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Terroranschläge am 11. September 2001

Flugzeugentführungen mit anschließenden Selbstmordattentaten in den Vereinigten Staaten

6 min01/01/2024
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Am Morgen des 11. September 2001 veränderten vier koordinierte Flugzeugentführungen die Welt. In einer Operation, die vom islamistischen Terrornetzwerk al-Qaida unter der Führung von Osama bin Laden geplant wurde, kaperten 19 Terroristen, darunter 15 Staatsangehörige Saudi-Arabiens, vier Passagierflugzeuge auf inländischen Verbindungen in den Vereinigten Staaten und verwandelten sie in Lenkwaffen. Mit insgesamt 2.996 Todesopfern und mehr als 6.000 Verletzten war dies der schwerste Terroranschlag in der Geschichte.

Die Täter stiegen in drei Fünfergruppen und einer Vierergruppe in vier gebuchte Linienflüge ein: zwei Gruppen am Logan International Airport in Boston, eine am Washington Dulles International Airport und eine am Newark Liberty International Airport. Jede Gruppe entführte kurz nach dem Start ihr Flugzeug und tötete die Piloten. Was folgte, dauerte weniger als zwei Stunden und hinterließ ein Bild der Verwüstung, das sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit einbrannte.

Um 8:46 Uhr Ortszeit traf der erste entführte Flug, American Airlines Flug 11, den Nordturm des World Trade Center in Manhattan. Siebzehn Minuten später schlug United Airlines Flug 175 in den Südturm ein. Live übertragene Fernsehbilder zeigten Millionen von Zuschauern in aller Welt den zweiten Einschlag in Echtzeit. New York und die gesamten USA standen unter Schock.

Weil die Entführer die Transponder ihrer Flugzeuge abgeschaltet hatten, konnten Fluglotsen die Maschinen nicht mehr automatisch orten. Ab 8:19 Uhr hatten zwei Flugbegleiterinnen von American Airlines Flug 11 die Federal Aviation Administration über die laufende Entführung informiert und dabei drei Sitzplatznummern der Entführer genannt. Um 8:37 Uhr wurde das North American Aerospace Defense Command, NORAD, informiert und gebeten, Kampfjets aufsteigen zu lassen. Allerdings war den Fluglotsen des NORAD zunächst unklar, ob die Meldung Teil der gleichzeitig stattfindenden Antiterrorübung Vigilant Guardian war, die auch simulierte Flugzeugentführungen umfasste. Um 8:46 Uhr starteten zwei Kampfjets von der Otis Air National Guard Base, ohne jedoch konkrete Zielangaben erhalten zu haben, und kreisten bis 9:13 Uhr vor der Küste von Long Island.

Um 9:37 Uhr traf American Airlines Flug 77 das Pentagon bei Washington D.C. und schlug in die Außenmauer des Hauptsitzes des US-Verteidigungsministeriums in Arlington, Virginia, ein. Ein Teil der Mauer stürzte ein. Um 9:42 Uhr befahl das FAA-Hauptquartier allen Passagierflugzeugen im US-amerikanischen Luftraum, beim nächstgelegenen Flughafen zu landen, eine nie dagewesene Maßnahme.

Das vierte entführte Flugzeug, United Airlines Flug 93, hatte seinen Kurs kurz vor 10 Uhr Richtung Osten geändert, vermutlich in Richtung Washington D.C. Um 9:55 Uhr gab einer der Entführer eine Navigationsfrequenz des Ronald Reagan Washington National Airport in den Bordcomputer ein. Einige Passagiere erfuhren bei Bordanrufen von den anderen Anschlägen und beschlossen, sich zu wehren. Ab 9:57 Uhr versuchten sie, in das Cockpit vorzudringen, um die Entführer zu überwältigen. Daraufhin lenkte deren Pilot die Maschine um 10:03 Uhr absichtlich zu Boden. Das Flugzeug zerschellte bei Shanksville in Pennsylvania, rund 100 Kilometer östlich von Pittsburgh. NORAD erfuhr davon erst um 10:15 Uhr.

Die durch die Einschläge und das auslaufende Flugbenzin verursachten anhaltenden Brände ließen die Zwillingstürme des World Trade Center in den folgenden 102 Minuten einstürzen. Der Südturm kollabierte zuerst, um 9:59 Uhr, der Nordturm folgte um 10:28 Uhr. Trümmer des einstürzenden Südturms beschädigten zudem das World Trade Center 7 so schwer, dass es am Nachmittag ebenfalls einstürzte.

Die unmittelbaren Rettungsarbeiten in New York dauerten Wochen. Feuerwehrleute, Polizisten und Sanitäter arbeiteten sich durch Trümmermassen und atmeten dabei giftigen Staub ein, was später bei Tausenden von Helfern zu schweren Gesundheitsschäden führte. Die Gedenkstätten für die Opfer entstanden an allen drei Orten: das National September 11 Memorial and Museum in New York, das Pentagon-Denkmal und das Flight 93 National Memorial in Shanksville.

Die politischen Folgen waren tiefgreifend und weitreichend. Die USA riefen den Kriegszustand aus, und Präsident George W. Bush erklärte den globalen Krieg gegen den Terror. Im Oktober 2001 begann der Einmarsch in Afghanistan, wo al-Qaida unter dem Schutz der Taliban-Regierung operiert hatte. Der Anschlag führte zu fundamentalen Veränderungen in der Sicherheitsarchitektur der USA, zur Schaffung des Department of Homeland Security und zu drastisch verschärften Sicherheitsmaßnahmen im Luftverkehr.

Osama bin Laden, der Hauptverantwortliche für die Anschläge, wurde erst am 2. Mai 2011 durch eine US-Spezialeinheit in Abbottabad, Pakistan, getötet. Der 11. September 2001, im Deutschen das Wort des Jahres 2001, gilt als historische Zäsur, als der Beginn einer neuen Ära der internationalen Sicherheitspolitik, die das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts maßgeblich prägte und deren Nachwirkungen bis heute zu spüren sind.

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