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Mehmet Shehu

Albanischer Politiker und Premierminister des kommunistischen Albaniens

4 min01/01/2024
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Mehmet Ismail Shehu wurde am 10. Januar 1913 im Dorf Çorrush in Albanien geboren, als eines der vier Kinder des Scheichs Ismail aus der Region Mallakastra und seiner Frau Sulltana Alikaj aus Vlora. Sein Vater war Scheich der Tekke von Çorrush und hatte am moslemischen Aufstand des Haxhi Qamili teilgenommen – eine Herkunft, die von religiöser und politischer Prägung zeugte.

Shehu besuchte die amerikanische Berufsschule in Tirana, die er 1932 abschloss. Anschließend erhielt er ein Stipendium für die Militärakademie in Neapel. Doch schon nach kurzer Zeit musste er die Akademie wegen kommunistischer Aktivitäten verlassen – ein frühes Zeichen seiner politischen Überzeugungen. Seine Leidenschaft galt dem Kommunismus, und er schreckte nicht davor zurück, dafür Konsequenzen zu tragen.

Als Mitglied der Internationalen Brigaden beteiligte sich Shehu am Spanischen Bürgerkrieg und kämpfte auf der Seite der Republik. Nach einer Internierung in Frankreich kehrte er 1942 in das von Deutschland und Italien besetzte Albanien zurück. Dort trat er der am 8. November 1941 gegründeten Kommunistischen Partei Albaniens bei und warf sich in den Partisanenkampf gegen die Besatzer.

Nach dem Sieg der Kommunisten 1945 absolvierte Shehu die Militärakademie in Moskau. Er stieg rasch durch die Ränge der neuen Volksrepublik auf: 1948 wurde er Innenminister, und 1954 ernannte ihn der allmächtige Parteichef Enver Hoxha zum Ministerpräsidenten – ein Amt, das er bis 1981 bekleiden sollte. In dieser Zeit war Shehu einer der mächtigsten Männer Albaniens, einer von nur 154 Personen, denen der Titel „Held des Volkes" verliehen wurde.

In den späten 1970er Jahren, insbesondere nach dem Tod von Hysni Kapo, wuchs Shehus Einfluss weiter. Doch genau diese wachsende Macht machte ihn in den Augen Hoxhas gefährlich. Die Spannung zwischen den beiden Männern entlud sich in einer Reihe kleinerer Zwischenfälle, die das Misstrauen des Diktators nährten.

Einer seiner Söhne verlobte sich mit einer jungen Frau aus einer „schlechten", ehemals bürgerlichen Familie – einer Familie, die im Kampf gegen die deutsche Besatzung nicht auf kommunistischer Seite gestanden hatte. Für Hoxha war dies ein Skandal. Er kritisierte Shehu scharf, und die Verlobung musste aufgelöst werden. Zuvor hatte bereits der Geheimdienst Sigurimi die Ehefrau eines anderen Shehu-Sohnes unter Druck gesetzt, weil sie verdeckte Kontaktversuche eines Mitarbeiters der französischen Botschaft geduldet hatte.

Im Dezember 1981 wurde Mehmet Shehu in seinem Bett erschossen aufgefunden. Seine Pistole lag in Reichweite. Die offizielle Version lautete: Suizid. Doch diese Darstellung wurde von Beginn an in Frage gestellt und konnte bis heute nicht abschließend widerlegt werden. Hoxha behauptete nach Shehus Tod, sein langjähriger Verbündeter sei ein Agent mehrerer ausländischer Geheimdienste gewesen.

In den darauffolgenden Monaten entfaltete sich eine umfassende Verfolgungswelle. Etwa ein Jahr nach Shehus Tod wurden zahlreiche Partei- und Staatsfunktionäre verhaftet und 1983 in geheimen Prozessen verurteilt. Darunter befanden sich Shehus Frau Fiqret und seine Söhne, Verteidigungsminister Kadri Hazbiu, Innenminister Feçor Shehu sowie Außenminister Nesti Nase und der Gesundheitsminister Llambi Ziçishti. Alle sollen unter Shehus Leitung im Auftrag der CIA, des jugoslawischen UDB und des KGB einen Staatsstreich und die Ermordung Hoxhas vorbereitet haben.

Belastende Aussagen wurden unter Folter erzwungen. Mehrere Angeklagte wurden hingerichtet, andere zu langen Haftstrafen verurteilt. Fiqret Shehu starb in der Haft. Shehus ältester Sohn beging noch während der Untersuchung Suizid. Mehmet Shehu selbst starb am 17. Dezember 1981 – ob durch eigene Hand oder durch Mörder, bleibt eine der dunkelsten ungeklärten Fragen der albanischen Geschichte. Er wurde 68 Jahre alt.

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