An diesem Tag

Will Alsop

Britischer Architekt

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William „Will“ Allen Alsop OBE, RA (* 12. Dezember 1947 in Northampton; † 12. Mai 2018 in London) war ein britischer Architekt und Maler, der international tätig war. Alsops Bauwerke fallen durch helle Farben sowie ungewöhnliche und avantgardistische Formen auf und sind daher teilweise Anlass zu öffentlichen Kontroversen. 2000 erhielt er den Stirling-Preis für die neu errichtete Bibliothek in Peckham, im Südosten Londons.

Alsop war der Sohn eines Buchhalters und wuchs in Northampton im Northamptonshire auf. Schon als Kind strebte er an, Architekt zu werden. Als er 16 Jahre alt war, besuchte er eine Abendschule und begann für einen Architekten zu arbeiten.

Alsop wurde stark von Henry Bird, seinem Zeichenlehrer eines Grundkurses an der Northampton Art School, beeinflusst. Er erinnerte sich daran wie er von ihm Zeichnen gelernt hatte:

Er studierte an der renommierten Architectural Association School of Architecture in London, wo er mit 23 Jahren an einem Architekturwettbewerb zum Centre Georges-Pompidou in Paris teilnahm und hinter Richard Rogers und Renzo Piano Zweiter wurde. Noch vor seinem Studienabschluss arbeitete er 1971 zunächst mit den Architekten Maxwell Fry und Jane Drew zusammen, die das Neue Bauen in den 1930er Jahren in Großbritannien etablierten. Sein Diplom in Architektur errang er 1973. Danach arbeitete Alsop von 1973 bis 1977 mit Cedric Price und von 1977 bis 1979 mit Roderick Ham zusammen.

1981 gründete er gemeinsam mit seinem Studienkollegen John Lyall das Büro Alsop & Lyall in Hammersmith, London. Jan Störmer schloss sich später dem Unternehmen an und nachdem Lyall etwas später das Unternehmen verlassen hatte, wurde es in Alsop & Störmer umbenannt. Zusammen mit Zaha Hadid beteiligte er sich an der Internationalen Bauausstellung 1984 in der Berliner Stresemannstraße. Über die Jahre betrieb Alsop neben seinem Hauptsitz in London auch Niederlassungen in Hamburg, Rotterdam, Moskau, Shanghai, Singapur und Toronto.

Alsops letztes Unternehmen hieß aLL Design und hatte Büros in London, Qatar und Chongqing. Sein vorletztes Büro in London war in einer ehemaligen Molkerei: Der alte Gebäudekomplex wurde als „Testbed1“ benannt und in ein Zentrum für Kunstausstellungen, Galerien, kreative Unternehmen und Designer wie Vivienne Westwood umgewandelt. Testbed1 beherbergte außerdem die „Doodle Bar“, eine Bar, in der Gäste die Wände bemalen durften. Der Gebäudekomplex wurde inzwischen abgerissen. Testbed 2 befindet sich in Chongqing, China.

Alsop unterrichtete am Central Saint Martin College of Art and Design, an der Architectural Association School of Architecture in London, an der Hochschule für Künste in Bremen und ab 2013 als Professor an der Canterbury School of Architecture. Von 1995 bis 2016 war er Professor und Institutsleiter an der Technischen Universität Wien.

Trotz seiner teilweise kontrovers aufgenommenen Bauwerke und Projekte erlangte er eine international hohe Reputation und galt z. B. Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre gemeinsam mit Richard Rogers und Norman Foster als einer der drei bedeutendsten britischen Architekten. Für seine Verdienste erhielt er 2000 das Offizierskreuz des Order of the British Empire (OBE).

Alsop war verheiratet und hatte drei Kinder.

Alsop sah Le Corbusier, Sir John Soane und Mies van der Rohe als seine Vorbilder. Seine avantgardistischen, modernistischen Gebäude fallen durch leuchtend helle Farben und ungewöhnliche Formen auf. Alsop nutzte die Malerei, um vor dem Beginn eines neuen Projektes einen klaren Kopf zu bekommen, frei zu denken und einen unbeeinflussten kreativen Designprozess beginnen zu können:

Für Alsop war der Malvorgang gemeinsam mit der engen Zusammenarbeit mit dem Kunden und der lokalen Gemeinschaft ein wichtiger Bestandteil der Stadtplanung und Architektur.

2004 veröffentlichte Alsop das Buch Supercity, welches zu einer Debatten und zu einer Fernsehdokumentation sowie zu einer Ausstellung im Urbis Museum in Manchester führte. Es beschreibt seine Vision einer „Supercity“, eines futuristischen Ballungsgebietes, das sich entlang der M62 Autobahn in England erstreckt. Es beinhaltet eine Beschreibung, wie die wachsende Interkonnektivität der Städte entlang dieser Autobahn ein neues Konzept der Stadt hervorbringt, und wie dies weiterentwickelt werden und eine Verbindung von Ländlichkeit und Urbanität zur Folge haben könnte. Außerdem enthielt das Buch einige architektonische Ideen für Gebäude und Gemeinden in der Stadt. Seine Ideen bekamen politische Unterstützung, unter anderem von John Prescott, dem ehemaligen Stellvertreter des britischen Premierministers, aber wurden auch kritisiert.

Die britische Zeitung The Observer schrieb 2007, dass Alsops Zugang zur Architektur anhand seiner Aussage, „Ich mag Menschen. Ich hoffe das zeigt sich“ beschrieben werden könne.

1971: 2. Preis beim internationalen Wettbewerb für den Neubau des Centre Georges-Pompidou, Paris

1991: 2. Preis für den britischen Pavillon auf der Weltausstellung in Sevilla Expo 92

1997: Ehrenmitgliedschaft im Bund Deutscher Architekten BDA

2000: Royal Academician – Alsop wurde am 18. Mai 2000 als Mitglied der Royal Academy of Arts gewählt.

2000: RIBA Stirling-Preis für die Peckham Library, London

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