An diesem Tag

Zlatko Čajkovski

Kroatisch-jugoslawischer Fußballspieler und -trainer

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Zlatko „Tschik“ Čajkovski (* 24. November 1923 in Zagreb; † 27. Juli 1998 in München), wegen seiner Größe von 1,64 m „Tschik“ (serbokroat. Čik, „(Zigaretten-)Stummel“) genannt, war ein jugoslawischer Fußballspieler und -trainer.

Der damalige Weltklassespieler gewann mit der jugoslawischen Nationalmannschaft 1948 und 1952 olympisches Silber und nahm an den Weltmeisterschaften 1950 und 1954 teil. Mit dem Belgrader FK Partizan wurde er Meister und Pokalsieger, bevor er seine Karriere beim 1. FC Köln ausklingen ließ. Als Trainer führte er die Domstädter 1962 zur Meisterschaft und den FC Bayern München 1965 in die Bundesliga, von dort zu nationalen Pokalsiegen und zum ersten Triumph in einem europäischen Wettbewerb. Mit AEK Athen gewann der spätere Wahl-Münchner weitere Titel. Sein jüngerer Bruder Željko Čajkovski, ebenfalls einer der bedeutenden jugoslawischen Fußballspieler der späten 1940er und frühen 1950er Jahre, nahm an der Seite Zlatkos an den Olympischen Spielen 1948 und der Weltmeisterschaft 1950 teil.

Der als Sohn des Tischlers Petar und seiner Frau Christina in Zagreb geborene Zlatko wuchs mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Željko auf. Er besuchte ab 1930 in der Kaptol-Straße die Schule, wo er in den Straßen mit dem Fußball in Berührung kam. Mit elf Jahren zog die Familie 1934 in den Stadtteil Maksimir um, wo sich die Heimat des „kroatischen-akademischen Sportklub“ HAŠK befand und Zlatko 1937 in der Jugend seine aktive Fußballzeit im Verein begann. Da 1937 seine Schulzeit endete, begann er eine Lehre als Lederkaufmann. Durch die langen Arbeitszeiten in der Lehre trainierte er täglich in der Mittagspause eine Stunde. Er spielte entweder Mittelläufer oder Mittelstürmer. Mit 15 Jahren wurde er in die A-Jugend übernommen. Mit 16 Jahren gehörte er bereits als Aushilfe der 2. Mannschaft an; er wurde aus der A-Jugend geholt, wenn die Erwachsenen einen Spieler benötigten. Im Jahr 1939 kam er im letzten Rundenspiel von HAŠK bei einem Auswärtsspiel gegen Hajduk Split bei einer 0:4-Niederlage zu seinem ersten Einsatz in der 1. Mannschaft. Als er 1940 seine Lehre als Lederkaufmann erfolgreich abgeschlossen hatte, widmete er sich ganz dem Fußball. Dazu gehörten auch seine Einsätze in der Jugend-Nationalmannschaft, wo er im Donau-Pokal 1939/40 zum Einsatz kam.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges musste Zlatko zur Arbeitsjugend einrücken. Normalerweise dauerte das sechs Monate, dann wurde man Soldat. Durch seine Zugehörigkeit zu HAŠK und der Nationalmannschaft von Kroatien dehnte sich dieser „Arbeitsdienst“, fünf Kilometer außerhalb von Zagreb, auf fünf Jahre aus. Im Wesentlichen spielte er während dieser Zeit Fußball. In Zagreb wurde eine interne Meisterschaft von zehn Mannschaften ausgetragen. Als Kroatien am 1. November 1942 in Stuttgart ein Kriegsländerspiel gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft mit 1:5 verlor, lief Zlatko als linker Außenläufer auf und lernte dabei die spielerische Klasse des jungen Fritz Walter kennen und schätzen.

1945 schloss sich Čajkovski dem Hauptstadtverein FK Partizan Belgrad an. Mit den Belgradern gewann er 1947 das Double aus Meisterschaft und Pokal. 1949 folgte ein weiterer Meistertitel und in den Jahren 1952 und 1954 zwei weitere Pokalsiege. In letzterem Jahr wurde Partizan zudem Vizemeister.

Čajkovski hatte in den 1940er Jahren zwei Länderspiele für Kroatien absolviert und debütierte im September 1946 in der jugoslawischen Nationalmannschaft, mit der er 1948 an den Olympischen Spielen in London teilnahm. Er stand gemeinsam mit seinem Bruder Željko, der sich 1945 Dinamo Zagreb anschloss, in der Mannschaft, die im Finale den mit den Stars Gunnar Gren, Nils Liedholm und Gunnar Nordahl, der die Partie mit einem Hattrick entschied, angetretenen Schweden mit 1:3 unterlag.

Bei der Weltmeisterschaft 1950 in Brasilien war er, erneut gemeinsam mit seinem Bruder, Spieler der Mannschaft, die gegen die Schweiz und Mexiko siegte. Aufgrund einer 0:2-Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen die Gastgeber und späteren Vizeweltmeister Brasilien konnten sich die Jugoslawen aber nicht für die Finalgruppe qualifizieren.

