Zeitz ist eine Mittelstadt im Süden von Sachsen-Anhalt im östlichen Teil des Burgenlandkreises. Von 1652 bis 1718 war Zeitz Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Zeitz. Als Residenz diente dem Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz das Schloss Moritzburg. Seit dem 19. Jahrhundert entwickelte sich Zeitz zur Industriestadt sowie zu einem bedeutenden Bahnknotenpunkt. Vor allem aus diesen beiden Epochen haben sich viele wertvolle Altbauten und Kulturdenkmale erhalten, die das Stadtbild prägen.
Zeitz befindet sich im äußersten Süden Sachsen-Anhalts. Die Stadt liegt etwa 40 Kilometer südlich von Leipzig und 25 Kilometer nördlich von Gera. Die Kernstadt gliedert sich in die Unterstadt an der Weißen Elster und die Oberstadt am und auf dem Berg. Das Stadtgebiet grenzt im Südosten an die Landesgrenze nach Thüringen.
Die Stadt Zeitz gliedert sich in eine Kernstadt und die im 21. Jahrhundert eingemeindeten Ortsteile. Die Kernstadt wird durch einen Abhang in die sogenannte Unterstadt in den tiefer gelegenen Bereichen an der Weißen Elster sowie die Oberstadt in den höher gelegenen Bereichen südlich davon geteilt.
Ungefähr im Zentrum der Oberstadt liegt der mittelalterliche Stadtkern, der im Straßennetz noch gut erkennbar ist. An diesen schließen sich die Vorstädte aus der Zeit der Industrialisierung an. Weiter außen liegen die DDR-Neubausiedlungen Zeitz-Ost, Völkerfreundschaft und das mit der Kernstadt verschmolzene Dorf Rasberg.
Die Unterstadt umschließend, liegen zum einen Industriegebiete, aber auch die mit Zeitz zusammengewachsenen Dörfer Aue, Aylsdorf sowie die Käthe-Kollwitz-Siedlung. Der Ortsteil Grana der Gemeinde Kretzschau ist ebenfalls Teil dieser zusammenhängenden Siedlungsfläche.
An die Kernstadt angrenzend, aber nicht vollständig zusammengewachsen, liegen die Siedlungen Kloster Posa im Osten sowie Hainichen im Südosten
Nach der Eingemeindung zahlreicher Dörfer im Zuge der sachsen-anhaltischen Gemeindegebietsreform 2009/2010/2011 gliedert sich das Gebiet der Stadt Zeitz neben der Kernstadt in die folgenden rechtlichen Ortschaften.
Weitere, die Kernstadt umgebende Dörfer wie Tröglitz oder Bergisdorf gehören dagegen nicht zu Zeitz, sondern liegen aufgrund der schmalen Form des Stadtgebietes in den angrenzenden Gemeinden Elsteraue, Kretzschau und Gutenborn.
Zeitz liegt an der Weißen Elster. Dieser Fluss entspringt im Elstergebirge bei Asch und verlässt in Zeitz sein aus Richtung Gera kommendes Tal in Richtung Leipzig und der danach benannten Leipziger Tieflandsbucht. Die Weiße Elster trennt die Kernstadt Zeitz in zwei Teile. Nördlich der Altstadt wurde der Mühlgraben angelegt. Aufgrund wiederkehrender Hochwasserereignisse existieren in Zeitz Deichanlagen zum Schutz der Wohn- und Industriebebauung.
Außerdem führen durch Zeitz Nebenflüsse der Weißen Elster, wie die Schnauder im Südosten des Stadtgebietes sowie kleinere Bäche.
Im Nordwesten des Stadtgebietes existieren kleinere Seen in renaturierten Braunkohletagebauen. Ungefähr 10 km nördlich ist im Zuge der Einstellung des Braunkohletagebaus Profen die Anlage zweier großer Seen geplant (siehe Leipziger Neuseenland).
Die folgende Grafik zeigt die Anteile der Flächennutzung auf dem Stadtgebiet aus dem integrierten Stadtentwicklungskonzept 2025.
Angrenzende Gemeinden sind im Uhrzeigersinn die Stadt Hohenmölsen und Elsteraue im Burgenlandkreis, die Stadt Meuselwitz und Starkenberg im thüringischen Landkreis Altenburger Land sowie Schnaudertal, Gutenborn, Kretzschau und die Stadt Teuchern im Burgenlandkreis.
Die Stadt Zeitz gehört regionalgeologisch zur Zeitz-Schmöllner-Mulde. In dieser Einheit streichen die Schichten des unteren- und mittleren Buntsandsteins als oberste Festgesteinshorizonte aus. Überdeckt werden diese großflächig von weichsel-kaltzeitlichem Flugsand (Löß) sowie in der Aue der Weißen Elster von jüngeren fluviatilen Sedimenten wie Auelehm und Flusskies.
Für die Stadt und Region von großer Bedeutung waren und sind die tertiären Braunkohlevorkommen des Zeitz-Weißenfelser Reviers. Diese wurden und werden nördlich und östlich von Zeitz in großen Tagebauen abgebaut. Ein Teil der Kohle wurde verstromt, z. B. im 2021 stillgelegten Kraftwerk Deuben, ein anderer Teil in der chemischen Industrie des südlichen Sachsen-Anhalts verwertet. Seit Jahrzehnten ist die Braunkohleindustrie im Niedergang. Aktuell sind in der Region nur noch die Tagebaue Profen und Vereinigtes Schleenhain in Betrieb. Im Zuge des deutschen Braunkohleausstiegs sollen auch diese stillgelegt werden. Mit der Abbaugesellschaft MIBRAG verschwindet damit einer der größten Arbeitgeber der Region.
Zeitz liegt am Rande eines bis nach Tschechien reichenden Gebietes, in dem vermehrt Erdbeben auftreten können. Diese nehmen in ihrer Intensität und Häufigkeit jedoch mehr in Richtung Gera zu. Nach dem GfZ Potsdam liegt Zeitz in der Erdbebenzone 1.
Die Region Zeitz ist nachweislich seit dem Ende der letzten Eiszeit besiedelt. Nach dem Abtauen der mächtigen Eisschilde vor ca. 150.000 Jahren, die damals das Land zwischen den Mittelgebirgen und Skandinavien bedeckten, siedelten sich Jäger und Sammler an. Als ältester Fund menschlicher Besiedlung in der Region ist ein Faustkeil von Wetterzeube mit einem datierten Alter zwischen 120.000 und 250.000 Jahren zu nennen. Eine Fundstelle an der Aga bei Breitenbach überlieferte Steinwerkzeuge wie Klingen und Sichel sowie diverse Tierknochen, u. a. Hirsche und Mammute, aus einer Zeit vor 30.000 Jahren.
Aus dem Mesolithikum sind um Zeitz die ersten Reste von Wohnhütten überliefert. Es wurden ebenfalls die Reste von Hockerbestattungen ausgegraben. Bei Schloss Moritzburg und auf dem Bergsporn von Kloster Posa wurden mesolithische Steinwerkzeuge ausgegraben, die auf das 6. Jahrtausend vor Christus datiert wurden. Diese beiden Orte erlangten wegen ihrer guten fortifikatorischen Beschaffenheit in der Folge immer wieder eine Bedeutung.