Wolfgang Steguweit (* 30. Januar 1944 in Königsberg) ist ein deutscher Numismatiker.
Nach Abitur 1962 in Ludwigslust, Studium der Kunstgeschichte, Kunsterziehung, Germanistik und Pädagogik in Dresden war Steguweit zunächst vier Jahre als Lehrer tätig. Seit dem beruflichen Wechsel leitete er 1971 bis 1988 das Münzkabinett der Museen der Stadt Gotha. 1980 wurde er an der Universität Halle mit der Arbeit „Geschichte der Münzstätte Gotha in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts“ promoviert, die 1987 in erweiterter Fassung publiziert wurde. 1988 erfolgte der Wechsel an das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, zunächst als Direktor, von 1992 bis zu seiner Pensionierung 2009 als stellvertretender Direktor und Hauptkustos.
1991 gründete Steguweit die Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst, war bis 2001 und erneut von 2010 bis 2013 deren Vorsitzender und wurde 2013 zum Ehrenvorsitzenden gewählt. 2005 initiierte er zusammen mit der Gemeinde Kressbronn den Hilde-Broer-Preis, der bis heute von der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst und der Gemeinde Kressbronn vergeben wird.
Von 1992 bis 1998 war Steguweit Delegierter für Deutschland in der „Fédération internationale de la médaille d'art“ (FIDEM) und (Mit-)Organisator des XXVII. FIDEM-Kongresses im Jahre 2000 in Weimar. Von 1991 bis 2008 vertrat er das Land Berlin in der Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und war dort von 1994 bis 2004 zugleich Vorsitzender der auf Medaillenforschung konzentrierten Gitta-Kastner-Stiftung der Numismatischen Kommission. Von 2015 bis 2025 war er Mitglied des Kuratoriums der Kulturstiftung Gotha. Seit 2015 ist er Mitglied der Historischen Kommission für Thüringen.
Neben Arbeiten zur Münz- und Geldgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit erschienen zahlreiche Publikationen zur deutschen und europäischen Kunstmedaille sowie sammlungs- und wissenschaftsgeschichtliche Studien. 1992 begründete Steguweit die Schriftenreihe „Die Kunstmedaille der Gegenwart in Deutschland“, die 1996 in „Die Kunstmedaille in Deutschland“ umbenannt wurde. Von den bisher 30 erschienenen Bänden ist Steguweit bei 23 Bänden Autor, Herausgeber oder Mitherausgeber.
1994 Ehrenpreis der Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte
2015 Eligiuspreis der Deutschen Numismatischen Gesellschaft
2024 Bundesverdienstkreuz am Bande
Monographien zur Münz- und Geldgeschichte
mit Ute Werneburg: Die römischen Münzen des Münzkabinetts Gotha, Museen der Stadt Gotha, 1980.
Thüringische Brakteaten des Münzkabinetts Gotha, Museen der Stadt Gotha, 1981.
mit Heinz Hennrich: Alte Taler des Münzkabinetts Gotha, Museen der Stadt Gotha, 1983.
Geschichte der Münzstätte Gotha vom 12. bis zum 19. Jahrhundert, Verlag Böhlau, Weimar 1987. ISBN 978-3-7400-0050-9
mit Gerd Dethlefs, Ulrich Schäfer, Gisa Steguweit, u. a.: GeldKunst KunstGeld. Deutsche Gedenkmünzen seit 1949. Gestaltung und Gestalter. (= Die Kunstmedaille in Deutschland. Bd. 22). Deutsche Numismatische Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst, Münzkabinett Berlin, Verlag Fritz-Rudolf Künker. 2005. ISBN 3-9801644-7-0.
Monographien zur Medaillenkunde (Auswahl)
mit Eva Wipplinger: Vom Modell zum Guss. Medaillenkunst in der DDR, Museen der Stadt Gotha 1974.
mit Lore Börner: Die Sprache der Medaille. Wegleitung zur Ausstellung des Münzkabinetts, Staatliche Museen zu Berlin 1990.
mit Ingrid S. Weber: Aufbruch – Durchbruch. Zeitzeichen in der deutschen Medaillenkunst, Staatliche Münzsammlung München und Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin 1990.