Bei den Olympischen Spielen 1952 im finnischen Helsinki erreichte er mit der Nationalmannschaft wieder das Finale. An der Seite von Spielern wie Branko Zebec und Ivica Horvat unterlagen die Jugoslawen diesmal den Ungarn, die bei diesem Turnier die Geburt ihrer Goldenen Mannschaft um Ferenc Puskás zelebrierten.

Bei der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz setzte sich Jugoslawien in der Gruppenphase gegen Brasilien, Frankreich und Mexiko durch, scheiterte aber im Viertelfinale mit einer 0:2-Niederlage gegen den späteren Turniersieger Deutschland. Am 15. Mai 1955 bestritt Čajkovski in Belgrad gegen Schottland (2:2) sein letztes von insgesamt 55 Spielen für die Nationalmannschaft, in denen er 7 Treffer erzielte.

Eine besondere Ehre wurde ihm zuteil, als er im Oktober 1953 in eine Europaauswahl eingeladen wurde, die im Wembley-Stadion anlässlich des 90-jährigen Jubiläums des Englischen Fußballverbandes gegen England spielte und die Gastgeber an den Rand einer Niederlage brachten. Ein zweifelhafter Elfmeter in letzter Minute verhalf den Engländern zu einem 4:4. Čajkovski bildete dabei mit dem Deutschen Jupp Posipal und dem Österreicher Ernst Ocwirk die Läuferreihe der Kontinentalauswahl.

Nachdem er die entsprechende Altersschwelle erreicht hatte, durfte Čajkovski 1955 ins Ausland wechseln. Am 6. Juli 1955 absolvierte er mit Partizan das letzte Spiel gegen Dynamo Kiew und schloss sich danach dem westdeutschen Oberligisten 1. FC Köln an, für den er bis 1958 in 53 Spielen fünf Tore erzielte. Bei der Zeit erinnerte sich Čajkovski an die stete Anweisung von Trainer Hennes Weisweiler: „Weisweiler brüllte mich auf dem Spielfeld immer nur an: ‚Arschloch, decken!‘“.

Danach machte er das Trainerexamen an der Sporthochschule Köln unter Hennes Weisweiler. Fürderhin bemerkte er nach Erfolgen gegen von Weisweiler trainierten Mannschaften gerne, „hat Tschik wieder seinen Professor besiegt“.

Ein Teilnehmer am Trainerkurs war auch der Israeli Eli Fox, der vermutlich die Kontakte etablierte, die Čajkovski veranlassten, sich ab 1958 als Spielertrainer bei Hapoel Haifa zu betätigen, wo er stattliche $ 850 pro Monat erhielt, was weiland mehr als 3.500 Mark waren. Schon im November gewann er dort seine letzte Trophäe als Spieler und erste als Trainer, den Pokal des Jahrzehnts, der zum zehnjährigen Jubiläum des Staates Israel abgehalten wurde. Im Finale des Wettbewerbs bezwang seine Mannschaft Hapoel Jerusalem mit 2:0. Er selbst gab die Vorlage zum zweiten Tor. Andor Kish, der Trainer der Jerusalemer, bemerkte nach dem Spiel, „Čajkovski ist nicht nur Musik, er ist ein Fußball-Genie!“. In der Liga wurde er in seiner ersten Saison Vizemeister und 1959/60 Dritter. Er gilt als der beste Spieler, der jemals in Israel spielte.

1958–1963: Anfänge in Israel, Holland und Meisterschaft mit dem 1. FC Köln

Nach seinem Einstand als Spielertrainer bei Hapoel Haifa ab 1958 kehrte Čajkovski 1960 nach Europa zurück und trainierte für eine Saison den niederländischen Meister von 1958 DOS Utrecht, mit dem er den vierten Platz in der Eredivisie belegte.

Zur Saison 1961/62 wurde er vom 1. FC Köln engagiert, der unter Trainer Oswald Pfau in den vergangenen zwei Saisonen die Oberliga West gewann und 1960 Vizemeister wurde. Mit der Mannschaft um Weltmeister Hans Schäfer, Karl-Heinz Schnellinger und Karl-Heinz Thielen konnte auch Čajkovski in seinen beiden Jahren beim Verein die Westdeutsche Meisterschaft gewinnen. 1962 gewann er zudem die Deutsche Meisterschaft durch einen 4:0-Finalsieg über den 1. FC Nürnberg. Auch 1963 erreichte er das Meisterschaftsfinale, unterlag dort aber mit 1:3 gegen Borussia Dortmund. Die Kölner waren schon in der Winterpause stark daran interessiert, den auslaufenden Vertrag mit Čajkovski zu verlängern, doch der befand sich in aussichtsreichen Gesprächen mit dem SC Feijenoord aus Rotterdam und hielt den FC hin. Kölns Präsident Franz Kremer verpflichtete schließlich Georg Knöpfle, der den SV Werder Bremen in den vorangegangenen Jahren zu seiner bis dahin erfolgreichsten Zeit führte. Mit dem 1. FC Köln wurde Knöpfle Meister in der ersten Saison der Bundesliga.

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