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Yukon (Territorium)

Territorium von Kanada

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Yukon ist ein Territorium im äußersten Nordwesten Kanadas mit einer Fläche von 482.443 km². Im Westen grenzt das Territorium an Alaska (Vereinigte Staaten), im Osten an die Nordwest-Territorien und im Süden an die Provinz British Columbia. Der Arktische Ozean bildet die Nordgrenze. Etwa zwei Drittel der rund 43.000 Einwohner (2021) leben in der weit im Süden gelegenen Hauptstadt Whitehorse. Von den Einwohnern des Territoriums zählt das für die Ureinwohner zuständige Ministerium rund 9500 zu den 16 First Nations.

Im Südwesten des Territoriums liegt der mit 5959 Metern höchste Berg Kanadas, der Mount Logan. Er ist nach dem 6190 Meter hohen Denali in Alaska der zweithöchste Berg Nordamerikas.

Seit mindestens zwölf Jahrtausenden leben Menschen in Yukon. Für diese Zeit lassen sich die Vorfahren der heutigen Indianer (in Kanada heute oft First Nations genannt) nachweisen, die der athabaskischen Sprachfamilie angehören. Sie lebten bis Mitte des 20. Jahrhunderts nomadisch, wobei sie die Winter in immer denselben Dörfern verbrachten. Nach frühen Handelsbeziehungen, bei denen Pelze im Mittelpunkt standen, brachten Goldfunde am Klondike für kurze Zeit mehr als 100.000 Einwanderer in das dünn besiedelte Gebiet. Heute leben die Yukoner überwiegend von Tourismus, Rohstoffgewinnung und Dienstleistungen, die Jagd spielt nur noch bei wenigen indigenen Gruppen eine Rolle.

Der Name Yukon geht auf den gleichnamigen Fluss, den Yukon River zurück, der durch das Territorium und dann westwärts nach Alaska fließt. Seine Bezeichnung geht wiederum auf yu-kun-ah zurück, die Bezeichnung des Flusses durch die Gwich'in-Indianer als „großer Fluss“. Bis 2003 wurde das Territorium Yukon-Territorium (Yukon Territory) genannt.

Im Westen grenzt Yukon an Alaska, im Süden an British Columbia, im Osten an die Nordwest-Territorien und im Norden an die Beaufortsee.

Die Ostgrenze verläuft im Süden des Territoriums etwa entlang der Wasserscheide zwischen den Entwässerungsgebieten des Yukon und des Mackenzie River, im Norden schließt sie Liard und Peel River überwiegend mit ein.

Vor etwa 205 Millionen Jahren wurde eine tektonische Großplatte im Nordosten des Panthalassa-Ozeans, die Farallon-Platte, erstmals unter die Nordamerikanische Platte gedrückt, die sich westwärts bewegte. Dies brachte neben großen Granitmengen eine ausgedehnte Vulkankette hervor. Diese Vulkane sind heute erloschen und stark erodiert, doch hinterließ der Vulkanismus oft meterdicke Schichten von Vulkanasche und -glas. Die Nordwestküste Kanadas, und damit der heutige Yukon, entstand zudem durch die Kollision vulkanischer Inseln, die sich über rund 1000 bis 1500 km erstreckten, mit einem bereits vor dem Jura existierenden Kontinent, vor etwa 180 Millionen Jahren. Sie sind ein Teil der zerbrochenen Farallon-Platte; ein westwärts dahinter liegender Teil der Platte wurde ebenfalls unter den Kontinent gedrückt. Dabei entstand eine Gebirgskette, die als Omineca bezeichnet wird und die vom Yukon bis nach Oregon reicht; auch weiter ostwärts wurden Gebirgsketten aufgefaltet und durch Schmelzgestein erhöht.

Vor 115 Millionen Jahren kollidierte eine zweite Inselkette mit dem Kontinent, die Insular Volcanic Islands, wobei in British Columbia das größte Granitlager Amerikas entstand. Diese Kollision formte einen neuen Vulkangürtel, den Coast Range Arc, der ebenfalls bis in den Yukon reicht. Dortige Überreste sind Vulkane wie der Montana Mountain südlich von Carcross oder Mount Nansen und Skukum westlich von Carmacks. Der enorme Druck brachte große Mengen an Gneis hervor.

Vor 80 bis 90 Millionen Jahren zerbrach die nordpazifische Farallon-Platte in zwei Teile; die nördliche war die Kula-Platte, was zunächst an der Bruchstelle vor der Küste Kaliforniens neue Hebungen hervorbrachte. Später, vor vier bis sieben Millionen Jahren, entstand die Olympic Peninsula in Washington durch die bis heute bestehende, südlich abgebrochene Juan-de-Fuca-Platte. Die Kula-Platte im Norden bewegte sich seit etwa 60 Millionen Jahren weniger ostwärts als parallel zum Kontinent, so dass die Subduktionen endeten und sich stattdessen Richtung Yukon und Alaska fortsetzten.

