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Zlatan Ibrahimović

Schwedischer Fußballspieler und -funktionär

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Zlatan Ibrahimović (* 3. Oktober 1981 in Malmö) ist ein ehemaliger schwedischer Fußballspieler und heutiger ‑funktionär. Der Stürmer stand im Laufe seiner Karriere bei mehreren europäischen Spitzenclubs unter Vertrag, zuletzt bei der AC Mailand, bevor er am Ende der Saison 2022/23 seine Karriere im Alter von 41 Jahren beendete.

Ibrahimović wurde zwölfmal mit dem Guldbollen als schwedischer Fußballer des Jahres ausgezeichnet, davon zehnmal in Folge. Er galt auf dem Höhepunkt seiner Karriere als einer der besten Stürmer der Welt und bestach insbesondere durch seine starke Technik und spektakulären Spielaktionen. Von 2001 bis 2016 und erneut ab 2021 war Ibrahimović, der auch die Staatsbürgerschaft Bosnien-Herzegowinas besitzt, für die schwedische Nationalmannschaft aktiv und ist mit 62 Toren deren Rekordtorschütze. Am 7. Februar 2021 erzielte er das 500. Tor seiner Vereinskarriere.

Ibrahimović wurde in Malmö geboren, sein Vater stammt aus Bijeljina, Sozialistische Republik Bosnien und Herzegowina, die Mutter aus der Gespanschaft Zadar, Sozialistische Republik Kroatien, beides Jugoslawien. Er wuchs im Stadtteil Rosengård auf, der im Zuge des „Millionenprogramms“ erbaut worden war und als sozialer Brennpunkt gilt. Dort machte Ibrahimović seinen Schulabschluss. Kurzzeitig besuchte er anschließend das Gymnasium Borgarskolan, das er jedoch zugunsten seiner Fußballerkarriere vorzeitig verließ. Nach eigenem Bekunden sei er zu 100 % Schwede und fühle sich trotzdem als „Balkanese“. Mit seinen Eltern spreche er nur in deren Sprache (Serbokroatisch). In seiner Autobiografie erzählt Ibrahimović von seiner schweren Kindheit. So sei sein Vater lange Zeit Alkoholiker und seine Mutter, eine Putzfrau, psychisch labil gewesen. Innerhalb der Familie habe es zahlreiche Streitigkeiten und Kontaktabbrüche gegeben; die Eltern trennten sich, als er klein war. Neben seiner Schwester hat er drei Halbgeschwister. Als Kind habe er oft Fahrräder gestohlen, um zum Fußballplatz zu gelangen; Prügeleien seien häufig gewesen. Auch Hunger war ein Thema. Seine Jugend spielte sich im multikulturellen Rosengård ab; erst mit 16 Jahren kam er zum ersten Mal in die Malmöer Innenstadt. Seine Herkunft machte es ihm zunächst schwer, beim von blonden Spielern dominierten Malmö FF Anschluss zu finden.

Ibrahimović ist mit dem ehemaligen schwedischen Model Helena Seger liiert, mit der er zwei Kinder hat (Maximilian, * 2006 und Vincent, * 2008). Maximilian ist ebenfalls als Fußballprofi aktiv. Ibrahimović spricht neben Schwedisch und serbokroatischen Varietäten auch Englisch und Italienisch. Er ist ein Fan von Martial Arts und betreibt selbst Taekwondo; auf Letzteres führt er auch seine Beweglichkeit zurück. Zlatan Ibrahimović bekennt sich zu keiner Religion, obwohl sein Vater "muslimischer" und seine Mutter "katholischer" Herkunft sind.

Einer seiner Brüder starb im April 2014 im Alter von 40 Jahren an Leukämie, an diesen erinnerte er neben den ebenfalls im selben Jahr an Krebs verstorbenen schwedischen Fußballprofis Pontus Segerström und Klas Ingesson in einer bewegenden Rede bei der Fotbollsgalan anlässlich der Auszeichnung zum Fußballer des Jahres im November 2014.

Ibrahimović besitzt eine Insel im drittgrößten schwedischen See Mälaren.

In Rosengård finanzierte Ibrahimović den Bau eines Fußballplatzes.

Ende November 2019 erwarb Ibrahimović die Hälfte der Anteile am Unternehmen AEG Sweden von der Anschutz Entertainment Group. AEG Sweden ist als Minderheitsgesellschafter am schwedischen Klub Hammarby IF beteiligt.

Ende April 2021 wurde bekannt, dass die Europäische Fußball-Union UEFA Ermittlungen gegen Ibrahimović eingeleitet hatte. Hintergrund war eine 10-prozentige Beteiligung am Wettanbieter Bethard. Der Buchmacher hatte 2018 eine Partnerschaft mit dem Schweden verkündet. Im Monat darauf verurteilte die UEFA Ibrahimović zu einer Geldstrafe von 50.000 Euro und forderte ihn auf, alle geschäftlichen Beziehungen mit dem Unternehmen zu beenden. Zudem wurde sein damaliger Verein AC Mailand für seinen Spieler in Haftung genommen und zu einer Geldstrafe von 25.000 Euro verurteilt.

Im Film Asterix & Obelix – Das Reich der Mitte ist Ibrahimović als „Caius Antivirus“ zu sehen.

