An diesem Tag

Wilhelm von Fürstenberg (Söldnerführer)

Militärischer Befehlshaber in Diensten Karl V.

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Wilhelm von Fürstenberg (* 7. Januar 1491; † 21. August 1549 zu Ortenberg), Graf von Fürstenberg, Landgraf in der Baar, war ein deutscher Söldnerführer.

Wilhelm war der älteste Sohn des Grafen Wolfgang von Fürstenberg aus dem Haus Fürstenberg und dessen Ehefrau, der Gräfin Elisabeth von Solms-Braunfels (1469–1540).

Bereits mit 12 Jahren (1503) sandte ihn sein Vater auf die Universität Freiburg. Die wissenschaftliche Ausbildung lag ihm jedoch nicht und wurde alsbald abgebrochen. Stattdessen wurde er in den höfischen Sitten und dem Kriegshandwerk ausgebildet.

Froben Christoph von Zimmern beschreibt ihn in seiner zeitgenössischen Chronik:

„Wir haben in vil jaren in deutscher nation kein martialischern mentschen ..., gehapt,....“ „Er ist ein wunderbarlicher Satyrus gewesen,...“

Mit 15 Jahren (am 22. Oktober 1505) wurde Wilhelm mit der Witwe von Louis de Blâmont, Bona (1480–1515) verheiratet. Bona war die Tochter von Claude de Neuchâtel und Bonne de Bolchen. Ihr älterer Bruder, Thiebaut XI, war bereits 1501 gestorben und ihr Vater starb im Februar 1505. Die jüngere Schwester, Elisabeth, war ebenfalls 1505 mit Graf Felix von Werdenberg verheiratet worden. Kaiser Maximilian hatte diese Heiratsverbindungen gefördert, da er die 1493 für Habsburg gewonnene Freigrafschaft Burgund durch familiäre Verbindungen zwischen deutschem Reichsadel und burgundischem Adel dem Haus Habsburg sichern wollte.

Wilhelms Ehefrau starb schon 1515 ohne Nachkommen. Sie hatte Wilhelm als Alleinerben eingesetzt.

Kampf um die burgundische Erbschaft 1505–1524

Nach seiner frühen Heirat lebte Wilhelm zunächst in Héricourt. Das Erbe seiner Ehefrau wurde von Herzog Ulrich von Württemberg nicht nur juristisch angefochten, sondern jener ließ auch die zum Erbe gehörige Herrschaft Blâmont besetzen. Wilhelm seinerseits ließ die zum württembergischen Mömpelgard gehörige Herrschaft Granges besetzen. Aufgrund von diversen Burgrechtsverhältnissen Wilhelms und Ulrichs mischten sich eine Anzahl eidgenössischer Stände – insbesondere Basel und Solothurn – in die Erbauseinandersetzung ein. Als auch das Parlament der Freigrafschaft in Dole zugunsten des Württembergers entschied, verkaufte Wilhelm 1524 seine umstrittenen Rechte billig an den Habsburger Erzherzog Ferdinand.

Am 21. Mai 1521 trat Wilhelm gegen einen festen Jahressold in die Dienste des französischen Königs Franz I. und sollte Oberbefehlshaber von dessen deutschen und schweizerischen Söldnertruppen werden. Wilhelm warb Truppen für Frankreich an, die Übernahme des Oberkommandos scheiterte jedoch am Widerstand der schweizerischen Söldner und Wilhelm kam auch nicht zum Kriegseinsatz. 1522 wechselte Wilhelm auf die Seite von Kaiser Karl V., nachdem dieser im September 1521 noch Wilhelms Dienstangebot abgelehnt hatte. Beide Wechsel sind auch im Zusammenhang mit der von Wilhelm erhofften, aber nicht wirksam erhaltenen Unterstützung in seinem burgundischen Erbschaftsstreit zu sehen.

Parteigänger Franz von Sickingens 1522/23

Zusammen mit Eitelfritz von Zollern unterstützte er 1522/23 Franz von Sickingen in dessen Fehde mit dem Bischof von Trier, Richard von Greiffenklau zu Vollrads. Grundidee des Ritteraufstands war es, dem Adel durch die Säkularisation geistlicher Fürstentümer finanzielle und gesellschaftliche Aufstiegsmöglichkeiten zu eröffnen. Nach Niederlage und Tod des Franz von Sickingen befürchtete Wilhelm kurzzeitig einen Einfall der Sieger in seine Ortenau, was aber durch Vermittlung der Stadt Straßburg und des Straßburger Bischofs, Wilhelm von Hohnstein, abgewendet werden konnte.

Die Bauernunruhen der Jahre 1524/25 erfassten die fürstenbergischen Land schon im Herbst 1524. Zunächst kam es zu Verhandlungen und der Einleitung eines Gerichtsverfahrens zur Feststellung der von den Bauern geforderten alten Rechte. Im April 1525 eskalierte die Auseinandersetzung und ergriff ganz Südwestdeutschland. Die Fürstenberger Grafen verbrachten Familien und Besitztümer in den Schutz der Stadt Villingen und rieten dem Erzherzog Ferdinand und dem Schwäbischen Bund zu einer militärischen Niederschlagung des Aufstands, wozu sie auch selbst 2000 Mann aufbieten wollten. Der Schwäbische Bund nahm das Angebot an und ernannte Wilhelm zum Führer des Fußvolks seiner Truppen, die unter dem Oberbefehl von Georg III. Truchseß von Waldburg-Zeil standen. Wilhelm leitete die Fußtruppen bis zur Auflösung des Aufgebots des Schwäbischen Bundes im Juli 1525 und war an der blutigen Niederschlagung des Aufstandes in Oberschwaben, Württemberg, dem Odenwald und in Franken beteiligt.

1526 bis 1529 Misserfolge als Zivilist und Militär

In den Jahren 1526 bis 1528 lebte Wilhelm meist auf seinem Schloss Ortenberg und seinem Anwesen in Straßburg, wo er einen ausschweifenden Lebenswandel trieb. Eine erfolgreiche Verwaltung seiner Güter und seiner Landesherrschaft gelang ihm nicht.

1528 trat er wieder in die Dienste von Kaiser Karl V., war zunächst an den Vorbereitungen für dessen Krieg in Italien beteiligt und nahm dann an dem erfolglosen Zug des Herzogs Heinrich II. von Braunschweig nach Italien teil.

Im Dienst des Landgrafen von Hessen 1529 bis 1534

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland bot er seine Dienste dem lutherischen, sächsischen Kurfürsten Johann an, dessen finanzielles Angebot ihm aber unzureichend erschien. Auf dem Reichstag in Speyer von 1529 setzte er sich für die Interessen der protestantischen Stadt Straßburg ein und schloss sich dem Protest der evangelischen Reichsstände an. Einige Monate später trat er zu lukrativen Bedingungen in den Dienst des hessischen Landgrafen Philipp. Der Vertrag brachte seine religiösen Neigungen mit seinen materiellen Interessen in Einklang und führte zu seiner endgültigen Abkehr von den Habsburgern.

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Wilhelm von Fürstenberg (Söldnerführer) | World in Stories