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William Clark Quantrill

Partisanen-Führer im amerikanischen Sezessionskrieg

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William Clark Quantrill (* 31. Juli 1837 in Canal Dover, Ohio; † 6. Juni 1865 in Louisville, Kentucky) war ein berüchtigter Partisanenführer im Sezessionskrieg.

Die frühen Lebensjahre Quantrills

Quantrill wurde als ältestes von acht Geschwistern in Canal Dover (heute: Dover), Ohio am 31. Juli 1837 geboren. Sein Vater war Thomas Quantrill, der aus Hagerstown, Maryland stammte. Seine Mutter, Caroline Cornelia Quantrill, geborene Clark, stammte aus Chambersburg, Pennsylvania. Die Eltern heirateten am 11. Oktober 1836. Sie siedelten noch im Dezember des gleichen Jahres nach Canal Dover über. Thomas Quantrill starb am 7. Dezember 1854, sehr wahrscheinlich an Tuberkulose. Zum Todeszeitpunkt stand er als Rektor der örtlichen Canal Dover Union School vor.

Erziehung und frühe politische Überzeugung

Über die ersten Jahre Quantrills in Canal Dover ist nur wenig bekannt. Als gesichert gilt, dass er in einer den Unionisten nahestehenden Familie aufwuchs und auch nach dem Tode des Vaters eine dementsprechende Erziehung der Mutter genoss. Seine ursprüngliche politische Überzeugung soll demnach gegen die Ausbreitung, aber keineswegs für ein Ende der Sklaverei gerichtet gewesen sein, was auch in seiner zeitweiligen Anhängerschaft der Free-Soil-Partei deutlich wird. Die Free-Soil-Party war eine kurzlebige und bald von den Republikanern absorbierte Splittergruppe der Demokratischen Partei, die im Wesentlichen in den Präsidentschaftswahlen von 1848 und 1852 in Erscheinung trat, allerdings ohne nennenswerte Erfolge.

Tätigkeiten bis zum Bürgerkrieg 1861

Bereits mit 16 begann Quantrill als Schullehrer zu arbeiten und verdiente überwiegend so seinen Lebensunterhalt, bis er 1858 dem US-Heer beitrat. Sein Dienst verschlug ihn zeitweilig nach Utah. Er diente überwiegend als Mannschaftsführer (Gruppenführer, Unteroffizier). Er quittierte allerdings den Dienst bald, um sich fortan als professioneller Glücksspieler zu versuchen. 1859 zog er nach Lawrence, Kansas, wo er wieder als Lehrer tätig wurde. Allerdings musste er die Stadt und den Staat bald verlassen, nachdem ihm Viehdiebstahl und Mord vorgeworfen worden waren. Er floh nach Missouri.

Quantrill’s Raiders im Bürgerkrieg

Bevor William Clark Quantrill als konsequenter Gegner jeder Obrigkeit 1861 die Guerillatruppe Quantrill’s Raiders gründete, deren Aktionen sich ursprünglich gegen die Abolitionisten richteten und die dabei besondere Brutalität und Rücksichtslosigkeit an den Tag legten, überlegte er sich bei Kriegsbeginn zunächst, ob er nicht als aus Maryland Stammender dem US-Heer oder der Missouri State Guard beitreten sollte. Seine ablehnende Haltung gegenüber den Disziplinvorstellungen des Heeres ließen ihn davon absehen. Stattdessen gründete er die Quantrill’s Raiders als irreguläre Einheit von zunächst nur etwa einem Dutzend Kämpfern, die später von der Regierung der Konföderierten Staaten von Amerika (Südstaaten) als offizielle Hilfstruppe des konföderierten Heeres anerkannt wurden. Quantrill wurde in den Rang eines Unteroffiziers befördert.

