An diesem Tag

Winfield Scott

US-amerikanischer Militär und Oberbefehlshaber

Anúncio

Winfield Scott (* 13. Juni 1786 in Laurel Branch bei Petersburg, Dinwiddie County, Virginia; † 29. Mai 1866 in West Point, Orange County, New York) war ein US-amerikanischer General, Diplomat und Politiker. Er führte die US-Streitkräfte im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg (1846–1848) und trat erfolglos in der Präsidentschaftswahl 1852 an, in der er als Kandidat der Whigs seinem demokratischen Gegner Franklin Pierce unterlag.

Die Vorfahren von Scott stammen aus Schottland. Scotts Großvater, James Scott (1720–1760), wurde in den schottischen Lowlands im Grenzgebiet zu England in der Nähe von Abbotsford in der Grafschaft Roxburghshire geboren. Er war Angehöriger des schottischen Clan der Scott von Buccleuch, der seine Wurzeln bis 1120 auf einen Uchtredus filius Scoti zurückführen kann. James Scott war Jakobiter, also Anhänger des 1688 in der Glorious Revolution gestürzten katholischen Königs James (Jakob) II./VII. von England und Irland sowie Schottland aus dem Haus Stuart. Während des Zweiten Jakobitenaufstandes von 1745/46 kämpfte James Scott als Reiter in der kleinen Schwadron Kavallerie der Lowland-Clans dann auch auf der Seite der Jakobiten unter Charles Edward Stuart. Dieser erlitt jedoch in der Schlacht bei Culloden 1746 eine vernichtende Niederlage gegen die britischen Truppen.

Der 26-jährige James Scott floh daraufhin nach Nordamerika in die britischen Neuenglandkolonien nach Jamestown, Virginia. Er ließ sich in der Nähe von Petersburg nieder, studierte dort noch zusätzlich britisches Recht (Common Law) und praktizierte als Rechtsanwalt. 1746 heiratete er Sarah Elizabeth Pegram aus einer einflussreichen virginischen Familie, mit der er insgesamt sechs Kinder hatte, darunter als zweitältesten Sohn, William Scott, den Vater von Scott.

William Scott (1747–1791) wurde erfolgreicher Farmer und baute im Dinwiddie County, 14 Meilen südwestlich von Petersburg, die Plantage Laurel Branch auf, die er nach und nach zum Familienanwesen ausbaute. Bereits 1767 hatte er Ann Mason (1751–1803) geheiratet, Tochter von Daniel Mason und Elizabeth Winfield, deren Familien die angesehensten und wohlhabendsten von Virginia und des gesamten Dinwiddie County waren. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges von 1776 bis 1783 kämpfte William Scott zuletzt als Hauptmann in der Kontinentalarmee im Krieg gegen das Vereinigte Königreich.

Scott wurde 1786 auf der Plantage seiner Eltern Laurel Branch als jüngstes von acht Kindern geboren. Er wurde nach dem Bruder seiner Mutter, seinem wohlhabenden Onkel Winfield Mason Scott benannt. Seine sieben älteren Geschwister waren Elizabeth (1767–1838), Mary (1772–1838), Elisha (1774–?), Ann (1775–1872), James (1777–1840/42), Rebecca (1780–1850) und Martha (1783–?). Später heirateten sowohl sein Bruder James, der als ältester Sohn die Plantage seiner Eltern übernahm, und seine Schwester Rebecca in die virginische Familie Pegram ein.

Nach dem Tod seiner Eltern war der 17-jährige Scott weitgehend auf sich selbst gestellt.

Scott heiratete 1817 Maria DeHart Mayo (1789–1862) aus Richmond (Virginia), die aus einer der angesehensten und wohlhabendsten Familien Virginias stammte. Sie war die Tochter von Abigail DeHart (1761–1845) und Colonel John Mayo (1760–1818). Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor – fünf Mädchen und zwei Jungen; vier starben im Kindesalter:

Tochter Cornelia (1825–1885) war mit Colonel Henry Lee Scott (1814–1886), langjähriger Adjutant von General Scott verheiratet. Aus der Ehe ging der gleichnamige Winfield Scott hervor.

Tochter Adeline Camilla (1831–1882) heiratete Gould Hoyt (1822–1883), einen wohlhabenden Kaufmann aus New York City. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor.

Tochter Marcella (1834–1909) heiratete Charles Carroll McTavish (1818–1868) aus einer katholischen Familiendynastie in Maryland. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor.

Scotts Bruder James Scott (1777–1840/42) kämpfte im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812 im Rang eines Lieutenant Colonel in der Miliz von Virginia und befehligte das 83rd Infantry Regiment, welches die Atlantikküste im Abschnitt Norfolk (Virginia) vor Anlandungsversuchen britischer Truppen verteidigte.

