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Frank James

US-amerikanischer Bandit, Bruder von Jesse James

5 min01/01/2024
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Alexander Franklin James wurde am 10. Januar 1843 in Kearney, Clay County, Missouri, geboren und gilt als eine der schillerndsten Figuren des amerikanischen Westens des 19. Jahrhunderts. Als älterer Bruder des legendären Jesse James und Mitbegründer der berüchtigten James-Younger-Bande verkörpert er wie kaum jemand sonst die zerrissene, gewaltdurchzogene Wirklichkeit jener Zeit.

Frank James wuchs im gespaltenen Missouri auf, einem Staat, in dem die Frage der Sklaverei Familien und Nachbarschaften tief entzweite. Als der Amerikanische Bürgerkrieg 1861 ausbrach, war Frank gerade einmal 18 Jahre alt. Er griff früh zu den Waffen – auf der Seite der Konföderierten, wie viele Männer seiner Region. Im Jahr 1863 schloss er sich den sogenannten Bushwackern an, einer Guerillatruppe, die Unionstruppen im westlichen Missouri bekämpfte.

Die Auseinandersetzungen waren von extremer Brutalität geprägt. Da alle Beteiligten aus der Region stammten und sich teils persönlich kannten, erhielt der Guerillakrieg eine besonders grausame Note. Franks und Jesses Stiefvater Reuben Samuel wurde von der örtlichen Miliz gefoltert, die auf der Suche nach Frank und seiner Truppe war. Kurz darauf schloss sich Frank den berüchtigten Quantrills Raiders an und nahm 1863 am Massaker an Lawrence, Kansas, teil, bei dem rund 200 Männer und Kinder getötet wurden.

1864 stieß auch Jesses James, damals 16 Jahre alt, zu seinem Bruder. Gemeinsam kämpften sie unter Kommandanten wie Bloody Bill Anderson und Archie Clement. Im September 1864 waren beide am Centralia-Massaker beteiligt, bei dem 22 unbewaffnete Unionssoldaten aus einem Zug gezerrt und erschossen wurden.

Nach Kriegsende fanden die James-Brüder nicht zurück in ein ziviles Leben. Im Jahr 1868 schlossen sie sich mit ihrem alten Freund Cole Younger zusammen und beraubten die Bank in Russellville, Kentucky. Es war der Beginn einer Verbrecherkarriere, die das Bewusstsein des jungen Amerika nachhaltig erschüttern sollte. In den folgenden Jahren verübte die James-Younger-Bande zahlreiche Bank- und Zugüberfälle quer durch den Mittleren Westen.

Das Ende der ursprünglichen Bande kam am 7. September 1876 beim missglückten Überfall auf die First National Bank in Northfield, Minnesota. Zwei Bandenmitglieder kamen im anschließenden Feuergefecht ums Leben, die Überlebenden – darunter die Brüder Jim, Bob und Cole Younger sowie Frank und Jesse James – flohen in verschiedene Richtungen. Frank und Jesse entkamen nach Nashville, wo sie unter falschen Namen lebten.

Während Jesse 1879 eine neue Bande gründete und weitere Überfälle verübte, führte Frank in Nashville ein ruhigeres Dasein. 1881 mussten beide erneut fliehen. Sie trennten sich: Jesse bezog ein Haus in Saint Joseph, nahe seinem Geburtsort, wo er am 3. April 1882 von einem Mitglied seiner eigenen Bande erschossen wurde.

Fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod seines Bruders begab sich Frank James nach Jefferson City, Missouri, und ergab sich freiwillig dem damaligen Gouverneur Thomas Theodore Crittenden. Mit seinen eigenen Worten erklärte er, er sei seit 21 Jahren ein Gejagter, habe ein Leben stets auf der Flucht geführt und habe nun genug davon. Es war auch Kalkül im Spiel: Es war vereinbart worden, dass er für den Banküberfall in Northfield nicht zur Verantwortung gezogen würde.

Verurteilt wurde Frank James lediglich für zwei Banküberfälle. Er verbüßte drei Wochen im Gefängnis in Independence sowie ein Jahr Untersuchungshaft in Gallatin. Danach lebte er als freier Mann. In den folgenden drei Jahrzehnten arbeitete er in den unterschiedlichsten Berufen: als Schuhverkäufer, als Ticketentwerter in einem Burleske-Theater in St. Louis – wo man explizit mit seinem Namen warb und den Spruch verwendete: „Komm und lass' dir dein Ticket vom legendären Frank James entwerten" –, als Telegraphist in St. Joseph und schließlich auf der Familienfarm, wo er für 25 Cent Führungen durch das Anwesen anbot.

Frank James starb am 18. Februar 1915, friedlich und im Alter von 72 Jahren. Er wurde auf dem Hill Park Cemetery in Independence beigesetzt. Sein Leben umspannte Bürgerkrieg und Bandentum, Flucht und Kapitulation, und zuletzt eine Art des würdelosen Ruhms als Touristenattraktion. Kaum eine andere Biografie des amerikanischen Westens spiegelt die widersprüchliche Mythologie der Frontier-Ära so deutlich wider wie die seine.

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