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Rakesh Sharma

Indischer Kosmonaut, Pilot

4 min01/01/2024
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Rakesh Sharma wurde am 13. Januar 1949 in Patiala im Punjab geboren und wuchs in einem Indien auf, das gerade erst dabei war, seine wissenschaftlichen und technologischen Ambitionen zu entfalten. Schon früh zog es ihn in die Luft: Er schlug eine militärische Karriere ein und wurde Pilot bei den indischen Luftstreitkräften, wo er sich durch außergewöhnliches Können und Disziplin auszeichnete.

Der Weg ins All begann für Sharma im Herbst 1982, als die Indian Space Research Organisation in enger Abstimmung mit dem sowjetischen Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum seine Auswahl als Raumfahrtkandidat bekanntgab. Es war der 20. September 1982, als offiziell feststand, dass Indien einen seiner Söhne in den Kosmos schicken würde. Das Training absolvierte er in der Sowjetunion, wo er sich mit den komplexen Systemen der sowjetischen Raumfahrt vertraut machte und die russische Sprache in ausreichendem Maß erlernen musste, um an Bord kommunizieren zu können.

Das Raumfahrtprogramm, das Sharma an Bord brachte, war ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Indien und der Sowjetunion, eingebettet in das sogenannte Interkosmos-Programm, das es Staatsangehörigen befreundeter Nationen ermöglichte, an sowjetischen Raumfahrtmissionen teilzunehmen. Indien, das zu diesem Zeitpunkt eine intensive Phase technologischer Eigenentwicklung durchlief, sah in dieser Kooperation eine einmalige Gelegenheit, die eigene Präsenz im Weltraum zu demonstrieren.

Am Starttag befand sich Rakesh Sharma als Forschungskosmonaut an Bord der Sojus T-11. Die Mannschaft startete zur Raumstation Saljut 7, auf der bereits eine sowjetische Stammbesatzung arbeitete. Sharma war Teil der dritten Gastmannschaft, die diese orbitale Forschungsstation besuchte. Das Vorhaben war von wissenschaftlicher und symbolischer Bedeutung gleichermaßen: Erstmals reiste ein Inder in den Weltraum.

Während seines Aufenthalts auf der Saljut 7 führte Sharma verschiedene wissenschaftliche Experimente durch, darunter Untersuchungen im Bereich der Fernerkundung, die auf das indische Subkontinent gerichtet waren. Er praktizierte auch Yoga in der Schwerelosigkeit, was weltweit Aufmerksamkeit erregte und das Bild eines modernen Indiens mit tiefen kulturellen Wurzeln vermittelte. Das berühmteste Zitat seiner Mission entstammt einem Funkgespräch mit der damaligen Premierministerin Indira Gandhi, die ihn fragte, wie Indien von oben aussehe. Sharmas Antwort war schlicht und unvergesslich.

Nach dem Abschluss seiner Mission kehrte Sharma nicht mit demselben Raumschiff zurück, mit dem er gestartet war. Am 11. April 1984 landete er mit Sojus T-10 sicher auf der Erde. Die Rückkehr eines Helden: Ganz Indien feierte seinen ersten Kosmonauten, und die Regierung ehrte ihn mit höchsten Auszeichnungen, darunter dem Ashoka Chakra, der höchsten Friedenszeitauszeichnung des Landes.

Sharma kehrte zu seiner militärischen Laufbahn zurück, doch sein Blick hatte sich gewandelt. 1987 verließ er den aktiven Militärdienst und trat in die zivile Luftfahrt über, zunächst als Testpilot und später als leitender Testpilot bei der Nashik Division der Hindustan Aeronautics Limited. Diese Position erforderte dieselbe Präzision und Nervenstärke, die ihn ins All gebracht hatte, nur diesmal in Erdnähe und mit dem Ziel, neue Flugzeuge für den indischen Markt zu testen und zu zertifizieren.

1992 wechselte er innerhalb des Konzerns zur Niederlassung in Bangalore, wo er ebenfalls als leitender Testpilot tätig war. Bangalore war und ist das Zentrum der indischen Luft- und Raumfahrtindustrie, und Sharma spielte dort eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung indisch produzierter Militärflugzeuge. Erst 2001 legte er den Beruf des Testpiloten endgültig nieder.

Rakesh Sharma ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er zog sich aus dem öffentlichen Leben weitgehend zurück und gab in späteren Jahren nur selten Interviews, doch sein Platz in der Geschichte Indiens ist unantastbar. Er ist der erste und bis heute einzige Inder, der den Planeten von oben betrachtet hat, und sein Flug bleibt ein Meilenstein sowohl der indischen Geschichte als auch der globalen Raumfahrt.

Das Erbe Sharmas geht über die bloße Leistung hinaus. Sein Aufenthalt im Weltraum gab einer ganzen Generation indischer Kinder den Traum, die Grenzen des Möglichen zu überschreiten. Er verkörperte die Verbindung von militärischer Disziplin, wissenschaftlicher Neugier und nationalem Stolz in einer Zeit, in der Indien sich als aufstrebende Weltmacht zu profilieren begann.

Heute erinnern Schulen, Straßen und Programme an seinen historischen Flug. Die indische Raumfahrtbehörde ISRO, die ihn einst für die Mission ausgewählt hatte, hat seitdem enorme Fortschritte gemacht und betreibt eigene Satellitenprogramme sowie ambitionierte Mondmissionen. Sharma selbst hat durch sein Leben sowohl im Militär als auch in der zivilen Luftfahrt bewiesen, dass der Geist des Aufbruchs nicht im Orbit endet.

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