Über die Erziehung und schulische Bildung von Scott ist nur wenig bekannt. Er besuchte oft den Nachbarn James Greenway, einen Physiker, aus dessen umfangreicher Bibliothek er sich oft Bücher auslieh. Scotts eigentliche schulische Bildung war nur sehr sporadisch. 1798/99 war er für knapp zwei Jahre auf der Internatsschule des Quäkers James Hargrave in Williamsburg (Virginia). 1804 besuchte er für ein Jahr die Akademie des Schotten James Ogilvie in Richmond (Virginia).

1805 schrieb sich Scott in das renommierte College of William & Mary in Williamsburg (Virginia) ein, die nach der Harvard University in Cambridge (Massachusetts) zweitälteste höhere Bildungseinrichtung der USA. In dem von Bischof James Madison, einem Cousin des gleichnamigen späteren US-Präsidenten James Madison geleiteten College, studierte er Chemie, Natur- und Experimentalphilosophie sowie Rechtswissenschaften (Common Law). Da er schnell Interesse an Jura fand und der Berufswahl seines Großvaters James Scott folgen wollte, wählte er zusätzlich noch Zivilrecht und Internationales Recht als Studienfächer. In diesem Zusammenhang hörte er auch erstmals Vorlesungen, Vorträge, Reden und Diskussionen seines Juraprofessors Henry St. George Tucker über die „besondere Institution“ („The Peculiar Institution“) der Sklaverei in den Vereinigten Staaten und die juristischen Möglichkeiten einer eventuell schrittweisen Emanzipation der afroamerikanischen Sklaven in die US-amerikanische Gesellschaft, was Einfluss auf seine späteren politischen Ansichten und politische Karriere hatte. Darüber hinaus begann er sich bewusst für Religion und insbesondere für die Episkopalkirche zu interessieren und begeisterte sich auch für die Politik der USA und dem politischen Programm der Anti-Föderalisten die sich in der Demokratisch-Republikanischen Partei unter US-Präsident Thomas Jefferson zusammengefunden hatten.

Weiterhin verbrachte er aber auch sehr viel Zeit mit dem Lesen, beispielsweise der Werke von Philosophen und Historikern wie Adam Smith, John Locke, Thomas Hobbes, Edward Gibbon und David Hume, Veröffentlichungen von Essayisten und Dichtern wie William Shakespeare, John Milton, Joseph Addison und John Dryden sowie Büchern von Schriftstellern und Romanautoren wie Henry Fielding, Oliver Goldsmith, Washington Irving, James Fenimore Cooper und Sir Walter Scott, mit dem er über seinen Großvater James Scott und dem schottischen Clan Scott sogar weitläufig verwandt war. Darüber hinaus interessierte er sich sehr für Feldherren wie Caesar oder Scipio Africanus und beschäftigte sich mit deren Leben sowie deren politischem und militärischem Wirken. Überdies perfektionierte er seine Lesekenntnisse französischsprachiger Texte, sodass er diese ohne Probleme lesen und auch verstehen konnte, jedoch nur wenig flüssig und mit deutlichem Akzent Französisch sprach.

Nachdem Scott 1806 das College verlassen hatte, trat er in die Kanzlei des Rechtsanwalts David Robertson in Petersburg ein, wo er sein Studium der Rechtswissenschaften beendete. Scott verfolgte 1807 auch die Gerichtsverhandlung gegen den ehemaligen US-Vizepräsidenten Aaron Burr wegen Hochverrats und Verschwörung, bei dem auch der Brigadier General James Wilkinson als Zeuge vernommen wurde; Scott lernte ihn wenige Jahre später kennen.

Dienst in der Miliz, Eintritt in die U.S. Army

Anfang Juli 1807 trat Scott für kurze Zeit als Korporal der Kavallerie in die Miliz von Virginia ein. 1808 wurde er als Hauptmann der Artillerie in die US Army übernommen. Fast zwei Meter groß, war er physisch beeindruckend. Dazu kam eine ausgeprägte Eitelkeit. Ein starker Wissensdurst, eine rasche Auffassungsgabe und ein großer Bildungshunger kennzeichnet ihn. Er lernte Griechisch, Latein, Rhetorik und Philosophie sowie militärische Taktik, las Werke europäischer Autoren über Strategie und hatte während seiner Feldzüge stets eine umfangreiche Bibliothek bei sich. Mit seinen fundierten militärtheoretischen Kenntnissen war er in der von Amateuren geprägten US Army seiner Zeit eine Ausnahmeerscheinung. Sein Geltungsdrang brachte ihn jedoch auch in erhebliche Schwierigkeiten. Wegen eines Streits mit seinem Vorgesetzten James Wilkinson, den er öffentlich kritisiert hatte, wurde er für ein Jahr degradiert. In späterer Zeit wurde er auch oft für seinen Umgang mit öffentlichen Geldern kritisiert, jedoch nie mit größeren Auswirkungen auf seine Karriere.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Winfield Scott | World in Stories