Zeitweilig setzten sich Quantrill’s Raiders auch mit den aus Kansas nach Missouri einfallenden Jayhawkern, einer für die Nordstaaten kämpfenden Guerilla-Einheit des Unionsheeres, auseinander. Quantrill und seine Gefolgsleute machten diese für den Einsturz eines Gefängnisses in Kansas City verantwortlich, in dem einige Familienmitglieder, Freunde und Sympathisanten der Quantrill’s Raiders gefangen gehalten worden waren. Der Einsturz, der nach Ansicht Quantrills absichtlich herbeigeführt worden war und fünf weibliche Gefangene das Leben kostete, führte zu einer Vergeltungsaktion. Bei diesem Angriff am 21. August 1863 brandschatzten und plünderten die Quantrill’s Raiders die Stadt Lawrence und töteten rund 200 Männer und Jungen. Dieses Massaker von Lawrence gilt als sein berüchtigtestes Verbrechen.

Dieser und andere brutale Überfälle auf Eisenbahnstrecken, Patrouillen, Kuriere und Siedlungen der Union verschafften Quantrill den Ruf, „The bloodiest man in American history“ zu sein. Immer wieder wurden Unionssoldaten gejagt, allerdings vergriff man sich auch an Zivilisten, die der Union nahestanden oder deren Unterstützung verdächtig waren.

Die Kommandeure der Unionstruppen erklärten Quantrill zum Gesetzlosen, obschon Quantrill als Hauptmann einer Gruppe Partisan Rangers geführt wurde und damit faktisch dem konföderierten Heer angehörte. Als die Unionstruppen anordneten, dass alle gefangen genommenen Guerilla-Kämpfer zu erschießen seien, entschied Quantrill im Gegenzug, ebenfalls Gefangene zu exekutieren. Bei seinen Gegnern erlangte er bald einige Bekanntheit als gefürchteter Rebellenführer, während ihn seine Gefolgsleute eher als einen geradlinigen Freigeist beschrieben und als Helden ansahen.

Während des Winteraufenthaltes in Texas zerfiel die Einheit infolge von Streitigkeiten, jedoch kämpften einige versprengte Gruppen noch einige Zeit weiter gegen die Truppen der Union, manche noch lange nach Kriegsende. Darunter befanden sich berühmte Outlaws wie Jesse James und Cole Younger. Wie viele andere hatten sie bei Quantrill ihre ersten Überfälle mitgemacht, zu denen auch im Guerillakrieg schon Eisenbahnüberfälle gehörten, auf die sie sich dann nach dem Krieg spezialisierten.

Einer dieser Gruppen schloss sich Quantrill im Herbst/Winter 1863 für einige Zeit an. Sie wurde vom als bösartig beschriebenen Leutnant William T. Anderson angeführt, der den Beinamen Bloody Bill trug. Ihre Wege trennten sich nach einigen Wochen.

William Clark Quantrill erlag am 6. Juni 1865 den schweren Verletzungen, die er vier Wochen zuvor am 10. Mai 1865 bei einer Schießerei mit einer Einheit der Nordstaaten erlitten hatte. Diese hatten Quantrill und einigen Dutzend verbliebenen Gefolgsleuten in einem Hinterhalt aufgelauert, nachdem Quantrill und seine Bande zuvor einige Überfälle in Kentucky begangen hatten. Dabei hatte er einen Schuss in die Brust erhalten.

Während des Krieges lernte Quantrill die vierzehnjährige Sarah Katherine King auf der Farm ihrer Eltern in Missouri kennen. Sie verliebten sich, heirateten und lebten fortan gemeinsam im Camp Quantrills und seiner Männer. Als ihr Mann starb, war sie 17 Jahre alt.

Obwohl seine Grausamkeiten im ganzen Land bekannt waren, widmete ihm die Bevölkerung in den unterlegenen Südstaaten das Volkslied Quantrill, a galant bravehearted boy, in dem seine Kriegstaten glorifiziert werden. Es existiert eine William Clarke Quantrill Society mit Sitz in Missouri, die bis heute seine Taten rühmt.

Quantrill wird von einigen Historikern als opportunistischer, blutdürstiger Verbrecher angesehen. Der Historiker James M. McPherson nannte ihn einen „pathologischen Killer, der Unionssoldaten ermordete“.

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