An diesem Tag

William Buckland

Englischer Geologe und Paläontologe

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William Buckland (* 12. März 1784 in Axminster; † 24. August 1856 in Islip) war ein englischer Theologe sowie einer der bedeutenden Geologen und Paläontologen in der Frühzeit dieser Wissenschaften. Er war der wissenschaftliche Erstbeschreiber von Megalosaurus, einem der ersten drei bekannten Dinosaurier. 1823 entdeckt er zudem das weltweit erste Fossil eines Individuums der Gattung Homo, die „Red Lady of Paviland“.

Buckland war der älteste Sohn von Charles Buckland (1750–1828/9) und dessen erster Frau Elizabeth Oke (1756–1812). Sein Vater war Rektor (kirchlicher Verwalter) der Bezirke Templeton und Trusham zu deren Bezirk auch die Jurassic Coast gehört, heute ein UNESCO-Welterbe. Buckland wurde durch die hohen, fossilienreichen Klippen inspiriert. Da sein Vater erblindete, übernahm ein Onkel die Führung des Jungen. Er besuchte das St Mary's College in Winchester und gewann 1801 ein Stipendium für ein Studium am Corpus Christi College in Oxford. In dieser Zeit begann Buckland, seine Räumlichkeiten mit Knochen und Fossilien zu füllen. 1804 schloss er sein Studium der Klassik und Theologie mit einem Bachelor ab. Er besuchte die Vorlesungen von John Kidd, damals Reader für Mineralogie und ab 1819 Reader für Geologie. Hier machte der die inspirierende Bekanntschaft mit dem jüngeren William John Broderip, einem Experten für Conchologie, mit dem Buckland Ausflüge unternahm, Fossilien sammelte und ein Verständnis für die Stratigrafie entwickelte, deren Bedeutung für die Altersbestimmung damals vielfach geleugnet wurde.

Buckland machte die Bekanntschaft eines weiteren Kidd-Schülers, William Daniel Conybeare, einem der erfahrensten Geologen seiner Zeit, der später die Nachfolge Kidds ausschlagen und Buckland den Weg zur Professur frei machen würde. Conybeare würde später die Bezeichnungen Ichthyosaurier und Plesiosaurier prägen. Gemeinsam mit Buckland unternahm Conybeare eine längere Exkursion in den Norden Irlands. Gemeinsam veröffentlichten sie eine Beschreibung des Giant’s Causeway in den Transactions of the Geological Society. 1813 akzeptierte Kidd eine Stelle als Reader für Anatomie und suchte einen Nachfolger. Seine erste Wahl fiel auf Conybeare, den er für den klügsten Kopf im geologischen Kreis betrachtete. Conybeare allerdings beabsichtigte zu heiraten, was einem Oxford „Don“ damals untersagt war. Zudem erlaubte ihm eine Erbschaft finanzielle Unabhängigkeit. So wählte Kidd statt seiner Buckland als Nachfolger.

Ab 1814 lehrte Buckland Geologie in Oxford und war der erste, der einen Geologiekurs an einer englischen Universität lehrte. In Edinburgh, Schottland, wurde das Fach allerdings seit 1781 gelehrt. 1818 übernahm die Royal Society Geologie in Bucklands Darstellung als Fachgebiet und machte ihn zum Fellow. Buckland machte sich einen Namen als humorvoller und unterhaltender Leser. Da Geologie in keinem Studium vorgeschrieben war, mussten die Professoren unterhaltsam sein, um ausreichend Zuhörer anzulocken. So schwang Buckland Knochen, um Argumente zu untermauern, oder hielt Vorlesungen in Steinbrüchen oder auf einem Berg, um Stratigrafie in situ zu zeigen.

1816 besuchten Buckland und Conybeare gemeinsam mit George Greenough, dem ersten Präsidenten der Geological Society of London, Deutschland, um sich mit der deutschen Mineralogie und Geologie vertraut zu machen. Unter anderem trafen sie dort auf Goethe und Werner. Conybeare verarbeitet viele der aus den Vergleichen entstandenen Beobachtungen in seinem gemeinsam mit William Phillips geschriebenen Buch „Outlines of the Geology of England and Wales“. Buckland veröffentlichte noch im Jahr der Reise eine vergleichende Stratigrafie zwischen Britannien und Deutschland. Schon deutlich vor der Great Devonian Controversy (Murchison und de la Bèche) wies Buckland auf die Ähnlichkeit der Grauwacken hin.

