Wilhelm „Willy“ Schröder (* 7. März 1912 in Magdeburg; † 28. September 1990 in Gersfeld (Rhön)) war ein deutscher Leichtathlet und Olympiateilnehmer, der in den 1930er Jahren als Diskuswerfer erfolgreich war.
Am 28. April 1935 stellte er in Magdeburg mit der Weite von 53,10 m einen Weltrekord auf. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin belegte er Platz fünf (44,79 – 47,22 – 45,01 – 47,39 – 47,81 – 47,93 m). Bei den Europameisterschaften 1938 in Paris gewann er die Goldmedaille (49,70 m). Schröder war 1936 und 1937 Deutscher Meister im Diskuswurf, 1938 erreichte er den dritten Platz. Er gehörte dem Sportverein Viktoria 96 Magdeburg an, später dem Polizei SV Berlin. Bei einer Größe von 1,84 m hatte er ein Wettkampfgewicht von 87 kg.
Schröder trat nach einer Malerlehre im Jahr 1931 in den Polizeidienst ein und arbeitete Ende des Jahrzehnts als Lehrer an einer Polizeisportschule. Nach dem deutschen Überfall auf Polen wurde er als Polizist im besetzten Polen eingesetzt. Wegen Alkoholkonsums und Schusswaffengebrauchs wurde er im Jahr 1940 aus SS und Schutzpolizei ausgeschlossen, später wegen Diebstahls und militärischen Ungehorsams zu vier Jahren Haft verurteilt, und Ende August im SS-Straflager Dachau inhaftiert.
In der Bundesrepublik wurde ihm im Jahr 1949 ein Bauernhof in der Rhön zugeteilt. Er wurde später mehrfach gerichtlich verurteilt, unter anderem wegen Beleidigung und Verleumdung.
Wilhelm Schröder in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)