An diesem Tag

William Fitzherbert

Erzbischof von York

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William Fitzherbert (auch William of York oder deutsch Wilhelm von York) (* nach 1090; † 8. Juni 1154 in York) war ein anglonormannischer Geistlicher. Er war Erzbischof von York und wird von der katholischen Kirche als Heiliger verehrt. Sein Namenstag ist der 8. Juni. William hatte das Unglück, dass zum Zeitpunkt seiner Wahl die königliche Autorität in England durch den Thronfolgekrieg geschwächt war. Dazu hatte er einflussreiche Gegner im Kathedralkapitel von York, die von den Zisterziensern kräftige Unterstützung erhielten. Der Zisterzienserorden gewann damals rasch an Bedeutung und Ansehen und erreichte, dass ein dem Orden angehöriger Papst sogar William als geweihten Erzbischof von York absetzte. Zwar wurde William später noch einmal als Erzbischof eingesetzt, doch starb er kurz nach seiner Rückkehr nach York.

William Fitzherbert gilt als unehelicher Sohn von Herbert of Winchester und dessen Geliebter Emma. Sein Vater soll ein unehelicher Sohn von Graf Herbert II. von Maine gewesen sein, seine Mutter eine uneheliche Tochter von Graf Stephan II. von Blois. Damit wäre seine Mutter eine Halbschwester des späteren englischen Königs Stephan von Blois gewesen. Für diese traditionelle Behauptung gibt es aber keine Belege, und nach dem heutigen Stand der Forschung ist diese Abstammung zweifelhaft. William wurde wohl eher in den 1090er Jahren als jüngerer Sohn von Herbert of Winchester geboren. Seine Mutter entstammte nicht dem Haus Blois, sondern war wahrscheinlich eine Tochter von Hunger fitz Odin, der im Domesday Book von 1086 als Pächter in Broad Windsor in Dorset genannt wird. Ob sein Vater ein unehelicher Sohn von Herbert II. von Maine war, ist nicht nachzuweisen. Er war aber sicher ein Grundbesitzer aus Hampshire, der unter König Wilhelm Rufus als Kämmerer von Winchester und nach 1100 auch als Schatzmeister genannt wird, aber dennoch nur lokale Bedeutung hatte. Zwischen 1109 und 1112 wurden Herbert und dessen gleichnamiger Sohn Herbert als Vasallen von Erzbischof Thomas II. von York Besitzer von Londesborough, Towthorpe, Weaverthorpe, Helperthorpe, Luttons Ambo sowie weiterer Besitzungen in Yorkshire und in Gloucestershire. Herbert of Winchester wird nach 1111 nicht mehr eindeutig genannt, womöglich war er der H. the Chamberlain, der 1118 versuchte, König Heinrich I. zu töten und zur Strafe verstümmelt wurde.

William wurde spätestens 1114, also nur wenige Jahre, nachdem seine Familie Besitzungen in Yorkshire erworben hatte, Schatzmeister von York Minster. Mit diesem Amt war das Amt des Archidiakons des East Riding of Yorkshire verbunden. William übergab dem Kathedralkapitel die Rechte an der Kirche von Nether Wallop sowie die Kapelle von Grateley in Hampshire sowie die von Market Weighton in Yorkshire. Zusammen mit seinem Bruder Herbert übergab er mit Zustimmung von Erzbischof Thurstan die Kirche von Weaverthorpe dem Augustiner-Chorherrenstift Nostell Priory. 1121 bestätigte König Heinrich I. diese Schenkung. Vermutlich 1129 oder 1130 durfte William, wohl nach dem Tod seines Bruders Herbert sein Erbe antreten. Als Schatzmeister bestätigte er zahlreiche Urkunden von Erzbischof Thurstan. In einer zwischen 1136 und 1139 genannten Urkunde von König Stephan wird er als „königlicher Kaplan“ tituliert.

Nach dem Tod von Erzbischof Thurstan Anfang 1140 blieb das Erzbistum York zunächst vakant. Als ersten Kandidaten wählte das Kathedralkapitel Waldef († 1159), den Prior von Kirkham. Da dieser jedoch enge Verbindung zum verfeindeten Schottland hatte, wurde die Wahl nicht anerkannt. Anschließend fiel die Wahl auf Henri de Sully, einen Neffen von König Stephan und von Bischof Henry von Winchester. Henry wollte jedoch nicht auf sein Amt als Abt von Fécamp verzichten, so dass der Papst die Wahl annullierte. Nun schien William vielen als geeigneter Kandidat für das Amt des Erzbischofs. Er war dem Erzbistum York schon lange verbunden und hatte ein gutes Verhältnis zum König. Andererseits galt er als recht träger Sohn eines Adligen mit recht laschen Moralvorstellungen. Dennoch wurde er im Januar 1141 zum Erzbischof gewählt. William, Count of Aumale und Earl of York, ein Vertrauter des Königs, war bei der Wahl anwesend. Angeblich übermittelte er dem Kapitel die Anordnung des Königs, William zu wählen. Dennoch stimmten die Archidiakone, vor allem Osbert de Bayeux, ein Neffe des verstorbenen Thurstan, sowie Walter of London und der Präzentor gegen die Wahl Williams. Als Archidiakon Walter of London die Wahl für ungültig erklärte, wurde er von Earl William verhaftet und eingesperrt. Kurz bevor König Stephan während des Thronfolgekriegs, der sogenannten Anarchie, in Gefangenschaft geriet, bestätigte er am 2. Februar 1141 in Lincoln die Wahl von William.