Karrierestart in Schweden und Wechsel ins Ausland

Ibrahimović spielte in seiner Jugend bei Malmö Anadolu BI und dem FBK Balkan, einem Verein, der überwiegend aus Spielern aus dem ehemaligen Jugoslawien bestand, in seinem Heimatviertel Malmö-Rosengård. Anschließend folgte ein kurzes Intermezzo bei BK Flagg, ehe er 1995 in die Jugendabteilung von Malmö FF wechselte. Seine Anfangszeit dort in der Jugendmannschaft war laut Ibrahimović geprägt von Auseinandersetzungen mit seinen Mitspielern, deren Eltern und den Trainern. Ihm wurde nachgesagt, zu viel zu „tricksen“ und zu eigensinnig zu sein.

1999 unterschrieb Ibrahimović bei Malmö FF seinen ersten Profivertrag. Am 19. September 1999 spielte er bei der Niederlage gegen Halmstads BK erstmals in der Allsvenskan. Auch nachdem der Klub nach über 60-jähriger Zugehörigkeit zur schwedischen Eliteserie am Ende der Spielzeit abgestiegen war, blieb er dem Verein treu. In der Superettan steuerte er zwölf Tore zum direkten Wiederaufstieg bei und weckte das Interesse internationaler Vereine. Nach einer halben Spielzeit in der ersten schwedischen Liga verließ Ibrahimović im Sommer 2001 den Verein.

Sein neuer Arbeitgeber wurde ab Juli 2001 der niederländische Rekordmeister Ajax Amsterdam. Unter Trainer Co Adriaanse kam er anfangs kaum zum Zug. Als dieser jedoch im November entlassen wurde, avancierte Ibrahimović unter dessen Nachfolger Ronald Koeman zum Stammspieler. Am Ende der Spielzeit stand der Gewinn des Meistertitels, und Ibrahimović kam in der folgenden Spielzeit zu seinen ersten Champions-League-Einsätzen. Nach der Gruppenphase schied die Mannschaft im Viertelfinale gegen die AC Mailand aus. Ein Vorfall im Länderspiel zwischen den Niederlanden und Schweden gilt mit als Auslöser für Ibrahimovićs Weggang von Ajax im Sommer 2004: Während des Spiels verletzte sich Mannschaftskollege Rafael van der Vaart nach einem Foul von Ibrahimović, dem Absicht unterstellt wurde. Er beteuerte jedoch öffentlich, dass es keine Absicht gewesen sei. Später gab er an, van der Vaart sei neidisch auf seine Entwicklung gewesen und habe ihm daher Absicht unterstellt.

Jahre in der italienischen Serie A

Nach dem Gewinn des zweiten Meistertitels mit Ajax wechselte Ibrahimović im Sommer 2004 nach Italien zum Rekordmeister Juventus Turin. Da sich sein Rivale im Sturm, David Trezeguet, verletzt hatte, fand sich der Schwede auf Anhieb in der Startformation des Serie-A-Klubs wieder. Er erzielte in der Saison 2004/05 16 Saisontore. Sein Berater lancierte nun Presseberichte, wonach Real Madrid an dem Stürmer interessiert sei und bis zu 70 Millionen Euro geboten habe, um den Marktwert seines Schützlings in die Höhe zu treiben. Mit weiterhin guten Leistungen etablierte sich Ibrahimović unter Europas Topspielern und gehörte 2005 zu den Nominierten für die Auszeichnung FIFA-Weltfußballer des Jahres. Während er dabei nur Achter wurde, wurde er im selben Jahr mit dem Guldbollen als Schwedens Fußballer des Jahres ausgezeichnet.

Mit dem Erfolg kamen aber auch die ersten größeren Probleme. Trainer Fabio Capello setzte Ibrahimović vermehrt als Außenstürmer ein, um so seine Schnelligkeit ausnutzen zu können. Infolgedessen stieg zwar die Anzahl seiner Torvorlagen, andererseits erzielte er weniger Tore selbst. Die Presse und Anhänger des Klubs pochten daher vermehrt auf den Einsatz des beliebten Juve-Urgesteins Alessandro Del Piero. Da Ibrahimović in der zweiten Saisonhälfte in ein Formtief fiel, verstärkte sich der Druck auf ihn. Als im Sommer 2006 im Zuge des Manipulationsskandals der Zwangsabstieg des Klubs in die Serie B feststand, bemühte sich der Klub zwar um den Schweden, wegen der Umstände fiel es diesem aber nicht schwer, den Klub zu verlassen.

Im August 2006 unterschrieb Ibrahimović einen Vierjahresvertrag bei Inter Mailand. Zunächst bot er wechselhafte Leistungen, aber im Zuge der Serie von ungeschlagenen Spielen des Klubs konnte auch er sich stabilisieren und er gehörte unter Trainer Roberto Mancini im Sturm zur ersten Wahl. Am Ende der Saison gewann er mit dem Verein den Meistertitel. Kurze Zeit später sorgte er für Unruhe im Umfeld des Klubs, als er zitiert wurde, dem Verein fehle eine Persönlichkeit wie Luciano Moggi. Da dieser der Hauptverantwortliche des italienischen Fußball-Skandals war, unter dem nach Juventus auch Inter zu leiden hatte, wurde Ibrahimović stark kritisiert. Nach einer Entschuldigung des Schweden mit dem Hinweis, die Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen worden, legte sich die Aufregung wieder. Mit guten Leistungen zu Beginn seiner zweiten Saison – so gelang ihm am 2. Oktober 2007 sein erster Europapokal-Treffer nach fast zwei Jahren – spielte er sich wieder in den Kreis der Weltfußballer. Bei der Auszeichnung musste er sich jedoch mit dem siebten Platz begnügen, erhielt aber in Schweden erneut den Guldbollen und wurde mit dem Radiosportens Jerringpris ausgezeichnet.

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