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William Derham

Englischer Geistlicher und Naturphilosoph

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William Derham (* 26. November 1657 in Stoulton bei Worcester, Worcestershire; † 5. April 1735 in Upminster) war ein englischer Geistlicher, Naturphilosoph und Vertreter der Physikotheologie.

Derham besuchte die Grammar School in Blockley (Gloucestershire). Am 14. Mai 1675 wurde er als „servitor“ am Trinity College in Oxford zugelassen. Dort erwarb Derham am 28. Januar 1679 den Grad eines Bachelor of Arts (B.A.).

Ralph Bathurst, Präsident des Trinity College, empfahl Derham dem Bischof von Salisbury Seth Ward. Dieser wiederum empfahl ihn der Witwe Lady Catherine Grey of Werke (1634-um 1682) als Kaplan. Am 29. Mai 1681 wurde Derham von Henry Compton, dem Bischof von London zum Diakon ordiniert. Seth Ward weihte ihn am 9. Juli 1682 zum Priester. Im gleichen Monat wurde Derham von Richard Neville (1655–1717), dem Schwiegersohn von Lady Grey, das Benefiziat von Wargrave, Berkshire, präsentiert. Dort war er bis 1682 als Vikar tätig.

Derham beantragte am 17. Januar 1684 die Heiratserlaubnis für Isabella Darrell (getauft 1655) aus Kingsclere. Über diese Verbindung ist jedoch nichts Näheres bekannt.

Ab 1689 war Derham Rektor in Upminster. Dort lebte er im „High House“ das sich gegenüber der St Laurence’s Church befand.

Verwitwet heiratete Derham am 2. Juni 1699 Anna Scott (* um 1675) aus Chigwell. Das Paar hatte fünf Kinder: Anna (1700–1710), Elizabeth (1701–1780), William (1702–1757), Thomas (1704–1738) und Jane (1709–1735). Ihr Sohn William war ab 1748 Präsident des St John’s College in Oxford.

1711 und 1712 hielt Derham in der Londoner Kirche St Mary-le-Bow die Boyle-Vorlesung, die er 1713 als Physico-theology veröffentlichte.

1714, nach der Thronbesteigung von Georgs I., wurde Derham Kaplan des Prinzen von Wales (Georg II.) und 1716 Kapitular von Windsor Castle.

Die University of Oxford verlieh ihm am 26. Juni 1730 einen Abschluss als Doctor of Divinity (D.D., als Diplom).

1696 erschien sein Buch The artificial clock-maker, in dem er den Mechanismus eines Uhrwerks und die Berechnungen im Getriebe der Zahnräder so zu erklären versucht, dass ihn ein gewöhnlicher Arbeiter verstehen kann. Es enthielt außerdem eine kurze Geschichte der Uhrmacherkunst. Das Buch wurde ins Deutsche (Der kunstreiche Uhrmacher, 1708) und Französische (1731) übersetzt.

In den Philosophical Transactions der Royal Society wurden ab 1698 über 30 seiner Beiträge veröffentlicht. In seinem ersten Beitrag beschäftigte er sich mit einem tragbaren Quecksilberbarometer, mit dem er die Höhe des Londoner Monuments vermaß. Derham beschäftigte sich mit astronomische Beobachtungen. Seine 1700 begonnenen Jupiterbeobachtungen veröffentlichte er 1727. Derhams Aufzeichnungen der Sonnenflecken von 1703 bis 1711 fallen in die Zeit des „Maunder-Minimum“ (1645–1715) und sind noch heute von wissenschaftlichen Interesse. Er beschrieb die Mondfinsternis vom 12. Januar 1712. Derham interessierte sich für das Wetter und berichtete beispielsweise über den Großen Sturm von 1703. In seinem Artikel Experimenta observationes de soni motu von 1708 berichtete er über sein Verfahren zur Messung der Schallgeschwindigkeit. Sein erhaltener Wert bestätigte frühere Ergebnisse von John Flamsteed und Edmond Halley.

1713 veröffentlichte Derham sein Hauptwerk Physico-theology (13. Auflage, 1768). Es wurde ins Italienische (1719), Französische (1726) und Niederländische (1728), Deutsche (Physicotheologie oder Natur-Leitung zu Gott, 1730) und Schwedische (1736) übersetzt. Das Folgewerk Astro-theology (14. Auflage, 1777) erschien 1715. Es wurde ins Deutsche (Astrotheologie, oder himmliches Vergnügen in Gott, 1728), Niederländische (1728), Italienische (1728) und Französische (1729, 1760) übersetzt. In seiner Astro-theology erwähnte er als einer der ersten Beobachter das „Aschgraue Licht der Venus“.

Mit John Ray korrespondierte Derham über Insekten sowie Frösche und besuchte ihn mindestens ein Mal (1704). Vermittelt durch Hans Sloane, Tancred Robinson (um 1658–1748), Samuel Dale und William Pyke, dem Rektor von Black Notley, dem Wohnsitz von Ray, wurde Derham mit der Bearbeitung der Schriften des Naturforschers beauftragt. Ab 1713 gab er mehrere Werke Rays erstmals oder in Bearbeitung heraus und veröffentlichte Teile dessen Briefwechsels als Philosophical letters.

1724 gab Derham eine um umfangreiche Anmerkungen und eigene Beobachtungen vermehrte Ausgabe von Eleazar Albins A natural history of English insects (1720) heraus. Eine am 2. November 1729 in Bath gehaltene Predigt wurde im folgenden Jahr als Christo-theology veröffentlicht.

Am 3. Februar 1703 wurde Derham als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society gewählt.

The artificial clock-maker: a treatise of watch and clock-work, wherein the art of calculating numbers for most sorts of movements is explained to the capacity of the unlearned. Also the history of clock-work, both ancient and modern, with other useful matters never before published. London 1696 (Digitalisat).

Der kunstreiche Uhrmacher […]. In: Eberhard Welper: Neu-vermehrte Welperische Gnomonica […]. 3. Auflage, Weigel, Nürnberg 1708 (Digitalisat).

Traité d’horlogerie pour les montres et les pendules […]. Grégoire Dupuis, Paris 1731 (Digitalisat).

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