Während es gegen die beiden ersten Kandidaten für die Wahl des Erzbischofs, Waldef und Henri de Sully, innerhalb des Kathedralkapitels keinen Widerstand gegeben hatte, stimmte nun eine einflussreiche Gruppe gegen die Wahl von William Fitzherbert. Neben anderen potentiellen Kandidaten, die William die Unterstützung verweigert hatten, hielten ihn mehrere Kanoniker schlicht für ungeeignet für das Amt. In ihrer Ablehnung wurden seine Gegner von den Augustinerchorherren in Yorkshire, aber vor allem von dem Zisterzienserorden, der erst vor kurzem erste Niederlassungen in Yorkshire errichtet hatte, unterstützt. Nach den Bestimmungen des Zweiten Laterankonzils von 1139 hatten die Mönche und Kanoniker von Diözesen bei der Besetzung von Bischofsämtern ein Mitspracherecht. Vor allem die Äbte der Zisterzienserabteien Rievaulx und Fountains sowie die Priore der Augustinerstifte Kirkham und Guisborough lehnten die Wahl Williams ab. Sie kritisierten die Einflussnahme des Königs, aber auch die mangelnde Keuschheit Williams und wandten sich an den päpstlichen Legaten Henry de Blois, dem Bischof von Winchester. Der Archidiakon Walter of London sowie Ailred († 1167), der spätere Abt von Rievaulx reisten sogar nach Rom und legten bei der Kurie Einspruch gegen die Wahl ein. Zusammen mit William, dem Präzentor, Abt William von Rievaulx, Abt Richard von Fountains, Prior Waldef von Kirkham und Prior Cuthbert von Guisborough protestierten sie am 7. März 1143 gegen die Wahl von William Fitzherbert, dem sie nun auch Simonie vorwarfen. Ihr Hauptargument war aber die Störung und Beeinflussung der Wahl durch den König.

Papst Innozenz II. beauftragte daraufhin die Bischöfe Henry de Blois von Winchester und Robert de Bethune von Hereford, über den Einspruch zu entscheiden. Er trug ihnen auf, dass William, der Dekan von York, beeiden sollte, ob die Bischofswahl dem kanonischen Recht entsprochen hatte und nicht vom König beeinflusst wurde. Sollte der Dekan diesen Eid leisten, konnte William Fitzherbert zum Bischof geweiht werden. Dazu sollte William selbst beeiden, dass die anderen gegen ihn erhobenen Vorwürfe nicht zutreffen würden. Im September 1143 hielt Bischof Henry de Blois in Winchester Gericht. Der Dekan von York war drei Monate zuvor zum Bischof von Durham gewählt worden und konnte deshalb an den Verhandlungen nicht teilnehmen. William Fitzherbert dagegen konnte sich rechtfertigen, und sein Eid, dass die Beschuldigungen nicht zutrafen, wurde von den Äbten der Klöster St Mary’s in York und von Whitby bestärkt. Daraufhin weihte Bischof Henry am 26. September 1143 William in Winchester zum Bischof.

Über Williams Arbeit als Erzbischof ist nur wenig bekannt. Er bestätigte die Privilegien, die sein Vorgänger Thurstan Beverley Minster gegeben hatte sowie eine Einigung zwischen Bridlington Priory und dem Kanoniker Serlo of York über einen Zehnten. Während einer Diözesansynode in York beschwerten sich die Mönche von Shrewsbury Abbey über ihre Kirche in Kirkham in Lancashire. In der Diözese Durham versuchte er zu vermitteln, nachdem William Cumin die Wahl von William de Ste. Barbe, dem früheren Dekan von York, angefochten hatte. Am 18. Oktober 1144 inthronisierte William Fitzherbert William de Ste. Barbe als neuen Bischof von Durham.

Konflikt mit den Zisterziensern und Absetzung Williams

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William Fitzherbert | World in Stories