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Wolfgang Paul (Fußballspieler)

Deutscher Fußballspieler

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Wolfgang Paul (* 25. Januar 1940 in Olsberg; † 28. Juni 2026) war ein deutscher Fußballspieler. Der „Stopper“, sowohl Spitzname als auch Position, und Kapitän spielte in der Oberliga West und Fußball-Bundesliga von 1961 bis 1970 für Borussia Dortmund. Mit den Westfalen wurde er 1963 deutscher Meister, gewann 1965 den deutschen Vereinspokal und 1966 den Europapokal der Pokalsieger.

Wolfgang Paul lernte das Fußballspielen beim TuS Bigge 06. Als 17-Jähriger schloss er sich dem VfL Schwerte an, bis ihn der damalige Trainer Max Merkel aus der Verbandsliga Westfalen zu Borussia Dortmund holte. Merkel übernahm zur Saison 1961/62 aber München 1860 und sein Nachfolger wurde Hermann Eppenhoff. Paul absolvierte damals seinen Wehrdienst und spielte in der Westfalenauswahl. Der 1,86 Meter große Halbstürmer wurde beim BVB zum erfolgreichen Abwehrchef umfunktioniert. Er debütierte am ersten Oberligaspieltag, den 6. August 1961, bei einer 0:4-Auswärtsniederlage bei Westfalia Herne in der Oberliga West. Im Verlauf der Rückrunde eroberte er sich die Stopperposition bei Dortmund und war in 24 Ligaspielen (1 Tor) zum Einsatz gekommen. In seinem zweiten Oberligajahr, 1962/63, wurde Paul mit Borussia Dortmund hinter dem 1. FC Köln Vizemeister in der Oberliga West und setzte anschließend in der Endrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft in den Gruppenspielen gegen München 1860 (mit Trainer Max Merkel), Hamburger SV und Borussia Neunkirchen durch und zog in das Endspiel am 29. Juni 1963 in Stuttgart gegen den Westrivalen 1. FC Köln ein. Mit der Abwehrformation Bernhard Wessel (Tor), dem Verteidigerpaar Wilhelm Burgsmüller/Lothar Geisler und der Läuferreihe Dieter Kurrat, Paul und Helmut Bracht setzte sich Dortmund mit 3:1 gegen das favorisierte Team des 1. FC Köln durch und gewann die deutsche Meisterschaft.

Im Debütjahr der Bundesliga, 1963/64, brachte es Paul durch Verletzungen auf lediglich 13 Spiele und die BVB-Abwehr kassierte 57 Gegentreffer; zu viel um ernsthaft in den Kampf um die Meisterschaft eingreifen zu können. Er fehlte Dortmund auch im Halbfinale im April 1964 in den Spielen gegen Inter Mailand (2:2/0:2) im Europapokal der Landesmeister.

Seinen größten Auftritt hatte Paul in der Endphase des Europapokals der Pokalsieger 1965/66. Im Halbfinale gegen West Ham United sowie im Finale gegen den FC Liverpool rettete er dem BVB die 2:1-Führung über die Zeit. Pauls Leistung beim Halbfinalhinspiel am 5. April 1966 im Upton Park war herausragend. Nach Martin Peters Treffer zur 1:0-Führung in der 52. Minute „behielt Abwehrchef Paul als einziger die Übersicht und verhinderte weiteres Unheil.“ Auch beim 2:1-Finalerfolg n. V. gegen den FC Liverpool am 5. Mai im Hampden Park in Glasgow, legte die vorzügliche Defensivreihe um Kapitän Paul, die Grundlage. Im Buch von Schulze-Marmeling ist notiert, dass Paul im Finale gegen den FC Liverpool der berühmte „Turm in der Schlacht“ gewesen wäre und er dem BVB den knappen 2:1-Vorsprung gerettet hätte.

Als Vorstopper und Abwehrorganisator spielte er von 1961 bis 1970 für Borussia Dortmund. Er spielte 148-mal (sechs Tore) in der Fußball-Bundesliga und wurde mit der Borussia 1963 Deutscher Meister und 1965 DFB-Pokalsieger und 1966 Europapokalsieger der Pokalsieger. Von 1965 bis 1968 war Paul Kapitän der Mannschaft. Im Jahre 1966 wurde er zusammen mit der Mannschaft des BVB mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.

In der Saison 1969/70 absolvierte der langjährige Stopper seine letzten zehn Bundesligaspiele unter Trainer Hermann Lindemann für Dortmund. Mit dem 3:1-Auswärtserfolg am 21. März 1970 gegen den SV Werder Bremen verabschiedete er sich aus der Bundesliga. Vor Torhüter Jürgen Rynio hatte er dabei zusammen mit Ferdinand Heidkamp, Rudi Assauer und Gerd Peehs die Defensive gebildet.

Pauls Fußballspiel galt als hart, dennoch kassierte er beim BVB nie einen Platzverweis. Im Mai 1968 zog er sich in einem Bundesligamatch gegen den 1. FC Kaiserslautern (4:0), Teil des 33. Spieltages der Saison 1967/68, durch einen Zusammenprall mit Bernd Windhausen eine schwere Verletzung zu, von der er sich nie mehr richtig erholte. Jedoch gehörte der bisherige Mannschaftskapitän in der Bundesligarückrunde 1968/69 wieder zum Stammpersonal des BVB. In seiner finalen Erstligasaison, der Spielzeit 1969/70, wurde der frühere Stammspieler in zehn der 34 Partien der Dortmunder eingesetzt.

Im April 1966 wurde Paul erstmals von Bundestrainer Helmut Schön zur deutschen A-Nationalelf eingeladen und absolvierte sein Debüt in Bremen beim 1:0 gegen eine Budapester Stadtauswahl. 1966 nahm er mit dem Team des DFB an der WM in England teil und wurde, ohne Turniereinsatz, Vizeweltmeister.

Nach seinem Karriereende als Spieler wirkte er als Trainer beim örtlichen Fußballclub in seiner Heimat Bigge-Olsberg und beim SC Willingen. Er war Vorsitzender des Ältestenrats von Borussia Dortmund und seit 2024 Ehrenspielführer.

Wolfgang Paul war gelernter Uhrmachermeister und Goldschmied. Von 1971 bis 2019 betrieb er in Bigge ein Uhrengeschäft.

Paul hatte mit seiner Frau Almuth zwei Töchter. Am 30. April 1963 hatte Wolfgang Paul seine spätere Ehefrau Almuth bei einem „Tanz in den Mai“ im Tennisklub Schwerter Turnerschaft kennen gelernt, wo ihr Vater Erich Stellpflug Präsident war.

Paul starb am 28. Juni 2026 im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit.

Lorenz Knierim, Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Spielerlexikon 1890-1963. AGON Sportverlag, Kassel 2006, ISBN 3-89784-148-7, Seite 286/287.

Dietrich Schulze-Marmeling: Der Ruhm, der Traum und die Leidenschaft. Die Geschichte von Borussia Dortmund. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2011. ISBN 978-3-89533-810-6. Seite 482.

Christian Karn, Reinhard Rehberg: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Spielerlexikon 1963–1994. AGON Sportverlag, Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4, Seite 376.

Gregor Schnittker: Die Helden von '66. Erster deutscher Europapokalsieger Borussia Dortmund. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2016. ISBN 978-3-7307-0250-5.

Wolfgang Paul in der Datenbank von weltfussball.de

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