Wilhelm Baron von Rahden (* 13. April 1790 in Poplan oder 10. August 1793 Neu-Pomusch bei Breslau; † 2. oder 3. November 1860 auf Schloss Friedenstein, Gotha) war ein deutscher Offizier und Schriftsteller.
Von Rahden war Angehöriger des kurländischen Adelsgeschlechtes der Barone von Rahden. Sein Vater Christoffer Reinhold von Rahden (5. April 1757 – 17. Februar 1824), preußischer Leutnant und Kirchspielsbevollmächtigter für Neuhausen in Kurland, hatte Karoline Friederika von Klinkowsky († vor 1799) geheiratet, die Tochter eines reichen Kammerpräsidenten, wodurch er Erbherr auf Karpischek und Birsen in Litauen wurde. Nach der Vermählung nahm er seinen Abschied vom Militär und erwarb einen Gutshof, den er jedoch durch schlechte Bewirtschaftung schnell ruinierte und sich von seiner ersten Frau und den vier gemeinsamen Kindern trennte, die ihren zweitgeborenen Sohn zu einer schlesischen Adelsfamilie in Obhut gab. Er hatte einen älteren Bruder und zwei jüngere Schwestern aus dieser Verbindung sowie eine Halbschwester aus der zweiten Ehe seines Vaters. Im Alter von zehn Jahren wurde er auf die Kadettenschule in Kalisch geschickt und trat im März 1809 als Bombardier der Artillerie in Glatz in den preußischen Militärdienst ein. Nachdem er die Kriegsschule in Breslau absolviert hatte, erhielt von Rahden im Februar 1813 sein Leutnantspatent. Er in diesem Rang in den Feldzügen von 1813 bis 1815 und wurde bei Gefechten in Lützen, in der Schlacht bei Bautzen, der Schlacht bei Leipzig und der Schlacht bei Waterloo (Belle-Alliance) verwundet.
Nach seinem Abschied aus dem preußischen Militärdienst, im Herbst 1829 im Rang eines Hauptmanns, reiste er nach Sankt Petersburg, wo er die Stelle eines Kapitäns im Generalstab der kaiserlich russischen Armee erhielt. Von Rahden kehrte bereits im August 1830 nach Preußen zurück. 1832 diente er als Kanonier bei der Verteidigung der Zitadelle von Antwerpen, wo er erneut schwer verwundet wurde. Er wurde zum Kapitän à la suite ernannt und wurde für eine Reise einer Reife nach London vorübergehend beurlaubt. Von dort kam er über Frankreich nach Spanien, wo er als Freiwilliger in den Reihen der Karlisten am Gefecht bei San Sebastian teilnahm und anschließend zum Oberst der Artillerie ernannt wurde. 1837 kämpfte er in allen Schlachten der „königlichen Expedition“ und war als Kommandant des Geniekorps den Winter über bis 1838 mit Hafenbefestigungen an der kantabrischen Küste beauftragt. Von Rahden kam anschließend als Oberst in den Generalstab von Rafael Maroto und diente als Stabschef in der Armee beim Feldzug von 1839 des Generals Ramón Cabrera y Griño.
Im Rang eines Brigadegenerals kehrte er schwer verwundet nach Deutschland zurück. Dort verfasste er die Werke über seine Kriegse rlebnisse und lebte von 1845 bis 1849 bei der Herzogin Dorothea von Sagan. Danach trat er kurzzeitig erneut in den Militärdienst ein, kämpfte erst für Schleswig und dann gegen die badischen Insurgenten. 1849 wohnte er auf dem gothaischen Schloss Friedenstein in der Umgebung des Herzogs von Sachsen-Coburg und Gotha, wo er 1860 starb.
Militärlaufbahn und Auszeichnungen
16. Februar 1808 Unteroffizier in der Schlesischen Artillerie-Brigade
1810 Portepee-Fähnrich im 2. Schlesischen Infanterie-Regiment
1. Februar 1813 Sekondlieutenant
1813 bis 1815 Feldzüge gegen Frankreich
1813 Eisernes Kreuz 2. Klasse (in der Schlacht bei Kulm)
18. März 1820 Premierlieutenant
1821 dienst im topographischen Büro in Berlin
1824 dienst im Lehr-Infanterie-Bataillon
20. April 1829 dem 27. Infanterie-Regimente aggregiert
14. September 1829 als Kapitain (Hauptmann) Abschied bewilligt
20. Juli 1831 als interimistischer Kompagnieführer des 3. Bataillon (Löwenbergsches) 6. Landwehr-Regiments einrangiert
11. Februar 1833 von dem Verhältnisse zur Landwehr entbunden
1833 als Kapitän à la suite in Niederländische Dienste getreten