William Prout (* 15. Januar 1785 in Horton (Gloucestershire); † 9. April 1850 in London) war ein englischer Arzt und Physikochemiker. Er leistete einen wichtigen Beitrag zur Atomtheorie und entdeckte 1823 die Magensäure.
Prout war ein Sohn von John Prout (1745–1820) und dessen Frau Hannah Limbrick (* 1756).
Er verbrachte nach seinem Medizinstudium in Edinburgh sein Leben als praktizierender Arzt in London, beschäftigte sich aber viel mit chemischer Forschung. Er arbeitete an biochemischen Themen und führte viele Analysen von Sekreten lebender Organismen durch. Er glaubte, dass die Sekrete durch den Zerfall von Körpergewebe entstünden. 1823 entdeckte er, dass der Magensaft Salzsäure enthält, die durch Destillation isoliert werden kann. Er schlug 1827 vor, die Substanzen in Nahrungsmitteln in Kohlenhydrate, Fette und Proteine einzuteilen.
Prout ist vor allem wegen seiner Forschungen in physikalischer Chemie in Erinnerung geblieben. Im Jahr 1815 stellte er in On the relation between the specific gravities of bodies in their gaseous state and the weights of their atoms – ausgehend von den damals bekannten etwa 20 Atommassen – die Hypothese auf, dass die Atommasse eines jeden Elements ein ganzzahliges Vielfaches der Atommasse des Wasserstoffs sei (Proutsche Hypothese). Das Wasserstoff-Atom sei das einzig fundamentale Teilchen und die Atome der anderen Elemente seien aus verschiedenen Gruppierungen von Wasserstoff-Atomen zusammengesetzt. Die angenommene Ganzzahligkeit stand zwar schon seit 1803 mit den von John Dalton veröffentlichten Atommassen in Widerspruch und wurde auch von späteren genaueren Messungen der Atommassen widerlegt. Prouts Ansatz versprach jedoch einen so grundlegenden Einblick in die Struktur des Atoms, dass Ernest Rutherford 1920 dem ersten entdeckten Baustein der Atomkerne den Namen Proton (griech. proton „das Erste“) auch deshalb gab, um damit zugleich William Prout zu ehren.
Prout trug zur Verbesserung des Barometers bei. Die Royal Society in London übernahm seine Bauweise als Standard.
Am 11. März 1819 wurde Prout als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society gewählt, die ihm 1827 Jahr die Copley-Medaille verlieh.
An inquiry into the nature and treatment of gravel, calculus and other affections of the urinary organs. Baldwin, Cradock, and Joy, London 1821 (Digitalisat).
2. Auflage, Baldwin, Cradock, and Joy, London 1825 (Digitalisat).
3. Auflage: On the nature and treatment of stomach and urinary diseases: being an enquiry into the connexion of diabetes, calculus, and other affections of the kidney. John Churchill, London 1840 (Digitalisat).
4. Auflage, John Churchill, London 1843 (Digitalisat).
5. Auflage, John Churchill, London 1848 (Digitalisat).
Chemistry, meteorology and the function of digestion considered with reference to natural theology. William Pickering, London 1835 (Digitalisat) – Bridgewater Treatise Nr. 8.
Chemie, Meteorologie und verwandte Gegenstände, als Zeugnisse für die Herrlichkeit des Schöpfers (= Die Natur, ihre Wunder und Geheimnisse, oder die Bridgewater-Bücher Band 2). Paul Neff, Stuttgart 1836 (Digitalisat) – übersetzt von Gustav Plieninger (1808–1886).
[On injecting the blood-vessels]. In: The Medical and physical journal. Band 30, Nr. 174, 1813, S. 89–96 (Digitalisat).
Observations on the quantity of carbonic acid gas emitted from the lungs during respiration, at different times. and under different circumstances. In: Annals of philosophy, or, Magazine of chemistry, mineralogy, mechanics, natural history, agriculture, and the arts. Band 2, 1813, S. 328–343 (Digitalisat).
Some farther observations on the quantity of carbonic acid gas emitted from the lungs in respiration, at different times. and under different circumstances. In: Annals of philosophy, or, Magazine of chemistry, mineralogy, mechanics, natural history, agriculture, and the arts. Band 4, 1815, S. 331–337 (Digitalisat),
Analysis of the excrements of the Boa constrictor. In: Annals of philosophy, or, Magazine of chemistry, mineralogy, mechanics, natural history, agriculture, and the arts. Band 5, 1815, S. 413–417 (Digitalisat).
On the colouring matter, or ink, ejected by the cuttle fish. In: Annals of philosophy, or, Magazine of chemistry, mineralogy, mechanics, natural history, agriculture, and the arts. Band 5, 1815, S. 417–420 (Digitalisat).