wurde am 25. Januar 1943 in Austin, Texas, geboren und wuchs zu einem der einflussreichsten Regisseure des amerikanischen Horrorfilms heran. Sein Name ist untrennbar mit zwei Werken verbunden, die das Genre nachhaltig prägten: dem erschütternden Klassiker Blutgericht in Texas aus dem Jahr 1974 und dem Publikumserfolg Poltergeist von 1982. Am 26. August 2017 starb er in Sherman Oaks, Kalifornien.

Hooper studierte Film und Drama an der University of Texas und in Dallas. Bereits in frühen Jahren zeigte er filmisches Interesse und drehte Kurzfilme wie Abyss (1959) und Heisters (1963). Neben Spielfilmprojekten entstanden in dieser Phase auch Dokumentationen fürs Fernsehen, darunter ein Film über die Folkgruppe Peter, Paul and Mary. Sein erster abendfüllender Spielfilm Eggshells aus dem Jahr 1969, ein Werk über das Leben in einer Hippiekommune, wurde zwar beim Atlanta Film Festival ausgezeichnet, fand jedoch keinen Verleiher. Diese Erfahrung frustrierte Hooper und brachte ihn dazu, einen anderen Weg einzuschlagen.

Gemeinsam mit Kim Henkel, seinem Co-Autor bei Eggshells, entwickelte Hooper Anfang der 1970er Jahre das Drehbuch zu einem Horrorfilm. Er arbeitete zu dieser Zeit hauptberuflich als Lehrer. 1973 gründeten Hooper und Henkel die Produktionsgesellschaft Vortex Inc., und Bill Parsley von der Texas Tech University half, das Startbudget von insgesamt rund 80.000 US-Dollar aufzubringen. Das Ergebnis war The Texas Chain Saw Massacre, der im Oktober 1974 in den amerikanischen Kinos anlief. Dank einer geschickten Werbekampagne entwickelte sich der Film zu einem Überraschungserfolg.

Hinter den Kulissen verlief der Erfolg jedoch alles andere als reibungslos. Wegen undurchsichtiger Praktiken des Verleihs Bryanston Pictures erhielten die Produzenten sowie die am Gewinn beteiligten Darsteller und Crewmitglieder nur einen Bruchteil der ihnen zustehenden Einnahmen. Auch die Kritik reagierte zunächst gespalten bis ablehnend auf den Film. Mit der Zeit setzte sich jedoch eine andere Bewertung durch: Das Werk gilt heute als Klassiker seines Genres und als eines der wirkungsmächtigsten Beispiele des exploitativen Horrorfilms.

1979 folgten mit der Fernseh-Miniserie Brennen muss Salem nach Stephen Kings gleichnamigem Roman weitere Erfolge. Das Werk wurde auch im Kinoformat ausgewertet und trug dazu bei, Hoopers Ruf als Meister des Schreckens zu festigen. Nicht alle seine Projekte jener Zeit liefen so gut: Die Filme Blutrausch und Das Kabinett des Schreckens wurden vom Publikum und der Kritik nur verhalten oder gar nicht angenommen.

1982 engagierte Steven Spielberg Hooper als Regisseur für Poltergeist, einen kommerziell äußerst erfolgreichen Übernatürlichkeitsthriller. Der Film wurde Hoopers größter Kassenerfolg. Allerdings ließ Spielberg dem Regisseur wenig künstlerischen Freiraum und schloss ihn von der Postproduktion aus – eine Einschränkung, die Hooper deutlich beschäftigte. Laut dem Filmkritiker Georg Seeßlen in der Zeitschrift epd Film drehte Hooper seit Poltergeist Filme, „in denen das Grandiose direkt neben dem Lächerlichen steht, inszenatorische Glanzleistungen und schlampigen Blödsinn".

1983 verlieh Hooper seiner Kreativität in einem anderen Medium Ausdruck und drehte ein Musikvideo für Billy Idols Single Dancing with Myself – ein Video, das auf YouTube bis März 2024 mehr als 83 Millionen Mal abgerufen wurde. Texas Chainsaw Massacre 2 aus dem Jahr 1986, die Fortsetzung seines Kultfilms, wurde mit einem vergleichsweise aufwändigen Budget von knapp 5 Millionen US-Dollar produziert, enttäuschte aber sowohl finanziell als auch künstlerisch. Dasselbe galt für die beiden anderen Filme, die er für die Produktionsgesellschaft Cannon Films realisierte: Lifeforce – Die tödliche Bedrohung und Invasion vom Mars.

Ab Ende der 1980er Jahre kehrte Hooper zu kleineren Produktionen und Fernsehprojekten zurück. 2002 übernahm er Episoden für Steven Spielbergs Miniserie Taken. Als Produzent war er an Michael Bays Texas Chainsaw Massacre (2003), dem Remake seines Originalfilms, sowie an dessen Prequel Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006) beteiligt. Beide Filme erhielten schlechte Kritiken, erwiesen sich aber an der Kinokasse als profitabel.

2011 debütierte Hooper als Romanautor mit dem Horrorroman Midnight Movie, dessen deutsche Übersetzung 2012 erschien. Am 25. Oktober 2013 feierte sein Film Djinn – Des Teufels Brut beim Abu Dhabi Film Festival Premiere – ein Projekt, das vollständig in den Vereinigten Arabischen Emiraten produziert wurde. Hooper blieb damit bis kurz vor seinem Tod seinem Sujet treu und hinterließ ein vielschichtiges Werk, das den Horrorfilm des 20. Jahrhunderts maßgeblich mitgeformt hat.

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