1822 erlangte Buckland Berühmtheit, als er in einer Höhle bei Kirkdale, Yorkshire, (Kirkdale Cave) Überreste einer ausgestorbenen Hyänenart entdeckte. Die Höhle war zufällig entdeckt worden. Als Buckland dort eintraf, entdeckte er Knochen von Hyänen, Wölfen und Bären. Da die Hyänenknochen die einzigen unbeschädigten waren, folgerte er, dass die anderen Tiere durch die Hyänen erlegt und in der Höhle verzehrt wurden. Frühere Funde dieser Art waren mit den Folgen der Sintflut erklärt worden. Diese Erklärung erklärte allerdings die angenagten Knochen nicht. Auch die dort entdeckten Koprolithen diskutierte er mit einem für die damalige Zeit überraschenden Mangel an Prüderie in seinen Schriften. Er bezeichnete sie als Album graecum (griechisches Weiß) und identifizierte sie als versteinerten Kot von ausgestorbenen Wirbeltieren.

Darüber hinaus wurden seine wissenschaftlichen Arbeiten bekannt. In seinem Buch Reliquiae Diluvianae (1823) verarbeitet er die Funde in Kirkdale und ergänzte sie mit einem Vergleich der Theorien. Buckland war, bis er unter dem Einfluss von Louis Agassiz die Bedeutung der Gletscher für die Landschaftsformung der Erde erkannte, ein Verfechter der Sintfluttheorie. In seiner mit der Unterstützung von Conybeare geschriebenen Antrittsvorlesung in Oxford unter dem Titel „Eine Erklärung der Verbindung von Geologie und Religion“, nannte er es als Ziel der Geologie: „die Zeugnisse der Naturreligion zu bestätigen; und aufzuzeigen, dass die durch sie entwickelten Fakten mit den Berichten über die Schöpfung und die Sintflut in den Mosaischen Schriften übereinstimmen“. Nach der Begegnung mit Louis Agassiz entwickelte er sich zu einem frühen Vertreter von Agassiz’ Gletschertheorie und arbeitete anschließend intensiv daran, in Großbritannien Belege für eine einstige Vergletscherung zu finden.

Conybeare war auch der Urheber einer Karikatur über Buckland, in der dieser mit einer Kerze in der Hand seinen Kopf in eine Höhle steckt, in der fressende Hyänen zu dem Störenfried aufblicken. Die Zeichnung ist eine der frühesten Repräsentationen, in der ausgestorbene Tiere so dargestellt werden, wie sie einstmals aussahen. Bucklands Vorlesungen allerdings ließen keinen Zweifel an der Wissenschaftlichkeit seiner Entdeckungen aufkommen. Als geweihter Priester und Theologe war sich Buckland natürlich bewusst, dass seine Erklärungen mit den Versuchen der Datierung der Sintflut in Konflikt standen. 1823 schrieb er Reliquiae Diluvianae, in der er seine Vorstellung einer Flut darstellte. Noch vor der Vollendung des Buchs fand er allerdings eine Höhle, die noch besser für seine Zwecke geeignet schien: Paviland Cave (auch Goat's Cave). Buckland entdeckte in der Höhle das männliche Skelett, von Buckland fälschlich als Red Lady of Paviland bezeichnet. Seine Beschreibung des Skeletts ist – bei allen falschen Schlüssen – die erste Beschreibung eines Hominiden in Europa. Basierend auf diesem Fund wurde Reliqiuae Diluvianae Bucklands bekannteste Arbeit, in der er eine globale große Flut beschrieb.

Während Bucklands erster Präsidentschaft der Geological Society erlangte diese eine Royal Charter, was der Gesellschaft legale Privilegien brachte. Möglicherweise war es Bucklands Vernunft, die die Gesellschaft davon abhielt, dem Namen der Gesellschaft das Prädikat „Royal“ hinzuzufügen. Aber Buckland ließ ein Festessen veranstalten, während dessen Conybeare seine Erstbeschreibung des Plesiosauriers präsentierte. Buckland selbst beschrieb den Megalosaurus, die, ohne es zu wissen, erste wissenschaftliche Beschreibung eines Dinosauriers. Die Bezeichnung „Dinoaurier“ (Dinosauria) wurde erst 1841 durch Richard Owen geprägt.

1825 verschafften einflussreiche Freunde Buckland eine Pfarrerstelle an der Kathedrale von Oxford. Das Einkommen von £ 1000 erlaubte es ihm, das College zu verlassen und zu heiraten. Am 31. Dezember 1825 heiratete er Mary Morland, eine erfahrene Geologin und talentiert im Zeichnen von Fossilien. Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor. Ihr erstes Kind war Francis Trevelyan Buckland.

Nach seiner Hochzeit arbeitet Buckland an Geology and Mineralogy, Considered with Reference to Natural Theology, einem Werk, in dem er versuchte, die Sintflut zu datieren. Das Buch wurde ein Kassenschlager seiner Zeit konnte aber auch seinen früheren Schüler Charles Lyell nicht überzeugen. Lyell widersprach der Sintfluthteorie und argumentierte auch für moderate Christen überzeugend gegen Bucklands Theorie.

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