biografias

Michael Brecker

US-amerikanischer Tenorsaxophonist

4 min01/01/2024
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Michael Brecker gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Tenorsaxofonisten in der Geschichte des Jazz. Sein Klang, seine harmonische Erfindungsgabe und sein technisches Können setzten Maßstäbe, die Generationen von Musikern prägten und bis heute prägend wirken.

Brecker wurde am 29. März 1949 in Philadelphia, Pennsylvania, in eine musikalisch aufgeschlossene Familie hineingeboren. Sein Vater, von Beruf Rechtsanwalt, spielte leidenschaftlich Jazz-Piano – eine Leidenschaft, die er auf seine Söhne übertrug. Michael begann im Alter von sechs Jahren mit dem Klarinettenspiel, wechselte mit acht zum Altsaxofon und spielte schließlich mit zehn Jahren das Tenorsaxofon. Sein älterer Bruder Randy entschied sich für die Trompete. Beide Brüder erlebten früh hautnah, wie Miles Davis, Thelonious Monk und Duke Ellington Musik machten. Der eigentliche Wendepunkt war jedoch die Begegnung mit der Musik John Coltranes, die Brecker nach eigenen Worten mit dem unbedingten Wunsch infizierte, Musiker zu werden.

1966 folgte Michael Brecker seinem Bruder Randy an die University of Indiana. Nach dem Studium zog er 1968 nach New York und tauchte in die pulsierende Jazzszene der Stadt ein. Früh spielte er bei der Jazzrock-Band Dreams, später – ab 1973 – mit Randy als Bläserfront des Horace-Silver-Quintetts. Das Brüderduo trat in den folgenden Jahren auch gemeinsam als Brecker Brothers auf. 1977 eröffneten sie den Musik-Club Seventh Avenue South in New York, der zur Keimzelle der späteren Band Steps Ahead wurde, mit der Brecker insgesamt sechs Alben einspielte.

Ab Mitte der 1970er Jahre entwickelte sich Michael Brecker zum gefragtesten Sideman des amerikanischen Jazz und Pop. Die Liste der Künstler, mit denen er im Laufe seiner Karriere zusammenarbeitete, liest sich wie ein Who's Who der Musikgeschichte: Chet Baker, George Benson, Dave Brubeck, Don Cherry, Chick Corea, Gary Burton, Herbie Hancock, Freddie Hubbard, Quincy Jones, Pat Metheny, Charles Mingus, Jaco Pastorius, Tony Williams und Horace Silver auf der Jazzseite; auf der Popseite John Lennon, Frank Sinatra, Bruce Springsteen, James Taylor, Steely Dan, Joni Mitchell, Frank Zappa und Melanie Safka. Brecker spielte im Laufe seines Lebens auf insgesamt rund 900 Alben.

Sein Solo-Debüt legte Brecker erst 1987 vor – nach Jahrzehnten als Sideman. Das schlicht Michael Brecker betitelte Album, auf dem auch Pat Metheny, Jack DeJohnette und Charlie Haden zu hören sind, wurde von den Lesern der renommierten Jazzzeitung Down Beat zum Album des Jahres gewählt. Es war ein später, aber umso wirkungsvollerer Einstieg in die Riege der Bandleader. Mit seinem zweiten Solo-Album Don't Try This At Home gewann er seinen ersten Grammy – den Auftakt zu einer bemerkenswerten Siegesserie, die ihn insgesamt elf Grammy Awards einbringen sollte.

1990 folgte Now You See It... (Now You Don't), dessen Titelstück eine musikalische Annäherung an die unmöglich scheinenden Bildwelten des Grafikers M.C. Escher darstellt: ein Rhythmus, der nahtlos in einen anderen übergeht, ohne dass der Übergang hörbar wäre. Im selben Jahr arbeitete Brecker an Paul Simons Album The Rhythm of the Saints mit, das er als sein absolutes Lieblingsalbum bezeichnete. Es folgten anderthalb Jahre Welttournee mit Simon.

1992 wurden die Brecker Brothers wiederbelebt; 1994 erschien das gemeinsame Album Out of the Loop. 1997 spielte Brecker erneut mit Pat Metheny, Dave Holland und Jack DeJohnette auf dem Album Tales From the Hudson. Time Is of the Essence widmete er programmatisch gleich drei Schlagzeugern und versammelte neben Metheny erstmals Elvin Jones sowie den Hammond-B-3-Organisten Larry Goldings.

Im Frühjahr 2005 erhielt Michael Brecker die Diagnose Myelodysplastisches Syndrom – eine schwere Knochenmarkserkrankung, bei der die Blutbildung durch genetisch veränderte Zellen gestört ist. Das Syndrom entwickelte sich zu Leukämie. Trotz seiner Erkrankung nahm er noch sein Album Pilgrimage auf, das posthum 2007 den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik erhielt. Am 13. Januar 2007 erlag Michael Brecker seiner Krankheit in New York City. Er hinterließ seine Ehefrau Susan und zwei erwachsene Kinder.

Posthum wurde ihm 2007 ein zwölfter Grammy verliehen, in der Kategorie Best Jazz Instrumental Solo für sein Solo auf dem Album Some Skunk Funk. Die bekannte Blog-Software WordPress ehrte sein Andenken, indem sie ihre Version 2.5 vom März 2008 nach ihm benannte. Michael Brecker hinterließ ein Werk, das den Jazz der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mitgeformt hat – als Sideman, als Bandleader und als Klangerfinder ohne Gleichen.

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