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Willy Keller (Archivar)

Schweizer Historiker, Archivar und Kulturpolitiker

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Willy Keller, mit vollem Namen Wilhelm Emanuel Keller-Hitz (* 20. Februar 1911 in Frauenfeld; † 30. August 1990 in Schwyz), war ein Schweizer Historiker, Archivar und Kulturpolitiker.

Willy Keller wurde am 20. Februar 1911 in Frauenfeld als zweitältester Sohn einer Lehrerfamilie geboren. Er wuchs mit acht Geschwistern auf und erhielt eine umfassende Bildung.

1946 heiratete er Ella Hitz, mit der er drei Söhne bekam, von denen jedoch zwei bereits früh verstarben.

Von 1923 bis 1931 besuchte er das Gymnasium bei den Jesuiten an der Stella Matutina in Feldkirch, wo er nach einem Sonderstatut die eidgenössische Matura ablegte.

Ab dem Wintersemester 1931/32 studierte er Geschichte an der Universität Zürich bei den Professoren Meyer, Hans Nabholz und Ernst Gagliardi. Parallel belegte er bei Emil Ermatinger und Robert Faesi Vorlesungen in deutscher Literatur und bei Konrad Escher Kunstgeschichte.

Ordenszeit und berufliche Neuorientierung

Keller trat im Frühjahr 1932 in das Noviziat der Jesuiten in Tisis bei Feldkirch ein. Von 1933 bis 1936 studierte er scholastische Philosophie am Berchmanskolleg in Pullach bei München. Die 1925 von Augustin Bea gegründete Hochschule diente primär als Studienhaus für Mitglieder der Gesellschaft Jesu. Namenspatron der Einrichtung war der 1888 heiliggesprochene flämische Jesuit Jan Berchmans. 1936 schloss er das Studium mit dem Lizentiatsexamen ab.

Nach einer übertragenen Präfektur an der Stella Matutina (1936–1938) begann er ein Theologiestudium an der Universität Innsbruck. Bei seiner Ausweisung durch die Nationalsozialisten 1939 wechselte er an die Gregoriana in Rom; von 1939 bis 1944 leistete er insgesamt 700 Tage Aktivdienst als Artillerist am Gotthard. Nach intensivem innerem Ringen entschied sich Keller, nicht im Priesteramt zu bleiben. Er verliess den Orden und wählte den Laienstand, behielt aber zeitlebens die von den Jesuiten geprägte Religiosität und den Willen zur Gelehrsamkeit.

Im Sommer 1940 nahm Keller das Geschichtsstudium in Freiburg bei Oskar Vassella wieder auf; weitere Lehrer waren unter anderem Gustav Schnürer, Hans Foerster und Hugo Obermaier. In dieser Zeit trat er der katholischen Studentenverbindung Renaissance, die 1904 an der Universität Zürich gegründet worden war, bei.

1944 schloss Willy Keller sein mit dem Doktorat ab.

Nach seiner Promotion 1944 mit einer Dissertation über Die Benediktinerabtei Fischingen im Zeitalter der Glaubensspaltung und der katholischen Reform, 1500—1700 arbeitete er beim Staatsarchiv St. Gallen und war von 1946 bis 1949 Fachredaktor für Geschichte beim Schweizer Lexikon.

Der Regierungsrat wählte Keller am 22. November 1950 zum Staatsarchivar des Kantons Schwyz, als Nachfolger von Anton Castell (1897–1950). Er trat sein Amt am 1. Dezember an. Zusätzlich leitete er das Bundesbriefarchiv und die Kantonsbibliothek. Bis zur Verstärkung 1962 durch Josef Kessler († 1973) und 1971 durch Theophil Fritz Wiget verwaltete er diese bedeutenden Archive praktisch allein.

Von 1968 bis 1976 war Keller Mitglied der kantonalen Kommission für Heimatschutz und Denkmalpflege, die er von 1968 bis 1972 präsidierte.

Seine umfassenden Lateinkenntnisse ermöglichten ihm weitere wissenschaftliche Kooperationen, etwa mit dem Luzerner Staatsarchiv an der Edition von Visitationsprotokollen des luzernischen Klerus im 18. Jahrhundert.

Engagement in historischen Vereinigungen

Keller war Gründungsmitglied der Schwyzer Museumsgesellschaft und übernahm, als Nachfolger von Max Felchlin († 1970), deren Präsidium 1970.

Bei der Vereinigung Schweizer Archivare, der er 1951 beitrat, organisierte er 1952 die Jahrestagung in Schwyz, auf der er das Referat Aus der Geschichte des Schwyzer Staatsarchivs hielt. Von 1955 bis 1965 fungierte er als Kassenverwalter.

Seine bedeutendste Funktion war das Präsidium des Historischen Vereins des Kantons Schwyz, das er, als Nachfolger des Ständerats Dominik Auf der Maur (1896–1978) von 1959 bis 1977 innehatte. Er schrieb zahlreiche Artikel für die Vereinsmitteilungen, redigierte das Vereinsheft und verfasste die Vereinsgeschichte von 1877 bis 1977; er wurde 1977 zum Ehrenmitglied ernannt.

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