Wolf Durian (eigentlich Wolfgang Walter Bechtle, * 19. Oktober 1892 in Stuttgart; † 8. November 1969 in Berlin) war ein deutscher Journalist, Übersetzer und Jugendbuchautor.
Nach dem Abitur reiste Wolf Durian nach Amerika und arbeitete als Tellerwäscher, Holzfäller, Gärtner, Cowboy und Postreiter. Danach studierte er Germanistik und Zoologie. Anfang der 1920er Jahre war er Redakteur der populärwissenschaftlichen Zeitschrift Kosmos in Stuttgart, danach ab 1924 in Berlin Chefredakteur der Kinderzeitschrift Der heitere Fridolin, einer Halbmonatsschrift für „Sport, Spiel, Spaß und Abenteuer“, die von 1921 bis 1928 im Ullstein Verlag erschien.
Nach 1945 lebte Durian in Berlin-Weißensee und war Mitarbeiter der Täglichen Rundschau und der Berliner Zeitung, wo er im Feuilleton unter dem Pseudonym Fridolin schrieb.
Er verfasste zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden und die seine Liebe zur Natur, zu den Tieren und zu fremden Ländern zum Inhalt haben.
Sein wohl größter Erfolg war das 1926 erschienene Jugendbuch Kai aus der Kiste, das bis heute zahlreiche Auflagen erlebt hat. Zuvor war es 1924 als Fortsetzungsroman für die Zeitschrift Der heitere Fridolin erschienen. 1927 lehnte der Prüfungsausschuss der Jugendschriftenwarte das Buch wegen Darstellung des Amerikanismus ab. Unter der Naziherrschaft wurde es aus gleichem Grund (proamerikanisch) verboten.
Es wurde unter gleichem Titel verfilmt und erschien auch als Hörspiel.
Sein Sohn aus erster Ehe war der Schriftsteller und Naturfotograf Wolfgang Bechtle.
Seine Tochter Sibylle Durian ist Jugendbuch- und Drehbuchautorin. Auch seine Enkelin Dana Bechtle-Bechtinger ist als Drehbuchautorin (Schloss Einstein) tätig.
Kai aus der Kiste. Schneider, Berlin/Leipzig/Wien 1926
Stabusch. Schneider, Leipzig und Wien 1928
Mein Ferienbuch. Schneider, Leipzig 1929
Die Hand durchs Fenster. Waldheim-Eberle, Wien und Berlin 1930
Auf, nach der Kokosinsel!. Union, Stuttgart 1934 (als Fortsetzungsroman erschienen 1930)
„Achtung! Großaufnahme!“ Ursula dreht einen Film. Ein lustiges Buch für Mädel. Anton, Leipzig 1935
Die lieben Tiere. Scherl, Berlin 1937
Infanterieregiment Grossdeutschland greift an. Die Geschichte eines Sieges. Scherl, Berlin 1942
Der kleine Gustav. Schmidt, Berlin 1948 (mit Zeichnungen von Albert Schäfer-Ast)
Der See im Glas. Ein Aquariumbuch für Jung und Alt. Schmidt, Berlin 1951