Der Verein für Rasenspiele Wormatia 08 Worms, kurz Wormatia Worms, ist ein Fußballverein aus Worms in Rheinland-Pfalz. Er spielte bis 1963 überwiegend erstklassig und gehörte 1974 zu den Gründungsmitgliedern der 2. Bundesliga. In der Saison 2026/27 spielt er in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Als erster deutscher Fußballverein lief Wormatia Worms 1967 mit Trikotwerbung auf.
Der Verein für Rasenspiele Wormatia 08 Worms wurde am 23. Mai 1908 in der Gaststätte Hopfenblüte als Sportclub Wormatia 08 gegründet. In den Süddeutschen Fußball-Verband aufgenommen wurde der Verein erst im Frühjahr 1909. Erste Spielstätte war die „Aul“, ein Acker hinter den Hallen der Lederfabrik von Cornelius Heyl. Nach dem Zusammenschluss mit dem FC Teutonia Worms am 23. April 1913 spielte der Club unter dem Namen FV Wormatia 08 in den Vereinsfarben Blau-Schwarz.
Nachdem die Firma Heyl die Räumung der Spielstätte „Aul“ angekündigt hatte, erfolgte am 16. Oktober 1922 in der Gaststätte „Zwölf Apostel“ die Fusion des FV Wormatia 08 mit dem abgestiegenen VfR 08 Worms zum VfR Wormatia 08. Der VfR 08 Worms selbst war erst im Juni 1919 aus einer Fusion der beiden Vereine FC Union 1908 und Viktoria 1912 entstanden und besaß einen eigenen Sportplatz am Schweißwerk, der die „Aul“ nun als Spielstätte ablöste. Die Vereinsfarben änderten sich zu Schwarz-Weiß bzw. 1929 zum bis heute gültigen Rot-Weiß.
1927/28 erbaute der Verein an der Alzeyer Straße das Wormatia-Stadion. Im Zuge der politisch angetriebenen Fusion mit dem Reichsbahn Turn- und Sportverein zum RTSV Wormatia 08 Worms am 17. Januar 1939 wurde die seit 1933 „Adolf-Hitler-Stadion“ genannte Spielstätte als Teil eines geplanten größeren Sportkomplexes umfangreich um- und ausgebaut.
Nach Kriegsende und formaler Neugründung spielte der Verein unter dem alten und bis heute gültigen Namen weiter.
Den ersten größeren Erfolg feierte Wormatia 1912 mit dem Gewinn der Mittelrheingaumeisterschaft der B-Klasse. In der anschließenden Westkreismeisterschaft chancenlos, gelang die Qualifikation für die A-Klasse jedoch nicht. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der FV Wormatia in die neu gegründete erstklassige Kreisliga eingeteilt, wo er nur hintere Ränge belegte. Mit einem 2:0 im Finale gegen den FV Biebrich 02 holte der Verein 1921 erstmals den Hessenpokal. Durch eine Änderung der Ligastruktur stieg Wormatia 1922 in die zweitklassige Befähigungsliga ab.
Der 1919 entstandene VfR 08 Worms spielte in der Saison 1921/22 zusammen mit Wormatia und der auch überregional deutlich erfolgreicheren Alemannia Worms in der Kreisliga. Durch die erwähnte Änderung der Ligastruktur stieg der VfR am Saisonende als Tabellenletzter doppelt ab in die nun drittklassige A-Klasse. Im Oktober 1922 schloss sich der Club dem FV Wormatia in der Befähigungsliga an und fusionierte zum VfR Wormatia 08.
1922 bis 1933: Nach der Fusion
Der fusionierte Verein wurde in der Saison 1922/23 sogleich Meister der Befähigungsliga, blieb durch die Einführung der Bezirksliga als höchste Spielklasse jedoch zweitklassig. Unter dem neuen Trainer Karl Willnecker gelang 1923/24 erneut die Meisterschaft in der nun Kreisliga genannten Spielklasse und zudem zum zweiten Mal der Gewinn des Hessenpokals durch ein 4:0 gegen den FSV Bad Kreuznach. In der Aufstiegsrunde setzte sich der VfR Wormatia gegen Mainz 05, SV Völklingen sowie Saar 05 Saarbrücken durch und stieg in die erstklassige Bezirksliga auf.
