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William Carey

Englischer Botaniker und Missionar, Gründer der Baptist Missionary Society

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William Carey (* 17. August 1761 in Paulerspury (Northamptonshire, Großbritannien); † 9. Juni 1834 in der dänischen Kolonie Frederiknagore, heute Serampore bei Kalkutta (Indien)) war ein englischer Botaniker und Missionar sowie Gründer der Baptist Missionary Society. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Carey“.

William Carey war ein Sohn des Webers Edmund Carey (1736–1816) und Elizabeth Wells (1734–1787) aus Northampton. Er erlernte zunächst das Handwerk eines Schuhmachers, das er ab 16 Jahren zwölf Jahre lang praktizierte. Am 10. Februar 1779 hörte er in der Kirche der Kongregationalisten in Olney, die ihn zu einer bewussten Hinkehr zum christlichen Glauben aufforderte. Nach der Taufe durch Pastor Ryland schloss er sich 1783 einer Baptistengemeinde im nahen Moulton an. Diese berief ihn am 10. August 1786 zu ihrem Pastor.

Gründer der Baptist Missionary Society

Als Autodidakt erlernte der sprachbegabte Carey zunächst Französisch und die so genannten Alten Sprachen (Hebräisch, Altgriechisch und Latein). Sein besonderes Interesse galt auch den Entdeckungsreisen des 18. Jahrhunderts. Vor allem waren es die Südseereise James Cooks, die in ihm den Wunsch weckten, den „fernen Heiden das Evangelium zu bringen“. Er trug seine Ideen auf einer Kirchenkonferenz vor, traf aber auf Ablehnung, nur zwölf junge Pastoren teilten sein Interesse und Herzensanliegen seit 1784.

1786 verfasste er seine berühmte Schrift An Enquiry into the Obligations of Christians to Use Means for the Conversion of Heathens. Darin heißt es: „[Es] rufen Mitleid, Humanität und noch viel mehr der christliche Glaube laut danach, jede nur denkbare Anstrengung auf sich zu nehmen, um die Heiden mit dem Evangelium bekannt zu machen.“

Die kurze Schrift wurde zur Initialzündung für die Gründung der Baptist Missionary Society (BMS), der ersten nichtstaatlichen Missionsgesellschaft der Neuzeit, deren erster Sekretär und Geschäftsführer Andrew Fuller wurde. Eine Predigt Careys am 30. Mai 1792 über Jesaja (54,2f) führte schließlich zur eigentlichen Gründung der Missionsgesellschaft, die am 2. Oktober 1792 in Northampton vollzogen wurde. In der erwähnten Predigt fiel auch der Satz, der zum Motto der BMS wurde: „Erwarte Großes von Gott und unternimm Großes für Gott!“

Am 20. März 1793 schifften sich der Arzt John Thomas, William Carey und seine Familie auf einem Großsegler ein, um den Dienst als erste Missionare der BMS aufzunehmen. Careys Ziel war die britische Kolonie Britisch-Indien, genauer das heutige Bengalen, wo sie am 11. November ankamen. Da jedoch nach der Satzung der Britischen Ostindien-Kompanie auf „britischem“ Boden nicht missioniert werden durfte, nahm Carey eine Stelle als Manager einer Indigoplantage westlich von Medinipur an. Er verdingte sich dort zunächst als Landarbeiter und lebte mit seiner Familie anfangs unter schwierigen Bedingungen. Am 29. Dezember 1800 konnte Carey den früheren Guru Krishna Pal taufen, was ein Meilenstein in seiner Missionstätigkeit darstellte.

Professor, Sprachforscher und Bibelübersetzer

Um 1800 ließ Carey sich in Serampur, der dänischen Kolonie Frederiksnagore, nieder. Zwei weitere Missionare, William Ward (1769 – 1823) und Josua Marshman (1768–1837), waren von der BMS zu seiner Unterstützung ausgesandt worden und hatten sich dort im selben Jahr schon niedergelassen. Carey erhielt als Nichtakademiker eine Professur für Bengali am College Fort William in Kalkutta, wo er vor allem junge englische Beamtenanwärter in der Landessprache unterrichtete.

