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Apollo-Programm

US-amerikanisches Raumflugprogramm zwischen 1961 und 1972

5 min01/01/2024
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Kein wissenschaftliches und technisches Unterfangen des 20. Jahrhunderts hat die menschliche Vorstellungskraft so sehr bewegt wie das Apollo-Programm der Vereinigten Staaten. Innerhalb weniger als einer Dekade gelang es der NASA, das kühnste Versprechen der modernen Geschichte einzulösen: Menschen zum Mond zu bringen und sicher zur Erde zurückzuführen.

Der Wettlauf zum Mond war untrennbar mit dem Kalten Krieg verbunden. Der Sputnik-Schock von 1957, als die Sowjetunion den ersten künstlichen Erdsatelliten in die Umlaufbahn brachte, erschütterte das amerikanische Selbstverständnis zutiefst. Noch größer war die Demütigung, als im April 1961 Juri Gagarin als erster Mensch die Erde aus dem Weltall erblickte. In dieser Situation rief Präsident John F. Kennedy im Mai 1961 vor dem US-Kongress das Ziel aus, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond zu schicken und ihn sicher zurückzubringen. Es war eine kühne Ansage — zu einem Zeitpunkt, als die USA erst wenige Wochen zuvor ihren ersten Astronauten in einen suborbitalen Flug geschickt hatten.

Die NASA baute das Apollo-Programm auf dem Fundament zweier Vorläuferprogramme auf. Im Mercury-Programm wurden einfache Weltraumflüge mit Einzelpersonen durchgeführt und grundlegende Erfahrungen gesammelt. Das anschließende Gemini-Programm mit zwei Mann Besatzung erprobte die Techniken, die für eine Mondlandung unerlässlich sein würden: das Navigieren und Koppeln von Raumschiffen im All sowie das Verlassen eines Raumfahrzeugs im Raumanzug. Diese Schritte waren keine bloße Routine — sie waren die notwendige Grundlage für das, was folgen sollte.

Der Name „Apollo" war eine Idee des NASA-Managers Abe Silverstein, der damals die Abteilung für Raumfahrtprogramme leitete. Er bezog sich auf den Gott Apollon der griechischen Mythologie, den Gott der Sonne, der Heilkunst, der Weissagung, der Dichtkunst, der Musik und der Bogenschützen. NASA-intern wurde der Name am 9. Juli 1960 vom NASA-Direktor Glennan genehmigt; öffentlich verkündet wurde er am 28. Juli 1960 vom stellvertretenden Leiter der NASA, Hugh Latimer Dryden, bei einer Konferenz mit Vertretern der Raumfahrtindustrie.

Das Herzstück des Programms war die Saturn-V-Rakete, eine der leistungsstärksten je gebauten Maschinen. Sie konnte weit über 100 Tonnen Nutzlast in den Weltraum befördern — genug Treibstoff, um ein betankt 30 Tonnen schweres Raumschiff auf rund 39.000 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen und nach mehreren Tagen den etwa 380.000 Kilometer entfernten Mond zu erreichen. Im Dezember 1968 wurde die Saturn V erstmals bemannt gestartet, und diese Pioniertat gelang auf Anhieb: Mit Apollo 8 verließen erstmals Menschen die erdnahen Umlaufbahnen und erreichten drei Tage später die Mondumlaufbahn. Die Besatzung funkte am Weihnachtsabend aus dem Mondorbit und machte dabei symbolträchtige Fotografien — darunter die berühmte Aufnahme der Erde als Ganzes, die sogenannte „Blaue Murmel", sowie ein Erdaufgang über dem Mondrand.

Am 20. Juli 1969 vollbrachte Apollo 11 die erste bemannte Mondlandung. Neil Armstrong betrat als erster Mensch den Mond und sprach dabei jene unvergesslichen Worte, die rund um die Welt übertragen wurden. Buzz Aldrin folgte ihm kurz darauf auf die Oberfläche, während Michael Collins in der Kommandokapsel in der Mondumlaufbahn wartete. In neun gut einwöchigen Mondflügen brachte das Programm insgesamt 24 Menschen zum Mond — 22 davon in Mondumlaufbahnen, 12 auch auf dessen Oberfläche.

Nicht alle Missionen verliefen planmäßig. Apollo 13, gestartet im April 1970, erlebte eine schwere Panne: Ein Sauerstofftank explodierte auf dem Weg zum Mond und brachte die Besatzung in Lebensgefahr. Durch das ingeniöse Improvisationsgeschick der Mannschaft und der Bodenkontrolle in Houston gelang es, das Raumschiff zu retten und die drei Astronauten nach einer halben Mondumrundung sicher zur Erde zurückzuführen. Diese Episode wurde zu einem Symbol menschlicher Entschlossenheit und technischen Einfallsreichtums.

Nach der sechsten und letzten bemannten Mondlandung im Dezember 1972 durch Apollo 17 wurden die Mondflüge auch aus Kostengründen eingestellt. Die verbleibenden Raketen wurden für die Raumstation Skylab und das Apollo-Sojus-Testprojekt genutzt. Nach 1972 verließ über mehrere Jahrzehnte hinweg kein Raumfahrer mehr eine erdnahe Umlaufbahn. Erst 2026 erreichte im Rahmen der Mission Artemis II wieder ein bemanntes Raumschiff eine größere Höhe und flog bis zum Mond.

Das Vermächtnis des Apollo-Programms reicht weit über den technischen Triumph hinaus. Es erzeugte eine Fülle wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Entstehung des Mondes und des Sonnensystems, lieferte Gesteinsproben von der Mondoberfläche und installierte Instrumente, die noch Jahre nach den Missionen Daten sendeten. Vor allem aber veränderte es das Bild, das die Menschheit von sich selbst hatte: die Erde als blaue Murmel im schwarzen Weltraum, klein und verletzlich, war ein Bild, das das Umweltbewusstsein einer ganzen Generation prägte.

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