Zypern (griechisch Κύπρος Kypros, türkisch Kıbrıs) ist eine Insel im östlichen Mittelmeer. Sie ist die drittgrößte Mittelmeerinsel nach Sizilien und Sardinien. Zypern gehört geographisch zu Asien, wird politisch und kulturell jedoch meist Europa zugeordnet. Auf 9251 km² leben etwa 1,4 Millionen Menschen (2024).
Die Insel ist seit 1974 de facto politisch geteilt. Der Süden wird von der Republik Zypern beherrscht, die völkerrechtlich weiterhin die ganze Insel umfasst (außer den britischen Militärbasen Akrotiri und Dekelia). Der Nordteil steht jedoch unter Kontrolle der Türkischen Republik Nordzypern, welche nur von der Türkei anerkannt wird, die dieses Gebiet seit 1974 völkerrechtswidrig militärisch besetzt und zusätzlich zu den etwa 40.000 stationierten festlandtürkischen Soldaten auch ein Vielfaches an festlandtürkischen Siedlern auf die Insel umgesiedelt hat. Sie entstand, nachdem griechische Putschisten den Anschluss Zyperns an Griechenland gegen den Willen des zyprischen Staatspräsidenten Makarios III. und den der griechisch-zypriotischen Bevölkerungsmehrheit durchzusetzen versuchten. Zwischen den beiden Gebieten liegt eine Pufferzone, die als „Grüne Linie“ (Green Line/πράσινη γραμμή/yeşil hat) auch die Hauptstadt Nikosia teilt und von der Friedenstruppe der Vereinten Nationen in Zypern (UNFICYP) überwacht und verwaltet wird.
Die „Souveränen britischen Basen“ Akrotiri und Dekelia sind Exklaven, die völkerrechtlich als Britische Überseegebiete zum Vereinigten Königreich gehören. Für Großbritannien war die Möglichkeit einer dauerhaften Nutzung der strategisch wichtigen Insel eine Bedingung für die Entlassung Zyperns in die Unabhängigkeit im Jahre 1960. Außerdem unterhalten die Briten auf der höchsten Erhebung der Insel, dem Olympos, eine leistungsfähige Radaranlage und nahe der Exklave Dekelia die Ayios Nikolaos Station, die beide der Funküberwachung im Nahen Osten dienen und von der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) mitgenutzt werden. Auf der Insel herrscht, wie auf Malta, Linksverkehr, ein Relikt aus der britischen Kolonialzeit, die von 1878 bis 1960 dauerte.
Die Republik Zypern ist seit dem 1. Mai 2004 Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU), und zwar mit ihrem völkerrechtlich anerkannten Territorium. De jure bedeutet das, dass auch der türkische Norden der Insel Unionsgebiet darstellt, auf dem die Republik Zypern ihr Recht jedoch nicht ausüben kann. Der Annan-Plan für die Neuordnung der politischen Situation auf der Insel stieß in seiner letzten Fassung bei den griechischen Zyprern in einem Referendum auf Ablehnung.
Zypern liegt im Nordosten des Levantischen Meeres. Die Entfernung zur Südküste der Türkei beträgt ca. 68 km, zur Westküste Syriens ca. 95 km, zur Nordküste Ägyptens ca. 325 km, zur Ostküste der griechischen Insel Rhodos ca. 394 km und zum griechischen Festland ca. 830 km.
Zypern liegt auf der Anatolischen Platte und wird geographisch zu Asien gezählt. Vom Südrand Zyperns bis nach Rhodos erstreckt sich der Zypernbogen als Plattengrenze zwischen der Anatolischen und der Afrikanischen Platte.
Mit einer Fläche von ca. 9251 km² ist Zypern nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel im Mittelmeer (West-Ost-Ausdehnung ca. 230 km, Nord-Süd-Ausdehnung ca. 95 km). Zyperns Küsten sind insgesamt etwa 671 km lang.
Fünf markante Kaps bzw. Halbinseln – griechisch Ακρωτήρια Akrotíria – prägen die Gestalt der Insel. Beginnend an der Nordostspitze der Insel sind dies (im Uhrzeigersinn):
im Nordosten an der Spitze der Halbinsel Karpas: Kap Apostolos Andreas (‚Kap des Apostels Andreas‘) – griechisch Ακρωτήριο Αποστόλου Ανδρέα Akrotírio Apostólou Andréa, türkisch Zafer Burnu ‚Kap des Sieges‘
im Südosten: Kap Greko (‚Griechisches Kap‘) – griechisch Κάβο Γκρέκο Kávo Gréko, türkisch Greco Burnu; auch griechisch Πηδάλια Pidália, deutsch ‚die Steuerruder‘
im Süden an den Spitzen der Halbinsel Akrotiri:
im Osten Kap Gata (‚Katzenkap‘) – griechisch Κάβο Γάτα Kávo Gáta, türkisch Doğan Burnu ‚Falkenschnabel‘
im Westen Kap Zevgari – griechisch Ακροτήριο Ζευγάρι Akrotírio Zevgári, türkisch İkiz Burnu
im Westen an der Spitze der Halbinsel Akamas: Kap Akamas – griechisch Ακρωτήριο Ακάμας Akrotírio Akámas, türkisch Arnavut Burnu
in der Mitte der Nordküste an den Westausläufern des Pentadaktylos: Kap Kormakitis – griechisch Ακροτήριο Κορμακίτη Akrotírio Kormakíti, türkisch Koruçam Burnu
An der nordöstlichen Küste entlang zieht sich die schroffe Gebirgskette des Pentadaktylos (Beşparmak) mit zur Küste hin steil abfallenden Hängen und dem Kyparissovouno (1024 m) als höchster Erhebung. Zum vulkanischen, waldreichen Troodos-Gebirge im Landesinneren gehört der Olympos (1952 m), der höchste Berg Zyperns. Das Troodos-Gebirge entstand durch die Überschiebung ozeanischer Kruste (siehe auch: Ophiolith), damit verbunden treten Chrom- und Asbest-Lagerstätten auf. Zwischen den beiden Gebirgen erstreckt sich die fruchtbare Ebene Mesaoria (Μεσαορία ‚zwischen den Bergen‘) mit dem Zentrum Nikosia.
Die Küste besteht aus ausgedehnten Sand- und Kiesstränden sowie aus steil abfallenden Felsküsten mit kleinen Buchten. Die beiden größten Seen liegen nahe der Küste (bei Akrotiri und Larnaka) und sind Salzseen. Auf Zypern gibt es keine natürlichen Süßwasserseen.
Auf Zypern herrscht mediterranes Klima mit deutlich kontinentaler Ausprägung. Die Temperaturen sind höher als im nördlichen Mittelmeerraum und von der levantinischen Küste wehen oft heiße Wüstenwinde übers Meer. Das Mittelmeer um Zypern hat die höchsten Wassertemperaturen im gesamten Raum. Im Februar werden etwa 17 °C, im August um 28 °C erreicht.