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William Longespée, 3. Earl of Salisbury

Englischer Adliger

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William Longespée, 3. Earl of Salisbury (auch William I Longespée oder Lungespée) (* um 1167; † 7. März 1226 in Salisbury Castle) war ein englischer Magnat. Obwohl er nur ein unehelicher Sohn von König Heinrich II. war, stieg Longespée zu einem der führenden Politiker und mächtigsten Magnaten des Angevinischen Reiches auf. Dabei erwies er sich als fähiger Verwalter, Diplomat und Militär.

William Longespée war ein unehelicher Sohn von König Heinrich II. In der älteren Geschichtsforschung gilt Rosamund Clifford, die wohl berühmteste Mätresse des Vaters, als seine Mutter. Wahrscheinlicher aber war Ida de Tosny seine Mutter, die vermutlich eine Tochter des mächtigen Barons Roger III. de Tosny und dessen Frau Ida war. Ida de Tosny heiratete um Weihnachten 1181 Roger Bigod, 2. Earl of Norfolk. Die uneheliche Abstammung von Longespée war weit bekannt, er selbst verheimlichte sie nie, sondern verwies in seinen Schriftstücken offen auf „die Gräfin Ida, meine Mutter“. Wohl bei seiner Schwertleite erhielt er ein nach dem Wappen seines Großvaters Geoffrey Plantagenet, des Vaters von Heinrich II., gestaltetes Wappen. Warum er den Beinamen Longespée erhielt, ist nicht gesichert, möglicherweise war sie eine bewusste Anlehnung an Wilhelm Langschwert, Herzog der Normandie († 942) oder an den englischen König Wilhelm II., der auch gelegentlich Longespée genannt wurde.

Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt, nach eigenen Angaben wuchs er zeitweise mit dem späteren Justiciar Hubert de Burgh auf. 1188, als er vermutlich volljährig geworden war, übergab ihm sein Vater Appleby in Lincolnshire. 1196 verheiratete ihn sein Halbbruder König Richard Löwenherz mit Ela (Isabel), Countess of Salisbury, der kleinen Tochter und Erbin des im selben Jahr verstorbenen William of Salisbury, 2. Earl of Salisbury. Durch Iure uxoris wurde Longespée damit Earl of Salisbury. Das Earldom Salisbury war dabei nicht sonderlich groß und umfasste Besitzungen mit 56 Knight’s fees, dazu war er Verwalter des königlichen Salisbury Castle, das von den Königen erheblich ausgebaut wurde.

Aufstieg unter Richard Löwenherz und Johann Ohneland

Salisbury gehörte von 1196 bis 1198 zum engen Gefolge von Richard Löwenherz in der Normandie, wo er zweifellos militärische Erfahrungen in den Feldzügen gegen den französischen König Philipp II. gewann. Kurz vor dem klaren Sieg bei Gisors am 28. September 1198 war er im Gefolge Richards, doch ob er selbst an der Schlacht teilnahm, ist ungewiss. Daneben bezeugte er in Château Gaillard mehrfach Urkunden des Königs. Nach dem Tod von Richard nahm er am 27. Mai 1199 an der Krönung seines Halbbruders Johann Ohneland teil, zu dem er eine herzliche Beziehung hatte.

Salisbury gehörte von nun an zum Gefolge von Johann, der ihn mit Wein, einer jährlichen Pension und anderen Geschenken belohnte. Im Gegenzug lieh sich der König Geld bei ihm. Von 1199 bis 1202, von 1203 bis 1207 und von 1213 bis 1226 war Salisbury Sheriff von Wiltshire, doch der König verweigerte ihm die Bestätigung der Erblichkeit dieses Amtes, was Salisbury beanspruchte. Als Sheriff ließ er den geächteten Ritter Fulk Fitzwarin 1202 in Stanley Abbey belagern, doch anschließend setzte sich Salisbury bei seinem Bruder für eine Begnadigung des Geächteten ein. Daneben hatte Salisbury noch mehrere andere Ämter inne, darunter von 1212 bis 1213 Verwalter von Dover Castle sowie von Mai 1212 bis 1216 das des Sheriffs von Cambridgeshire und Huntingdonshire. Als der König 1208 befürchtete, dass der Papst über England das Interdikt verhängen würde, besetzte Salisbury die Besitzungen der Diözese Ely, dazu wurde er im August 1212 Überwacher des Verwalters des Erzbistums Canterbury. 1212 unterstützte der König seinen Anspruch auf die Baronie Trowbridge, die er 1213 erhielt, nachdem der König sie von ihren Vorbesitzer Henry de Bohun, 1. Earl of Hereford beschlagnahmt hatte.

