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Willy Wobst

Deutscher Forstmeister und Autor

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Willy Wobst, geboren als Rudolph Willy Wobst (* 10. Oktober 1897 in Mahlitzsch (heute Ortsteil von Roßwein), Landkreis Mittelsachsen; † 9. Mai 1978 in Bad Gandersheim) war ein deutscher Forstmeister, Beamter und Autor. Von 1954 bis 1971 war er Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW).

Willy Wobst wurde als zweiter von vier Söhnen des Revierförsters Richard Wobst und seiner Ehefrau Laura, geb. Lindner, geboren. Auf die Volksschule 1904 in Niederstriegis folgten ab 1908 Bürgerschule und Königliches Realgymnasium in Döbeln. Nach dem Notabitur nahm er ab 1. Juni 1916 als Kriegsfreiwilliger am Ersten Weltkrieg teil, an dessen Ende er als Leutnant entlassen wurde.

Das Studium der Forstwissenschaft an der Forstlichen Hochschule Tharandt/Technische Hochschule Dresden schloss er 1922 mit dem Diplomexamen ab. Nach erfolgreichem Staatsexamen 1924 und Ernennung zum Forstassessor tat Wobst Dienst im Sächsischen Forsteinrichtungsamt Dresden.

Im Jahr 1925 heiratete er Helene Müller. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor.

Seine Tätigkeit als Forsteinrichter wurde zunehmend mit wissenschaftlich begleiteter Standorterkundung und bodenkundlichen Untersuchungen verknüpft. Daraus resultierte 1932 seine Promotion zum Dr.-Ing. bei Gustav Adolf Krauß (Thema: Standortuntersuchungen im Rahmen der Forsteinrichtung).

In diese Zeit fielen auch die Ernennung zum Oberförster und Beamten auf Lebenszeit.

Beruflicher Werdegang und Ziele

Beginn in der Forsteinrichtung in Sachsen

Nach seiner akademischen Ausbildung lernte Wobst bis 1931 als Forsteinrichter, engagierter Bodenkundler und Standortserkunder das ganze Spektrum sächsischer Wälder kennen. Dabei wuchsen erste Zweifel an der Art ihrer Bewirtschaftung.

Prägend dafür waren der Anbau von Reinbeständen, besonders von Nadelbäumen, Kahlschläge und die damit verbundenen hohen Risiken von Windwurf, Schneebruch und Insektenkalamitäten. Die enge Zusammenarbeit mit Gustav Adolf Krauß in der noch jungen forstlichen Standortlehre und Bodenkunde, sowie Studienreisen in ausgesuchte deutsche und österreichische Waldgebiete mit entsprechenden fachlichen Anregungen, nährten diese Zweifel weiter.

Leitung des Forstamtes Hinterhermsdorf (Sächsische Schweiz)

Im Herbst 1931 wurde Wobst das Forstamt Hinterhermsdorf im Elbsandsteingebirge (Sächsische Schweiz) übertragen. Nun konnte Wobst erstmals seine Vorstellungen von einer naturgemäßen Waldwirtschaft als nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Forstwirtschaft in der Praxis erproben.

Die inhaltlichen Ziele des naturgemäßen Ansatzes waren vor allem: keine weiteren Kahlschläge, vermehrte natürliche Verjüngung und deren Ergänzung mit Laub- und anderen Mischbaumarten, Zaunbau zum Schutz von Naturverjüngung und vor Verbiss- und Schälschäden durch anfangs weit überhöhte Rotwildbestände, Reduzierung des Rotwildes durch erhöhten Abschuss.

Mit den Kollegen Johannes Blanckmeister und Hermann Krutzsch entstand ein besonders intensiver Erfahrungsaustausch.

Die begonnene Arbeit entwickelte sich so aussichtsreich, dass 1937 der Forstbetrieb Hinterhermsdorf zusammen mit fünf anderen sächsischen Forstämtern zum Versuchsforstamt für „naturgemäße Waldwirtschaft“ erklärt wurde.

Diese Entwicklung wurde zweimal unterbrochen, einmal durch Wehrdienst von September 1939 bis Juni 1940 und erneut von Mai bis Oktober 1942, als Wobst vom Reichsforstamt als Leiter der Standortkartierung für ein großes Aufforstungsprogramm im Bezirk Oppeln (polnisch: Opole) abgeordnet wurde.

Während der letzten Abwesenheit erhöhte der NS-Gauleiter Martin Mutschmann, der in dem Forstamtsbereich regelmäßig die Jagd ausübte, den Druck auf Wobsts Mitarbeiter im Forstamt. Die Lage

Ebenso wurden drei weitere Kollegen, darunter Krutzsch, per Anruf aus dem Parteibüro angewiesen, binnen acht Tagen das Land Sachsen zu verlassen. Das Reichsforstamt war gegen solche Akte reiner Partei-Willkür machtlos und konnte nicht verhindern, dass durch die Eingriffe von Mutschmann die Ergebnisse langjähriger waldbaulicher Bemühungen in kürzester Zeit zunichtegemacht wurden.

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