Spielertrainer Ludwig Philipp formte dort ab 1926 um den bald in ganz Süddeutschland bekannten Innensturm mit ihm selbst, Ludwig Müller und Nationalspieler Willi Winkler eine regionale Spitzenmannschaft. Diese wurde von 1928 bis 1931 vier Mal in Folge Hessenmeister und ließ 1932 sowie 1933 zwei Vizemeisterschaften folgen. Überregional blieb der VfR Wormatia zunächst aber erfolglos, bei der Süddeutschen Meisterschaft war Platz 6 im Jahr 1928 die beste Platzierung. Als Vizemeister beendeten die Wormser beide (dann zweigruppigen) Meisterrunden auf dem dritten Rang, was ebenfalls nicht für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft reichte.
1933 bis 1945: Gauliga Südwest
Auch in der 1933 eingeführten Gauliga Südwest gehörte die Wormatia bis Kriegsbeginn zur Spitzengruppe. 1936, 1937 und 1939 nahm sie als Südwestmeister mit den Nationalspielern Josef Fath und Jakob Eckert an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teil, verpasste aber jeweils das Halbfinale, im zweiten Anlauf nur aufgrund des schlechteren Torquotienten. Im neu eingeführten Tschammerpokal schied man 1936 erst im Halbfinale mit 1:5 gegen den VfB Leipzig aus.
Im Zuge der auch sportpolitisch forcierten Idee eines großen, allgemeinen Wormser Sportvereins nationalsozialistischer Prägung erfolgte im Sommer 1938 die Aufnahme von Alemannia Worms und am 17. Januar 1939 die Fusion mit dem RTSV Worms zum Reichsbahn Turn- und Sportverein Wormatia 08 Worms. Die Verbindung löste sich aber bereits während der Kriegsjahre auf. 1943 stieg Wormatia Worms aus der Gauliga ab, schaffte aber die sofortige Rückkehr, bevor der Punktspielbetrieb zur Saison 1944/45 kriegsbedingt eingestellt wurde.
1945 bis 1963: Oberliga Südwest
Wormatia Worms gehört zu den Gründungsmitgliedern der Oberliga Südwest und stellt mit Hans Mechnig auch deren Rekordspieler. In den ersten Jahren zählte der Verein meist zur Verfolgergruppe hinter dem übermächtigen 1. FC Kaiserslautern und wurde fünf Mal südwestdeutscher Vizemeister (1947, 1949, 1950, 1951, 1955). Dadurch qualifizierten sich die Wormser für die Meisterschaftsendrunden 1949 und 1955, spielten dort aber jeweils keine Rolle. 30.000 Zuschauer gegen Rot-Weiss Essen bei der Endrunde 1955 bedeuten einen bis heute gültigen Zuschauerrekord im Wormatia-Stadion. In den Folgejahren verlor Wormatia den Anschluss an die Tabellenspitze und qualifizierte sich daher nicht über die Zwölfjahreswertung für die 1963 eingeführte Fußball-Bundesliga.
Im 1952/53 erstmals ausgetragenen DFB-Pokal schaffte man es bis ins Halbfinale und scheiterte dort an Alemannia Aachen.
1963 bis 1974: Regionalliga Südwest
In der Regionalliga Südwest knüpfte Wormatia zunächst an vorherige Erfolge an. Dem dritten Platz 1963/64 folgte die Vizemeisterschaft 1964/65, die zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde in die Bundesliga berechtigte. Dort konnte sich die Wormatia zwar nicht durchsetzen, machte aber zumindest im letzten Spiel beim 1:1 auf dem Bökelberg dem späteren Aufsteiger Borussia Mönchengladbach das Leben schwer. In den folgenden Spielzeiten gerieten die Wormser auch aufgrund finanzieller Probleme mehrfach in den Abstiegskampf. Investitionen in die Mannschaft sorgten dann Anfang der siebziger Jahre für einen sportlichen Aufschwung, der zur erfolgreichen Qualifikation für die neue Zweite Bundesliga Süd führte.