An diesem Tag

York

Stadt im Vereinigten Königreich

Anúncio

York [jɔːk] ist eine Stadt im Norden von England am River Ouse nahe der Mündung des River Foss. York war bereits in der Römerzeit unter dem Namen Eboracum ein bedeutendes Zentrum und später die Residenzstadt der Grafschaft Yorkshire. Heute ist die City of York eine selbständige Verwaltungseinheit (Unitary Authority), die nur zu zeremoniellen Anlässen zur Grafschaft North Yorkshire gehört.

York liegt in einem flachen Tal, dem Vale of York. Es besteht aus fruchtbarem Ackerboden und grenzt im Westen an die Penninen, im Norden an die North York Moors sowie im Osten an die Yorkshire Wolds. Die Stadt befindet sich an der Mündung des Foss in die Ouse an der Endmoräne eines eiszeitlichen Gletschers.

Zur Zeit der Römer war die Umgebung der beiden Flüsse sehr sumpfig, wodurch die Stadt gut zu verteidigen war. York war früher stark hochwassergefährdet, besitzt jedoch mittlerweile ein weitläufiges Hochwasserschutzsystem. Das schlimmste Hochwasser seit 375 Jahren erlebte die Stadt im November 2000, als über 300 Häuser überflutet wurden.

York befindet sich etwa 40 km nordöstlich von Leeds, 55 km nördlich von Doncaster, 60 km nordwestlich von Hull, 65 km westlich der Nordseeküste und 75 km südlich von Middlesbrough.

In York herrscht ein gemäßigtes Klima mit vier ausgeprägten Jahreszeiten. Das Klima der Stadt und des Vale of York ist dabei wärmer und trockener als jenes der umliegenden Regionen. Aufgrund der Lage im Flachland treten in York im Winter und Frühling oft Nachtfröste, Nebel und kalte Winde auf. Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur liegt im Sommer bei 22 °C, manchmal kann es auch bis zu 30 °C heiß werden. Nachts liegt das Minimum bei 15 °C, teilweise kann es aber auch unter 10 °C kalt werden. Im Winter wird es am Tage durchschnittlich 7 °C mild, nachts sinkt die Temperatur oft in den Frostbereich. Schnee kann von Dezember bis April fallen, schmilzt in der Regel jedoch relativ schnell. Die nassesten Monate sind November, Dezember und Januar mit durchschnittlich 17 Tagen mit Niederschlag über 0,25 mm. Von Mai bis Juli scheint in der Gegend mit etwa sechs Stunden täglich am längsten die Sonne. Zwischen 1998 und 2006 wurden an der Wetterstation der Universität York mehrfach Extremwerte gemessen. Unter anderem trat mit 33 °C die höchste sowie mit −12,3 °C die tiefste jemals gemessene Temperatur auf. Der meiste Regen fiel mit 62,4 mm an nur einem Tag.

York wird auch die „Ewige Stadt“ genannt und ist berühmt für die historischen Gebäude. Schon zur Römerzeit spielte sie als Hauptstadt Nordbritanniens unter dem Namen Eboracum, ab 237 n. Chr. als Colonia Eboracensium eine bedeutende Rolle und war zeitweilig sogar Kaiserresidenz.

Herkunft und Geschichte des Namens „York“

Der Ort, an dem sich die Stadt heute befindet, wurde von den Römern Eboracum nach dem keltischen *Eborāko- genannt, was wahrscheinlich „Ort der Eibenbäume“ heißt. In den keltischen Sprachen wird die Stadt immer noch so bezeichnet: walisisch Efrog, schottisch-gälisch Eabhraig und irisch Eabhrac. Es gibt weder Quellen noch archäologische Funde, die auf eine vorrömische Siedlung an dieser Stelle hinweisen, dennoch ist eine keltische Vorbesiedlung wahrscheinlich. Nachdem die Angelsachsen um 400 n. Chr. die Gegend eroberten, wurde die Stadt in Eoforwic umbenannt. Die Elemente des Namens stehen für Eber (eofor) und Siedlung (wic). Die folgende Besiedlung des Landstrichs durch die Wikinger führte zu einer erneuten Umbenennung der Stadt in Jórvík. Nach der normannischen Invasion 1066 wurde dieser Name in York geändert.

Stadt und Staat New York in den USA wurden nach dem englischen York benannt. Dies geschah 1664 nach der Eroberung der bis dahin niederländischen Siedlung Nieuw Amsterdam durch britische Truppen zu Ehren des Oberbefehlshabers der Royal Navy, des damaligen Herzogs von York und späteren Königs Jakob II.