Diplomat im Dienst von Johann Ohneland

König Johann schätzt die diplomatischen Fähigkeiten seines Halbbruders und betraute ihn mit einer Reihe von wichtigen Missionen. Anfang 1202 handelte er einen Vertrag zwischen Johann und König Sancho VII. von Navarra aus. Zusammen mit William Marshal, 1. Earl of Pembroke eskortierte Salisbury den walisischen Fürsten Llywelyn ab Iorwerth zum König nach Worcester. Im November 1205 gehörte er der Delegation an, die mit König Wilhelm I. von Schottland verhandelte und im November 1206 den schottischen König nach York geleitete, wo dieser König Johann traf. Im März 1209 war er der Führer einer englischen Delegation nach Deutschland, wo Johanns Neffe Otto schließlich zum Kaiser gekrönt wurde. Im Mai 1212 war er Gesandter in Flandern, wo er mit Graf Ferrand verhandelte.

Militär im Dienst von Johann Ohneland

Militärkommandant im Krieg gegen Frankreich

Noch wichtiger als seine diplomatischen Aufgaben waren jedoch seine Rolle als Militärkommandant. Während des Französisch-Englischen Kriegs beschattete er im August 1202 zusammen mit William Marshal und dem Earl of Surrey die französische Armee unter Philipp II., als sie nach Johanns Sieg bei Mirebeau die Belagerung von Arques abbrach. Dabei entkamen sie nur knapp einem französischen Gegenangriff unter Guillaume II. des Barres. 1203 erhielt Salisbury die wichtige Burg von Pontorson an der Grenze zur Bretagne zurück, die er zuvor gegen Besitzungen in England eingetauscht hatte. Da er zudem Verwalter der Burg von Avranches war, sollte er so Angriffe von der Bretagne auf die Normandie abwehren. Nachdem die Normandie 1204 von Frankreich erobert worden war, erhielt Salisbury im Mai 1204 das Kommando in der Gascogne. Im September 1204 wurde er Constable von Dover Castle und Warden of the Cinque Ports, was er bis Mai 1206 blieb. Im 1205 segelte er mit Verstärkungen nach La Rochelle. 1208 ernannte ihn der König zum Hüter der Welsh Marches, und 1210 nahm er am Feldzug des Königs nach Irland teil.

Mitte Mai 1213 hatte Salisbury zusammen mit anderen Magnaten geschworen, dass König Johann die Bedingungen des Papstes einhielt, um die durch das Interdikt über England geschädigten Bischöfe zu entschädigen, und er bezeugte mit die Huldigung von Johann vor dem päpstlichen Gesandten. Im Krieg gegen Frankreich soll er dann zusammen mit William Marshal zu einem Präventivschlag gegen den französischen König gedrängt haben, der eine Landung in England plante. Noch im Mai 1213 führte Salisbury dann zusammen mit Graf Wilhelm von Holland und Rainald von Boulogne eine Hilfstruppe, um Graf Ferrand von Flandern gegen den französischen König zu unterstützen. Dabei besiegten sie am 30. Mai in der Seeschlacht bei Damme eine französische Flotte. Angesichts der französischen Übermacht scheiterte zwar ein Vorstoß von Salisbury an Land, doch der entscheidende Seesieg verhinderte eine französische Invasion von England.

Englischer Kommandant in der Schlacht bei Bouvines

1214 war Salisbury als Marshal Kommandant der verbündeten Truppen, die für Graf Ferrand weite Teile von Flandern zurückeroberten. Am 27. Juli 1214 kommandierte er zusammen mit Graf Rainald von Boulogne den rechten Flügel der verbündeten Truppen in der Schlacht bei Bouvines. Die Schlacht endete in einem klaren Sieg der gegnerischen französischen Truppen, und Salisbury wurde von dem kriegerischen Bischof Philipp von Beauvais vom Pferd geschlagen und gefangen genommen. An der Niederlage gaben ihm die Chronisten jedoch keine Schuld, stattdessen loben sie seinen tapferen Kampf, mit dem er die Gefangennahme von Kaiser Otto verhindert hätte. Die Verhandlungen über Salisburys Freilassung dauerten bis Februar 1215, bis er schließlich gegen Robert, den ältesten Sohn des Grafen von Dreux ausgetauscht wurde.

Verhandlungen zum Abschluss der Magna Carta

Im Mai 1215 war Salisbury wieder in England. König Johann beauftragte ihn mit anderen, den Zustand der königlichen Burgen zu kontrollieren. Dies war ein Vorwand, um zu verhindern, dass sich die City of London der Adelsopposition gegen den König anschloss. Die City of London öffnete dennoch den Rebellen ihre Tore, und Salisbury ging nun mit einer Truppe flämischer Söldner gegen Rebellen in Devon vor. Dabei gelang es ihm, die Aufständischen zur Aufgabe von Exeter zu zwingen. Ob Salisbury bereits am 15. Juni zu Beginn der Verhandlungen zwischen dem König und der Adelsopposition in Runnymede zugegen war, ist ungewiss. Er wird jedoch als einer der Ratgeber des Königs genannt, die ihn zur Anerkennung der Magna Carta geraten haben. Nach der Anerkennung musste Salisbury auf die Honour of Trowbridge verzichten, die der König an Henry de Bohun zurückgeben musste, da sie unrechtmäßig eingezogen worden sei. Johann entschädigte Salisbury mit umfangreichen anderen Ländereien aus königlichem Besitz.

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