Besondere Verdienste erwarb sich Carey auch als Sprachforscher. Er gab mehrere altindische Schriften heraus und verfasste Grammatiken, Lehr- und Wörterbücher für Bengali. Insgesamt erlernte Carey als Autodidakt etwa 40 Sprachen, in die er dann vor allem die Bibel und Bibelteile übersetzte. Mit einheimischen Mitarbeitern übersetzte er die vollständige Bibel in sechs indische Sprachen. Erwähnenswert ist sein erster, jahrelanger Mitarbeiter mit dem Namen Ram Basu, der ihn bei der Übersetzung in die Bengalische Sprache unterstützte. Das Neue Testament in Bengali konnte bereits 1796 fertiggestellt werden, die ganze Bibel am 7. Februar 1801.

Schulgründer und weitere Projekte

Bereits 1799 umfasst eine erste Schule vierzig Schüler. Sein Kollege John Thomas erbaute danach ein Spital. Carey und seine Mitarbeiter fuhren fort und sie konnten bis 1818 126 Schulen gründen, in denen über 10000 Schüler in Rechnen, Geographie, Sprachen und Bibelkunde unterrichtet wurden. Die von ihm gegründeten Volksschulen wurden später zum Modell für das Schulwesen in Indien.

Zwischen 1818 und 1821 baute Carey mit seinen Mitarbeitern das Sirampur Theological Seminary auf, an dem dann einheimische missionarische Mitarbeiter ausgebildet wurden. Des Weiteren wurden auf seine Initiative hin Druckereien, Papiermühlen, Spitäler, Heime für Waisen und Witwen gebaut. Auch die Gründung der ersten Zeitung in ostindischer Sprache geht auf ihn zurück. Als Botaniker machte Carey sich ebenfalls einen Namen. Er legte zur Erforschung der indischen Tier- und Pflanzenwelt ein großes botanisches Versuchsgelände an.

Carey setzte sich wie Ram Mohan Roy für die Abschaffung überkommener Traditionen ein, und es gelang ihm aufgrund seines inzwischen starken Einflusses auf die Kolonialpolitik, dass 1829 der in indischen Familie traditionelle Mädchenmord per Gesetz verboten wurde. Auch gegen die so genannte Witwenverbrennung engagierte er sich leidenschaftlich; 1832 wurde auch sie gesetzlich verboten.

1827 trennte sich Carey von der Baptist Missionary Society, verfügte jedoch kurz vor seinem Tod, dass sein gesamtes Werk ihr als Erbe zufallen sollte. Er starb am 9. Juni 1834 im Alter von 72 Jahren in Srirāmpur. Er wurde auf dem Serampore Missions Burial Grounds in Barrackpore bestattet.

Carey heiratete 1781 Dorothy Plackett (1756–1807), genannt Dolly. Bevor sie nach Indien gingen, gebar sie drei Kinder. Kitty, ihre Schwester, begleitete sie nach Indien und half ihr mit den Kindern. Der fünfjährige Sohn Peter starb in Indien. Daraufhin erkrankte Dorothy an einer schweren Psychose, wovon sie sich nicht mehr bis zu ihrem Tod am 8. Dezember 1807 erholte. Ihre sieben Kinder waren Ann, Felix (1786–1822), William Jr. (1787–1853), Peter, Lucy, Jabez (1793–1862) und Jonathan (1796–1874).

Charlotte Emilia Rhumohr (1761–1821), die Tochter des Ritters de Rhumohr und der Gräfin von Alfeldt, war die zweite Frau von William Carey. Sie heirateten im Mai 1808. Infolge Schädigungen durch ein Feuer war sie sprach- und gehbehindert, aber mit ihren intellektuellen und geistlichen Fähigkeiten unterstützte sie ihren Ehemann in seinem Dienst.

Die Witwe Grace Hughes Carey (1778–1835) war die dritte Ehefrau von Carey, die er 1823 heiratete. Sie brachte eine Tochter aus ihrer ersten Ehe mit, sie überlebte Carey um ein gutes Jahr und starb am 27. Juli 1835.

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