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Wole Soyinka

Nigerianischer Schriftsteller (geb. 1934)

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Akinwande Oluwole Soyinka (* 13. Juli 1934 in Abeokuta, Nigeria) ist ein nigerianischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger (1986). In der Begründung für die Zuerkennung des Preises, der damit erstmals an einen Vertreter der afrikanischen Literatur ging, hieß es, er gestalte „in breiter kultureller Perspektive und mit poetischen Obertönen das Drama des menschlichen Seins“. Seit 1994 ist Soyinka Goodwill-Botschafter der UNESCO.

Wole Soyinka wurde 1934 im nigerianischen Abeokuta in eine Yoruba-Familie geboren. Sein Vater war Rektor einer Volksschule. Beide Elternteile waren gläubige Christen. Nach weiterführender Schulausbildung im Regierungscollege Ibadan studierte er von 1952 bis 1954 an der dortigen Universität sowie von 1954 bis 1957 an der University of Leeds (Großbritannien). Dort erhielt er einen Honours Degree in englischer Literatur. Soyinka arbeitete ab 1958 als Dramaturg und Schauspieler am Royal Court Theatre in London. Dort nahm er auch Einflüsse des Irish folk revival, der Bewegung um die Autoren des Abbey Theatre auf, bevor er nach Nigeria zurückkehrte, um afrikanisches Drama zu studieren. Er lehrte an den Universitäten von Lagos, Ibadan und Ife, wo er im Jahr 1975 Professor in Vergleichender Literaturwissenschaft wurde.

Bei der African writers Conference of English Expression im Juni 1962 in Kampala setzte sich Soyinka von der damals vielbeachteten Négritude-Bewegung ab, die er mit dem Wortspiel Négritude / Tigritude als bloßes Gerede verspottete: „The tiger does not proclaim its tigritude. It jumps.“ (Der Tiger proklamiert nicht seine Tigrigkeit. Er springt.) Die Négritude habe den Blick für die Realitäten verloren und sei selbstreferentiell.

Soyinka spielte eine aktive Rolle in Nigerias politischer Geschichte. Er war 1952 Mitbegründer der ersten studentischen Verbindung von Nigeria, die als National Association of Seadogs sowie als „Pyrates Confraternity“ bekannt wurde. Während des nigerianischen Bürgerkriegs (siehe Biafra-Krieg) versuchte Soyinka, die sich bekriegenden Parteien zu Friedensgesprächen zu bewegen. Deshalb ließ die nigerianische Bundesregierung unter General Yakubu Gowon ihn 1967 festnehmen und zu zwei Jahren Einzelhaft verurteilen. Während des Aufenthaltes im Gefängnis schrieb er Dichtungen, die er unter dem Namen Poems from Prison veröffentlichte. Er wurde 22 Monate später freigelassen, nachdem die internationale Aufmerksamkeit auf seine Gefangenschaft gelenkt worden war. Seine Erfahrungen im Gefängnis verarbeitete er in seinem Buch Der Mann ist tot: Gefängnisvermerke.

Soyinka ist ein unverblümter Kritiker vieler nigerianischer Regierungen und diverser Diktaturen weltweit, zum Beispiel des Mugabe-Regimes in Simbabwe. In zahlreichen Schriften bezieht er sich auf den „drückenden Stiefel und die Irrelevanz der Farbe des Fußes, der ihn trägt“. 1983 verfasste er mit Tunji Oyelana den Protestsong „Etike Revo Wetin“, der zum Hit wurde. Durch diesen Aktivismus hat er sich oft großem persönlichen Risiko ausgesetzt, etwa während der Herrschaftszeit des nigerianischen Diktators General Sani Abacha (1993 bis 1998). Während Abachas Diktatur ging Soyinka freiwillig ins Exil. Er lebte hauptsächlich in den USA, wo er Gastprofessuren an mehreren Universitäten innehatte. 1998 kehrte er nach Nigeria zurück, blieb aber weiterhin auch in den USA tätig. 2004 wurde er Inhaber eines Lehrstuhls für Vergleichende Literaturwissenschaften an der Emory University in Atlanta. Soyinka war Inhaber der Elias-Ghanem-Professur für Kreatives Schreiben an der englischen Abteilung der University of Nevada in Las Vegas und lehrt mittlerweile an der University of Johannesburg.

Im Jahr 2005 wurde er eine der Speerspitzen der PRONACO, eines Verbundes nigerianischer Organisationen, der sich die Ausarbeitung einer neuen Verfassung für Nigeria zum Ziel gesetzt hat.

2017 zerstörte Soyinka als Protest gegen den Amtsantritt Donald Trumps als Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika seine Green Card. Er bezeichnete dies als eine persönliche Entscheidung, zu der er niemanden anderen ermutigen wolle. Zu seinem 85. Geburtstag im Jahr 2019 schrieb Arno Widmann in der Frankfurter Rundschau, Wole Soyinka gehöre „bei aller Weisheit und Güte … doch auch zu den zornigen alten Männern.“

Auf Wole Soyinkas Hörspiel A Scourge of Hyacinths basiert die Oper Scourge of Hyacinths der kubanischen Komponistin Tania León, die sie 1994 in Teilen schrieb und 1999 fertigstellte.

Kein deutsches Theater nahm jemals eines der Schauspiele von Wole Soyinka in seinen Spielplan auf.

1965 The interpreters. Deutsch: Die Ausleger, Freiburg 1983, Neuauflage: Ammann Verlag, Zürich 2002, ISBN 3-250-30006-3

1973 Season of anomy. Deutsch: Zeit der Gesetzlosigkeit, Verlag Volk und Welt, Berlin 1977, Neuauflage Ullstein Verlag, Berlin 1986, und als Die Plage der tollwütigen Hunde Walter-Verlag, Olten 1979, ISBN 3-548-20811-8

1981 Aké. Deutsch 1986, Ammann Verlag Zürich, 1987, Reclam (Leipzig) und 1989 Fischer Taschenbuch; teils mit Titel-Ergänzung oder Untertitel: [die] Jahre der Kindheit

1989 Isarà. Deutsch 1994, Amman Verlag Zürich, und 1996 Fischer Taschenbuch

2021 Chronicles From the Land of the Happiest People on Earth. Deutsch: Die glücklichsten Menschen der Welt. Roman. Übers. Inge Uffelmann. Blessing, München 2022, ISBN 978-3-89667-728-0.

1972 A shuttle in the crypt, London, Rex Collings/Metheun

1972 Ogun Abibiman Gedichtzyklus, London, Rex Collings, Deutsch: mit Zeichnungen von Thomas Rug, Verlag Thomas Reche, Neumarkt 2006, ISBN 978-3-929566-71-0

1967 Idanre, and other poems, London, Methuen

1969 Poems from Prison, London, Rex Collings

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