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Aureliano Chaves

Brasilianischer Politiker

4 min01/01/2024
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Antônio Aureliano Chaves de Mendonça wurde am 13. Januar 1929 in Três Pontas im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais geboren, in einer Region, die durch ihre Bodenschätze und ihre politisch einflussreiche Bevölkerung zu den bedeutendsten des Landes zählt. Nach dem Schulbesuch widmete er sich dem Studium der Elektrotechnik und des Maschinenbaus am Institut für Elektrotechnik der Universidade Federal de Itajubá, das er 1953 erfolgreich als Ingenieur abschloss.

Seinem Ingenieurstudium folgte eine Phase des Lehrens: Chaves unterrichtete Ingenieurwissenschaften an der UNIFEI sowie am Polytechnischen Institut der Pontifícia Universidade Católica de Minas Gerais. Parallel dazu orientierte er sich in Richtung der Energiewirtschaft und wurde 1961 Direktor beim staatlichen Energieunternehmen Eletrobrás sowie zeitweise Vorstandsmitglied des Energieunternehmens CEMIG. Diese Kombination aus akademischer Qualifikation und industrieller Erfahrung legte den Grundstein für seine spätere politische Karriere in einem rohstoffreichen Bundesstaat.

In die Politik fand Chaves über die Nationale Demokratische Union UDN, der er von 1957 bis 1965 angehörte. Von 1962 bis 1966 war er als Deputado Estadual Mitglied der Legislativversammlung des Bundesstaates Minas Gerais. Während der Amtszeit von Gouverneur José de Magalhães Pinto übernahm er 1964 das Amt des Bildungsministers und 1965 das des Ministers für Kommunikation und öffentliche Arbeiten auf Bundesstaatsebene. Diese Positionen gaben ihm Einblick in die Funktionsweise des staatlichen Apparats und schärften seinen Sinn für Verwaltung und öffentliche Infrastruktur.

Nach dem Wechsel zur Nationalen Erneuerungsallianz ARENA, der Partei, die das Militärregime unterstützte, wurde Chaves am 1. Februar 1967 als Deputado Federal Mitglied der Abgeordnetenkammer in Brasília. Bis zum 1. Februar 1975 vertrat er dort den Bundesstaat Minas Gerais und bekleidete verschiedene Ausschussvorsitze, unter anderem im Ausschuss für Bergbau und Energie sowie im Bereich Wissenschaft und Technologie. Er baute sich einen Ruf als sachkundiger und verlässlicher Politiker auf, der die Interessen des industriell und landwirtschaftlich bedeutenden Bundesstaates Minas Gerais verstand.

Am 15. März 1975 übernahm er von Rondon Pacheco das Gouverneursamt von Minas Gerais, das er bis zum 5. Juli 1978 innehatte. Als führender Politiker des wichtigsten Bundesstaates Brasiliens war Chaves ein natürlicher Kandidat für höhere Bundesämter. Die Stunde kam am 15. März 1979, als er unter Staatspräsident João Baptista de Oliveira Figueiredo das Amt des Vizepräsidenten von Brasilien übernahm. Figueiredo war der letzte von fünf Generälen, die seit dem Militärputsch von 1964 das Land regierten, und seine Amtszeit war geprägt von der langsamen Öffnung und dem Übergang zur Demokratie.

Chaves gehörte dem Kabinett Figueiredo von 1979 bis 1985 an. In den Jahren 1981 und 1983 war er zeitweise kommissarischer Staatspräsident, wenn Figueiredo aus gesundheitlichen Gründen abwesend war. Seine Mitgliedschaft in der aus der ARENA hervorgegangenen Sozialdemokratischen Partei PDS ab 1980 spiegelte die institutionellen Kontinuitäten jener Übergangsphase wider.

Der wichtigste Moment seiner späteren Karriere war eng mit dem Ende der Militärdiktatur verbunden. 1985 schloss er sich der Partei der liberalen Front PFL an, einem dissidenten Flügel der PDS, der sich weigerte, Paulo Maluf als Wunschkandidaten der Generäle für die Nachfolge Figueiredo zu unterstützen. Diese Entscheidung hatte weitreichende Folgen: Maluf verlor im Wahlkollegium gegen Tancredo Neves, was Brasiliens Rückkehr zur zivilen Demokratie beschleunigte. Chaves spielte damit eine indirekte, aber wichtige Rolle in einem der bedeutendsten Momente der brasilianischen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Im Kabinett von José Sarney, das nach dem Tod von Tancredo Neves vor dessen Amtsantritt gebildet wurde, übernahm Chaves das Amt des Ministers für Bergbau und Energie, das er vom 15. März 1985 bis zum 22. Dezember 1988 bekleidete. Am 26. November 1987 wurde ihm das Großkreuz des Ordens des Infanten Dom Henrique von Portugal verliehen, eine Anerkennung seiner Verdienste um die brasilianisch-portugiesischen Beziehungen.

Bei der Präsidentschaftswahl 1989, der ersten freien Direktwahl seit dem Militärputsch, kandidierte Chaves für das höchste Staatsamt, unterlag jedoch und trat aus dem politischen Rampenlicht zurück. Er starb am 30. April 2003 in Belo Horizonte, der Hauptstadt von Minas Gerais, dem Bundesstaat, dem er ein Leben lang verbunden geblieben war. Aureliano Chaves hinterlässt das Bild eines pragmatischen Politikers, dessen Karriere die Widersprüche und Wandlungen Brasiliens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt.

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