Der Zentralalpenweg (auch Österreichischer Weitwanderweg 02) ist ein hochalpiner Weitwanderweg in Österreich, der von Hainburg an der Donau nach Feldkirch in Vorarlberg führt. Über weite Strecken gibt der Alpenhauptkamm den groben Verlauf vor.
In Ost-West-Richtung durchquert der Weg Österreich auf beinahe gesamter Länge und berührt dabei die Bundesländer Niederösterreich, Burgenland, Steiermark, Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg, weiters verlaufen kürzere Abschnitte durch die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein.
Für die Begehung des gesamten Weges sind (ohne Ruhetage) zwei bis zweieinhalb Monate zu veranschlagen.
Von Hainburg zu den Fischbacher Alpen
Der Zentralalpenweg beginnt in Hainburg an der Donau und folgt dieser stromaufwärts bis nach Bad Deutsch-Altenburg. Über Parndorf und Neusiedl am See führt die Route in den Ort Breitenbrunn am Fuße des Leithagebirges, welches nach Großhöflein überschritten wird. Weiter verläuft der Weg über die Rosalia und bei Kobersdorf in die Bucklige Welt nach Landsee und Krumbach. Über den Kurort Mönichkirchen gelangt man zum Hallerhaus am Wechsel und zum Niederwechsel, bis schließlich das Wetterkoglerhaus auf dem Hochwechsel erreicht wird.
Von Breitenbrunn verläuft eine Variante 02A entlang des Neusiedler Sees über Rust zur Rosalia, um von dort einen direkteren Weg nach Krumbach einzuschlagen.
Die zurückzulegende Distanz beträgt (auf der Hauptroute) etwa 171 Kilometer und ist in sieben Tagen zu bewältigen.
Von den Fischbacher Alpen über die Gleinalpe nach Knittelfeld
Am Feistritzsattel wird erstmals das Bundesland Steiermark erreicht, und vom Pfaffensattel erfolgt der Aufstieg zum Alois-Günther-Haus auf dem Stuhleck. Über die Pretulalpe gelangt man nach Alpl, die nächsten Pässe sind der Schanzsattel und das Straßegg. Nun wird weiter zur Sommeralm und zur Teichalm gewandert, durch die Bärenschützklamm schließlich das Murtal erreicht.
Von Zlatten führt der Weg hinauf zum Eisenpass und dem Schutzhaus am Brucker Hochanger, welches den Ausgangspunkt für die Überschreitung des langen Höhenzugs der Gleinalpe darstellt. Der Speikkogel und der Rossbachkogel sind dabei die prominentesten Gipfel. Vom Steinplan wird schließlich nach Knittelfeld abgestiegen, wo nochmals die Mur überquert wird.
Eine Variante 02A wählt zwischen dem Straßegg und dem Eisenpass eine nördlichere Route, wobei das Rennfeld überschritten und Bruck an der Mur passiert wird.
Die Weglänge beträgt 167 Kilometer. Man benötigt rund eine Woche zur Begehung.
Durch die Niederen Tauern zum Tappenkarsee
Vorbei an der Aussichtswarte am Tremmelberg führt der Weg zum Stift Seckau und bei Ingering II in die Triebener Tauern. Vorbei am Ingeringsee steigt der Weg zum Kettentörl an und führt ins hintere Triebental. Nun wird am Knaudachtörl erstmals die 2000er-Marke überschritten, über den Geierkogel gelangt man nach Hohentauern und zur Edelrautehütte.
Es folgt es eine lange Kette an Gipfeln (u. a. Kleiner Bösenstein, Hochschwung, Seitnerzinken, Breiteckkoppe), die zur Planneralm führt. Dann hinab nach Donnersbachwald, von wo über die Gstemmerscharte in das Große Sölktal gewechselt wird.
In den Schladminger Tauern verläuft der Weg über die Rudolf-Schober-Hütte und das Rantentörl in das Kleine Sölktal, danach über die Tratten- und Wildlochscharte zur Preintalerhütte. Durch den Klafferkessel wird der Greifenberg bestiegen. Über die Gollingscharte und die Trockenbrotscharte verläuft der Weg zu den Giglachseen und in die Akarscharte, wo die Grenze zum Bundesland Salzburg verläuft, bevor er in Obertauern eintrifft. Über die Südwiener- und Franz-Fischer-Hütte wird zum Tappenkarsee nahe der Grenze zwischen Niederen und Hohen Tauern gewandert.
Für die 236 Kilometer lange Wegstrecke dieses Abschnitts sind etwa 16 Tage zu veranschlagen.
Am Tappenkarsee teilt sich der Zentralalpenweg in zwei Varianten. Die im Folgenden beschriebene Hauptroute bleibt dem Alpenhauptkamm treu und verläuft meist hochalpin, Gletschererfahrung und -ausrüstung sind zur Begehung unbedingt erforderlich. Die weiter nördlich verlaufende, gletscherfreie Route 02A vermeidet diese alpinen Schwierigkeiten und ist daher auch für Alleinwanderer geeignet.