Die ZDF-Hitparade ist eine 32 Jahre von 1969 bis 2000 vom ZDF aus Berlin ausgestrahlte Musiksendung. Bekannt wurde die Hitparade vor allem durch die Moderation von Dieter Thomas Heck.
Die Interpreten kamen vorwiegend aus dem Bereich des deutschen Schlagers. Gegen Ende der 1960er Jahre galt die Schlagermusik im Wettbewerb mit anderen musikalischen Trends jener Zeit, wie z. B. der Beatmusik, bereits als eher konservativ.
Durch die Hitparade wurden einige Neuerungen für Musiksendungen im Fernsehen eingeführt, die dazu beitrugen, der Schlagermusik in den 1970er Jahren noch einmal eine ungeahnte Popularität über die Generationen hinweg zu geben. Zu diesen Neuerungen gehörte zum Beispiel die Studiogestaltung. Diese war bei anderen zeitgenössischen Sendungen, wie etwa den Deutschen Schlager-Festspielen, noch stark am Theater orientiert, so dass es eine deutliche Distanz zwischen Vortragenden und Publikum gab. Bei der Hitparade wurde dagegen eine für die damalige Zeit sehr moderne, sachlich-funktionelle Gestaltung eingeführt, bei der auf Vorhänge und andere theaterhafte Requisiten komplett verzichtet wurde. Dabei waren die Zuschauertribünen im Karrée um die Bühne herum angeordnet, so dass das Publikum in geringem Abstand zu den Interpreten saß. Nicht selten saßen Sänger oder Sängerin zu Beginn eines Liedes selbst mitten im Publikum, um dann aufzustehen und sich (singend) zur Bühne zu begeben.
Ebenfalls neu war die Regel, live (zu einem Halb-Playback) zu singen. Die Plattenfirmen lieferten dazu die Original-Instrumental-Bänder, zu denen der Künstler auch für die Schallplattenaufnahme im Aufnahmestudio sang. Im ersten Studiokonzept der Hitparade, welches bis in die zweite Hälfte der 1970er Jahre verwendet wurde, saß sichtbar für das Publikum ein Tontechniker (Reiner Reiser, eigentlich Reinhard Reiser, wie Till Hoheneder im Podcast Zärtliche Cousinen 2019 verriet) hinter einem Pult mit Bandmaschinen und fuhr für jeden Auftritt das entsprechende Instrumentalband ab. Gegen Ende des jeweiligen Titels wurde dann die Autogrammadresse des Interpreten eingeblendet. Zur Betonung des Live-Charakters der Sendung befand sich inmitten des Studios eine elektronische Anzeige des aktuellen Datums und der Uhrzeit.
Der Verlauf der Sendung bestand aus der Vorstellung fünf bis acht neuer Titel sowie der fünf, später drei Titel (schließlich dann -aus Zeitgründen- nur noch eines Titels), die aus der letzten Sendung die meisten Stimmen erhalten hatten. Nachdem sich Roy Black in den ersten Sendungen auf Platz 1 festgesetzt hatte (dreimal gewählt), durfte sich ab 1976 ein Titel nur noch maximal zweimal (ab 1985 nur noch einmalig) platzieren, dann schied er aus, damit die Hitparade stets auf einem aktuellen Stand blieb. Die Auswahl der Interpreten für die Neuvorstellungen erfolgte durch eine unabhängige Jury, die die Titel aus Vorschlägen der Musikindustrie auswählte. Von etwa Mitte der 1970er Jahre bis 1988 wurden die Neuvorstellungen von Media Control aus Verkaufszahlen und TV-/Radio-Auftritten bestimmt.
Im Laufe der Jahre änderte sich das Muster der Sendung. Nicht mehr allein die Vertreter des deutschen Schlagers nahmen an der Show teil. Die Hitparade öffnete sich Ende der 1970er Jahre auch anderen Genres der deutschsprachigen Unterhaltungsmusik. Als wenig später die Neue Deutsche Welle populär wurde, schafften es deren Vertreter nicht nur in die ZDF-Hitparade, sondern auch auf die ersten Plätze, und machten die Show für ein erweitertes Publikum interessant. Die Band Trio nutzte beispielsweise die Bedingung des Live-Singens für spontane Aktionen wie Anspielungen auf Dieter Thomas Heck. Auch andere Musiker, die etwas aus dem Schema fielen, wie zum Beispiel Gottlieb Wendehals, Klaus und Klaus, Frl. Menke (trotz Verbotes, während ihres Titels Traumboy einen Hochzeitsschleier zu tragen, steckte sie sich diesen während der Live-Sendung entgegen den Anweisungen des Regisseurs an) oder Haindling hinterließen auf ihre Art bleibende Eindrücke.
