An diesem Tag

Wladimir Lindenberg

Russischstämmiger Arzt

Anúncio

Wladimir Lindenberg (* 16. Mai 1902 in Moskau; † 18. März 1997 in Berlin-Schulzendorf) war ein russisch-deutscher Neurologe, Psychiater und Schriftsteller.

Lindenbergs Mutter war Jadwiga, geborene Studenska, sein Vater Alexander Tschelistschew aus russischem adligen Geschlecht. Als zweiter Ehemann seiner Mutter war der deutsche Industrielle Karl Lindenberg sein Stiefvater. Er studierte zunächst Malerei bei Miginadian und David Burljuk. Nach der Russischen Revolution musste Wladimir Lindenberg wegen seiner adligen Herkunft seine Heimat verlassen.

Zu Beginn seines Medizinstudiums an der Universität Bonn schloss er sich 1921 der Bündischen Jugend, dem Nerother Wandervogel, an. In Bonn studierte er bis 1926 Medizin und Psychologie. Nach der Promotion 1928 fuhr Lindenberg ab 1930 als Schiffsarzt nach Afrika und Südamerika. Als Neurologe und Psychiater wurde er Assistent von Walther Poppelreuter.

1936 wurde Lindenberg von der Gestapo verhaftet und nach seiner Verurteilung ins Strafgefangenenlager Neusustrum gebracht. Nach seiner Entlassung im Jahr 1941 zog er nach Berlin, wo er die Leitung des Forschungslabors einer pharmazeutischen Firma in Berlin-Waidmannslust übernahm. Die Luftangriffe auf Berlin ließen ihn 1944 – gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Bildhauerin Dolina „Dolly“ Gräfin von Roedern, geborene Croissant-Uhde (1887–1966) – von Berlin-Wilmersdorf nach Berlin-Schulzendorf flüchten. 1946/47 übte er seine ärztliche Tätigkeit kurze Zeit in einem Behelfskrankenhaus in Berlin-Heiligensee aus. Von 1947 bis 1959 war er im Evangelischen Waldkrankenhaus Berlin-Spandau Chefarzt in der Spezialabteilung für Hirnverletzte. Zwischen 1954 und 1977 gehörte Lindenberg dem Kuratorium der Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin an.

Im Jahr 1945 stellte er zusammen mit Jürgen Eggert und Heinz Trökes in der Galerie Gerd Rosen, Berlin, aus. 1947 begann er mit seiner vielfältigen schriftstellerischen Arbeit. Über Jahrzehnte hielt er sehr gut besuchte Vorträge, vor allem in der Westberliner Urania. 1959 eröffnete er in seinem Holzhaus in Berlin-Schulzendorf eine Facharztpraxis für Neurologie und Psychiatrie, in der er fast bis zu seinem Tode 1997 praktizierte.

Lindenberg war orthodox und gehörte zeitweilig zum Kreis der Sprecher der ARD-Sendung Das Wort zum Sonntag.

1966: Poppelreuter-Medaille (Bund der hirnverletzten Kriegs- und Arbeitsopfer)

1982: Bundesverdienstkreuz Erster Klasse

Tragik und Triumph großer Ärzte. 1948.

Ärztliche und soziale Betreuung des Hirnverletzten. 1948.

Der Hirnverletzte. Wegweiser für sein Leben. 1950.

So sieht es der Patient. 1954.

Praktikum der Menschenkenntnis für Polizeibeamten. 156.

Die Menschheit betet. Praktiken der Meditation in der Welt. Ernst Reinhardt, München 1956, ISBN 3-497-00434-0

Training der positiven Lebenskräfte. Lebensweiser Verlag, Büdingen-Geltenbach 1957

Neuauflage: Möllmann, Borchen 2004, ISBN 3-89979-029-4

Gespräche am Krankenbett. Ernst Reinhardt, München 1959; 5. Auflage 1995, ISBN 3-497-01309-9

Mysterium der Begegnung. Ernst Reinhardt, München 1959; 5. Auflage 1999, ISBN 3-497-01490-7

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Wladimir Lindenberg | World in Stories