Abgesehen von den Gebieten um die Beaufortsee im Norden bildet das Territorium seitdem einen Teil der nördlichen Rocky Mountains und des Küstengebirges, das sich von British Columbia bis nach Alaska erstreckt. Der Südwesten wird dabei von der Eliaskette dominiert, wo sich der Kluane-Nationalpark befindet, der zum Welterbe zählt, ebenso wie der bereits auf britisch-kolumbianischem Gebiet befindliche Tatshenshini-Alsek Park, die zusammen 97.000 km² umfassen. Dort befinden sich auch die höchsten Berge des Territoriums, wie der Mount Logan (5959 m) sowie die Gletscher des Logan, Hubbard und Kaskawulsh. Diese Gebirgskette hält die Feuchtigkeit, die ansonsten die Westküste Nordamerikas prägt, von Yukon fern. Daher war das dahinter liegende Gebiet während der Eiszeiten verhältnismäßig trocken, was wiederum eine Vergletscherung des Territoriums, sieht man vom Küstengebirge und vom Osten ab, weitgehend verhinderte. So entstand Beringia, eine von extrem weitläufigen Gletschern umgebene Tundrenlandschaft.

Permafrost, also Boden, der nie auftaut, zeigt sich heute im Norden durchgängig, in weiten Teilen des Territoriums überwiegend, im Süden gelegentlich. Er reicht bis zu einer Tiefe von mehr als 300 m, doch nimmt diese Tiefe nach Süden schnell ab. 1982 betrug die Tiefe bei Old Crow rund 63 m, bei Mayo 1991 bis 40 m, bei Takhini bis 16 m und bei Teslin nur noch bis zu zwei Meter. Insgesamt ist der Permafrostboden im Rückzug begriffen.

Entlang der Südgrenze des Territoriums bilden, neben verschiedenen Gebirgszügen (Ranges) wie Englishman Range oder Simpson Range, die Cassiar Mountains einen markanten Einschnitt. In diesem vergleichsweise waldreichen Gebiet befindet sich auch die Hauptstadt Yukons, Whitehorse. Die Ostgrenze verläuft durch die Mackenzie Mountains, die sich bereits überwiegend in den Nordwest-Territorien befinden. Der höchste Gipfel dieser Gebirgskette, der 2972 m hohe Keele Peak, liegt unmittelbar an der Ostgrenze.

Nördlich der Cassiar Mountains schließen sich die Ketten der Pelly Mountains – ihr höchster Gipfel ist der Fox Mountain (2404 m) –, nördlich der Eliaskette die Samson Range an, deren höchster Gipfel der Klaza Mountain mit 1939 m ist. Zwischen diesen Gebirgszügen befinden sich die Entwässerungsgebiete des Teslin (393 km), des Pelly (530 km) und des Yukon Rivers (3120 km). Hinzu kommen zahlreiche kleinere Flüsse, wie der Klondike, an dessen Einmündung in den Yukon sich Dawson befindet, nach Whitehorse der größte Ort des Territoriums mit etwa 1300 Einwohnern. Von dort schließen sich nordwärts die Ogilvie Mountains an, deren höchste Gipfel Mount Frank Rae (2360 m), Yoke (2249 m), Tombstone Mountain (2196 m), Mount Monolith (2135 m) und Mount Patterson (2042 m) sind.

Nördlich dieser Kette befindet sich das Entwässerungsgebiet des Porcupine Rivers, der in den Ogilvie Mountains entspringt und in Alaska in den Yukon mündet. Am Fluss liegt der nördlichste Ort des Territoriums, Old Crow, und dort lebt der nördlichste Indianerstamm, die Vuntut Gwitchin. Nördlich des Porcupine wurde der Ivvavik-Nationalpark eingerichtet, der sich bis zum Arktischen Ozean erstreckt, östlich erstrecken sich die Richardson Mountains (1240 m) bis zur Ostgrenze Yukons.

Einige Gebirgsketten in British Columbia und in Yukon gehören zu dem um den Pazifik liegenden Feuerring. Das nördlichste der kanadischen Vulkanfelder, die zu diesem Ring gehören, ist das Fort Selkirk Volcanic Field, das beim namengebenden Fort Selkirk liegt. Insgesamt befinden sich rund einhundert Vulkanfelder im Territorium. Bekannte Vulkane sind der 1239 m hohe Volcano Mountain, der 2106 m hohe Ibex Mountain rund 30 km südwestlich von Whitehorse, aber auch der Bennett Lake Volcanic Complex, eine Caldera.

Der überwiegende Teil des Territoriums liegt im Entwässerungsgebiet des Yukon, der westwärts durch Alaska fließt und ins Beringmeer mündet. Hinzu kommen die Entwässerungsgebiete des Mackenzie und Alsek-Tatshenshini sowie zahlreicher kleinerer Flüsse, die in die Beaufortsee münden. Die beiden größten, in den Mackenzie mündenden Flüsse sind der Liard und der Peel; der Porcupine und der Klondike River münden in den Yukon.

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