biografias

Stephen Foster

US-amerikanischer Songwriter

5 min01/01/2024
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Stephen Collins Foster wurde am 4. Juli 1826 in Lawrenceville, Pennsylvania, geboren — einem Ort, der später in Pittsburgh aufging. Als jüngstes von zehn Kindern wuchs er in einer relativ wohlhabenden Familie auf, doch seine musikalische Ausbildung blieb trotz offensichtlicher Begabung erschreckend lückenhaft. Ein Monat auf dem College und wenige formelle Musikstunden waren alles, was ihm an institutioneller Bildung zuteil wurde.

Umso bemerkenswerter ist, dass Foster bereits vor seinem zwanzigsten Lebensjahr erste Kompositionen veröffentlichte. Seine erste Komposition war der „Tioga Waltz" von 1839; als erstes Werk im Druck erschien jedoch „Open Thy Lattice Love", als er achtzehn Jahre alt war. Zwei Männer prägten den jungen Foster auf ganz unterschiedliche Weise: Henry Kleber, ein klassisch ausgebildeter Musiker mit einem Musikalienladen in Pittsburgh und einer von Fosters wenigen wirklichen Lehrern, und Dan Rice, ein Blackface-Darsteller, Clown und Wanderzirkusakrobat. Diese beiden Pole — der kultivierte Salonmusiker und der volkstümliche Minstrel-Entertainer — fanden in Fosters Schaffen ihre eigenwillige Synthese.

Foster und seine Freunde saßen oft die halbe Nacht am Klavier und improvisierten Minstrel-Lieder, obwohl er den gepflegten Salonliedern seiner Zeit durchaus mit Respekt begegnete. Sein Genie lag genau in dieser Verbindung: Er verstand es, die emotionale Unmittelbarkeit der Minstrel-Tradition mit der melodischen Eleganz der Salonmusik zu verschmelzen und daraus Lieder zu schaffen, die ein breites Publikum ansprachen.

1846 zog Foster nach Cincinnati und arbeitete als Buchhalter in der Dampfschifffabrik seines Bruders. Diese Zeit in Ohio war musikalisch überaus fruchtbar. Sein erstes großes Erfolgslied „Oh! Susanna" erschien hier und wurde zur inoffiziellen Hymne des Goldrauschs in Kalifornien 1848 und 1849 — ein Phänomen, das Foster selbst kaum gesteuert hatte, das ihm aber schlagartig nationale Bekanntheit verschaffte. 1849 veröffentlichte er „Foster's Ethiopian Melodies", eine Sammlung, die unter anderem „Nelly Was A Lady" enthielt, das durch die berühmten Christy Minstrels populär gemacht wurde.

Im selben Jahr kehrte Foster nach Pennsylvania zurück und unterzeichnete einen Vertrag mit den Christy Minstrels, die zu den führenden Ensembles der damaligen Unterhaltungsszene gehörten. Es folgte die produktivste Phase seines Lebens: „Camptown Races" und „Nelly Bly" entstanden 1850, „Old Folks at Home" (bekannt als „Swanee River") 1851, „My Old Kentucky Home", „Old Dog Tray" und „Old Black Joe" 1853 sowie „Hard Times Come Again No More" und „Jeanie With the Light Brown Hair" 1854. Letzteres war mit seiner Ehefrau Jane Denny McDowell Foster verbunden.

Foster war sich der ethischen Problematik der Minstrel-Tradition durchaus bewusst. Obwohl das Auftreten mit schwärzlich geschminktem Gesicht das einzige Unterhaltungsmedium war, in dem seine Lieder verbreitet wurden, versuchte er beharrlich, die Texte von beleidigenden Ausdrücken freizuhalten und dem Geschmack eines gebildeteren Publikums anzupassen. Er drang darauf, dass die weißen Interpreten seiner Lieder Mitgefühl mit den Sklaven weckten, statt sich über sie lustig zu machen — ein bemerkenswert fortschrittlicher Ansatz in der Zeit vor dem Bürgerkrieg.

Trotz seines enormen Erfolgs lebte Foster in chronischer Geldnot. Er versuchte, als professioneller Songwriter seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, was ihn zu einem Pionier dieses später selbstverständlichen Berufs machte. Doch das Urheberrechtssystem seiner Zeit war kaum entwickelt: Verlage druckten eigene Ausgaben seiner Melodien und zahlten ihm oft nichts. Für „Oh! Susanna", das Millionen Menschen begeisterte, erhielt er gerade einmal 100 Dollar.

1860 zog Foster nach New York City. Etwa ein Jahr später verließen ihn seine Ehefrau und seine Tochter und kehrten nach Pittsburgh zurück. Foster blieb allein in New York, schrieb weiterhin Lieder, versank aber zunehmend in Armut und Alkohol. Am 13. Januar 1864 starb er in Manhattan, kaum 37 Jahre alt. In seiner Tasche fand man wenige Cents und einen Zettel mit den Worten „Dear friends and gentle hearts". Mehr als 160 Jahre nach seinem Tod gehören seine Lieder noch immer zum Grundbestand amerikanischer Kultur, ein Zeugnis für die zeitlose Kraft einer Melodie, die das Herz trifft.

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