Wolfgang Scheunert (* 19. August 1922 in Münster; † 4. Juli 2010 in Oberschleißheim) war ein deutscher Generalstabsarzt des Heeres der Bundeswehr.
Scheunert, Sohn eines Landesinspektors, trat nach dem Abitur an einem humanistischen Gymnasium am 20. Oktober 1940 als Sanitätsoffizier-Anwärter beim Infanterie-Ersatz-Bataillon 16 in Oldenburg in die Wehrmacht ein. In dem Verband diente er bis März 1941 und war anschließend bis Oktober 1941 als Maschinengewehr-Schütze und Gruppenführer im Infanterie-Regiment 16 bei Breslaw und Perekop in der Sowjetunion eingesetzt. Von Oktober bis Dezember 1941 war er Operations-Mannschafter in der Sanitäts-Kompanie 2/22 bei Sewastopol auf der Krim. Von Dezember 1941 bis Juli 1944 studierte er Humanmedizin an der Militärärztlichen Akademie in Berlin, der Universität Innsbruck und der Universität Straßburg. Am 1. Mai 1944 wurde er zum Feldunterarzt befördert und war von Juli 1944 bis März 1945 Hilfsarzt in der Sanitäts-Kompanie 2/235 und Truppenarzt in verschiedenen Truppenteilen der 189. Infanterie-Division an der Westfront. Von März 1945 bis Mai 1947 war er in Kriegsgefangenschaft der Vereinigten Staaten und Belgien.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Scheunert vom Sommersemester 1947 bis zum Wintersemester 1948/49 sein Studium der Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster fort. Am 4. August 1949 erfolgte die Approbation zum Arzt. Von 1949 bis April 1956 war er Assistenzarzt und Oberarzt einer inneren Abteilung im Kreiskrankenhaus Lengerich, wo er am 18. Juli 1955 Facharzt für innere Krankheiten wurde.
Am 1. Mai 1956 trat Scheunert als Stabsarzt in die Bundeswehr ein und war bis November 1956 in der Annahmeorganisation in Köln tätig. Von November 1956 bis Februar 1958 war er Truppenarzt des Panzerbataillons 2 in Bonn, später Hemer, von März bis Dezember 1958 Hörsaalleiter an der Sanitätstruppenschule der Bundeswehr in München, von Januar 1959 bis September 1962 Kompaniechef und stellvertretender Bataillonskommandeur im Sanitätslehrbataillon 10 in München, von Oktober 1962 bis März 1963 Lehrstabsoffizier an der Panzerabwehrschule in Munster, von April 1963 bis September 1965 Lehrstabsoffizier an der Heeresoffizierschule III in München und von Oktober 1965 bis September 1973 Leiter Lehrsanitätsbereich der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München, wo er am 15. Juli 1971 die Promotion zur Dr. med. erhielt. Danach war er von Oktober 1973 bis März 1974 Divisionsarzt der 2. Jägerdivision in Marburg und von April 1974 bis September 1977 Chefarzt des Bundeswehrkrankenhauses Gießen.
Im Oktober 1977 wurde Scheunert Generalarzt und Unterabteilungsleiter I in der Inspektion des Sanitäts- und Gesundheitswesens im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn. Im Oktober 1981 wurde er Generalstabsarzt sowie stellvertretender Inspekteur und Chef des Stabes des Sanitätsdienstes der Bundeswehr im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn. Mit Ablauf des September 1983 wurde er in den Ruhestand versetzt.
Scheunert war verheiratet, evangelisch und hatte drei Söhne.
1941: Eisernes Kreuz II. Klasse
1980: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1984: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Liste der Generale des Heeres der Bundeswehr
Eine Studie über den Wert von Vorsorgeuntersuchungen bei älteren Bundeswehrangehörigen unter besonderer Berücksichtigung des Herz- und Kreislaufsystems und des Stoffwechsels. München 1971, DNB 720356407 (Dissertation).
Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 444.
Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 1982/1983. Bernard & Graefe, Bonn 1982, ISBN 3-7637-5262-5, S. 137.