Eboracum wurde während der Regierungszeit des römischen Kaisers Vespasian im Jahre 71 n. Chr. gegründet. Zunächst war sie ein Militärfort der Legio VIIII Hispana unter dem Kommando des Petilius Cerialis. Das ursprüngliche hölzerne Lager wurde von Agricola im Jahre 81 n. Chr. erneuert, bevor es 107/108 endgültig aus Stein errichtet wurde. Für die Römer war York die wichtigste Militärbasis im Norden von Britannien und nach der Teilung des Landes im frühen dritten Jahrhundert nach Chr. die Hauptstadt von Nordbritannien (Britannia inferior).

Im 3./4. Jahrhundert residierten wiederholt römische Herrscher in York. Im Jahre 211 n. Chr. starb Kaiser Septimius Severus in der Stadt. Als Britannien im Jahre 296 n. Chr. durch Kaiser Diokletian weiter aufgeteilt wurde, blieb York das Verwaltungszentrum der Britannia secunda, nachdem es bereits einige Jahre zuvor zur Colonia unter dem Namen Colonia Eboracensium erhoben worden war.

Als der Vater von Konstantin dem Großen, der Kaiser Constantius Chlorus, in York im Jahre 306 n. Chr. starb, wurde Konstantin dort von seinen Truppen zum Kaiser ausgerufen.

Archäologische Ausgrabungen unterhalb des York Minster brachten Grundmauern des Hauptquartiers der römischen Legionärsfestung zutage. Diese Ausgrabungen sind der Öffentlichkeit zugänglich. Auf der Straße Deangate wurden eine römische Säule wiedererrichtet sowie eine moderne Statue von Constantin aufgestellt. Weitere Ausgrabungen in der Stadt entdeckten ein großes römisches Bad, das heute unter dem Roman Bath Pub in St. Sampson’s Square liegt. Neben der Lendal-Brücke wurden ein römischer Tempel sowie Reste einer römischen Brücke über den Ouse entdeckt.

Reste der spätrömischen Stadtmauern und eines Mauerturms sind zwischen Monk Bar und Merchant Taylor’s Hall sowie zwischen Museums Garden und der Central Library zu sehen. Außerhalb der Stadtmauern liegen mehrere römische Friedhöfe. Einen guten Überblick über die Funde gibt das Yorkshire Museum.

Nachrömische Zeit, Angelsachsen und Wikinger

Nachdem sich die römischen Truppen zu Beginn des 5. Jahrhunderts n. Chr. aus Britannien zurückgezogen hatten, wurde die Stadt die Hauptstadt des romano-britischen Königreichs Ebrauc (um 470 n. Chr.). Später wurde die Stadt unter den Angelsachsen Hauptstadt des Königreichs Deira und schließlich der Grafschaft Northumbria. Das Christentum wurde im 7. Jahrhundert durch Paulinus von York in die Gegend gebracht, begünstigt durch den Übertritt von König Edwin (616–633). Paulinus wurde der erste Bischof von York. Der Standort der ersten Kirche ist allerdings bis heute nicht gesichert. In der Folgezeit wurde York ein Zentrum der christlichen Lehre. Sein bekanntester Lehrer war Alcuin.

Im Jahre 866 n. Chr. wurde York durch das Große Heidnische Heer erobert. Im Jahre 876 siedelten sich die Skandinavier dann ständig in der Gegend an. Skandinavische Könige regierten die Gegend, die sie Königreich Jórvík nannten, etwa ein Jahrhundert lang bis zum Jahre 954. In diesem Jahr wurde der letzte skandinavische König Eric Blutaxt vertrieben, und sein Königreich verschmolz mit dem angelsächsischen Reich. Ein bekannter Gelehrter dieser Zeit war Bischof Wulfstan I. von York.

Grabungen an der Coppergate lieferten in den 1980er Jahren Informationen über das wikingerzeitliche Jórvík. Vier Grundstücke, die sich von der Straßenfront bis ans Ufer des Foss ausdehnten, wurden ausgegraben. Vom frühen 9. bis zum 11. Jahrhundert säumten Reihen rechteckiger Holzbauten, die Giebel der Straße zugewandt, die Coppergate. Die Lehmfußböden und Feuerstellen waren mit zurückgelassenem Abfall und Fertigprodukten bedeckt. Lederverarbeiter, Geweihkammhersteller, Drechsler und Metallschmiede hatten hier gearbeitet. In den Höfen der Läden lagen Abfallgruben, Latrinen, Gräben und kleine umzäunte Einfriedungen. In einem der Gebäude fand man die Überreste einer Münzprägeanstalt. Die gesamte Grabungsstelle hat man rekonstruiert und als Jórvík Viking Centre an ihrer ursprünglichen Position in den Untergeschossen der heutigen Geschäfte belassen.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
York | World in Stories