Gerade zu dieser Zeit stieg jedoch auch die Zahl prominenter Bands oder Interpreten deutschsprachiger Lieder, die es nicht mehr für nötig befanden, in der zunehmend als spießig angesehenen Hitparade aufzutreten. Beispiele hierfür waren Bands wie Ideal oder auch DAF. Die Hitparade verlor dadurch in den 1980er Jahren den Status, den sie in den 1970er Jahren noch besaß. Auch ging der Marktanteil deutschsprachiger Aufnahmen in diesen Jahren, insbesondere nach dem Abebben der Neuen Deutschen Welle, generell zurück. Auf diese Entwicklungen versuchte der Nachfolger von Dieter Thomas Heck, Viktor Worms, durch Änderungen am Sendekonzept zu reagieren.
Die Abstimmung durch die Zuschauer erfolgte in der Anfangszeit einfach per Postkarte. Doch bald stellte sich heraus, dass dieses System zu leicht manipulierbar war (so verschickten z. B. einige Interpreten frankierte Postkarten für die Stimmabgabe an ihre Fans und Fanclubs, um eine Platzierung in der Hitparade zu erreichen). Für den Titel Baby Dadamda (Peter Orloff) gingen unter anderem 11.037 Karten mit derselben Handschrift und demselben Poststempel ein. Von da an konnten die Zuschauer per Postkarte von der Hitparaden-Redaktion eine Stimmkarte anfordern. Nach ihrem Erhalt konnte nur so eine Stimme für einen Interpreten abgegeben werden. 1982 wurde die Abstimmung per Stimmkarte abgeschafft und mit dem Einsatz des TEDs begonnen. Dieses computerisierte System erlaubte es, dass der Sieger noch während der laufenden Sendung bekannt gegeben wurde. Zwischen 1987 und 1991 wurde in der Hitparade Vollplayback gefahren und auch englischsprachige Titel zugelassen. Auch der TED wurde kurzzeitig (zwischen 1987 und 1989) abgeschafft und zunächst durch ein Tippsystem abgelöst, wo der Sieger, der die Top 7 von Media Control richtig getippt hatte, ein Auto gewinnen konnte (bis Mitte 1988). Danach wurden bis zum Ende der Ära Viktor Worms nur noch die Top 3 von Media Control gezeigt und man konnte im neuen Tippspiel 4 aus 8 erneut ein Auto gewinnen. Mit Uwe Hübner, der die Hitparade ab 1990 übernahm, wurde der TED wieder eingeführt.
Der Austragungsort der ZDF-Hitparade war das Studio der Berliner Union Film in der Oberlandstraße.
Am 18. Januar 1969 um 18:50 Uhr wurde die Hitparade zum ersten Mal im ZDF ausgestrahlt und nach acht Ausgaben im Jahr 1969 ab 1970 jeweils zwölf Mal jährlich am Samstagabend präsentiert.
Zur Internationalen Funkausstellung 1973 änderte das ZDF seine Programmstruktur: Die Nachrichtensendung heute wurde auf 19:00 Uhr, die Hitparade und viele andere Sendungen auf den 19:30-Uhr-Sendeplatz gelegt. 1978 beschloss man dann eine erneute Programmreform und erklärte den Montag zum Tag der Musik im ZDF. Folglich wechselte neben anderen Musikformaten auch die Hitparade auf den Montagabend, bis sie 1984 wieder auf den alten Stammplatz am Freitagabend um 19:30 Uhr zurückkehrte.
Mit der Übernahme der Sendung durch Viktor Worms wurde die Sendung dann auf den Mittwochabend verlegt und wechselte bis zu ihrem Ende im Jahr 2000 noch mehrfach den Sendeplatz zwischen Donnerstag, Mittwoch und Samstag zu verschiedenen Uhrzeiten und Längen (zum Teil vor 20:00 Uhr noch durch eine Werbepause unterbrochen).
In einzelnen Jahren wurden auch Sonderausgaben produziert, wie z. B. die Hitparade-Spitzenreiter (1975 und 1976) oder ab 1981 Die Superhitparade im ZDF und ab Ende 1983 die jeweiligen Hits des Jahres. Nach 32 Jahren und 368 Folgen wurde die Hitparade im Jahr 2000 eingestellt, am 16. Dezember 2000 lief mit der Sondersendung Hits des Jahres 2000 die letzte Ausgabe.
Seit Beginn des Senders 3sat im Dezember 1984 wurden zunächst die aktuellen Wiederholungen aus der Vorwoche des ZDF gezeigt. Mit Übernahme des ZDF Musikkanals Anfang 1989 waren zunächst zehn Jahre alte Ausgaben Bestandteil des Programms, die an wechselnden Terminen am Nachmittag im Programmfenster des ehemaligen Musikkanals liefen. 1994 sprang man ins Jahr 1972 zurück, ein Jahr später kam ein zweiter Jahrgang dazu. Somit wurden 15 und 22 Jahre alte Ausgaben gesendet. Seit 2004 liefen die Sendungen dann im Rahmen der sogenannten Nachtschwärmer-Termine (zunächst am Wochenende, dann von montags auf dienstags und schließlich donnerstags auf freitags), im Wechsel mit anderen Produktionen sporadisch die Sendungen der späten 1980er und frühen 1990er Jahre. Im September 2009 wurden nach fast 25 Jahren die Wiederholungen der Sendung endgültig eingestellt.