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Wilhelm Fabry

Wundarzt, gilt als Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie

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Wilhelm Fabry (von Hilden), auch Fabri van Hilden, (Guilhelmus) Fabricus Hildanus, Guil(i)elmus Fabricius Hildanus und Fabricius von Hilden (* 25. Juni 1560 in Hilden; † 15. Februar 1634 in Bern) war Bader im Rheinland, Genf, Lausanne, Stadtchirurg in Payerne und Stadtarzt in Bern. Er gilt als der bedeutendste, deutschsprachige Wundarzt der Renaissance und als Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie.

Wilhelm, der erst später „Fabry“ hieß, kam am 25. Juni 1560 in Hilden im Gutshof „In der Schmitten“ (in der Schmiede) als Sohn der „Margarethe (Gritgen) auf dem Sand“ und des Gerichtsschreibers Peter Drees als Wilhelm Drees auf die Welt. Wilhelms Mutter hieß „Margarethe auf dem Sand“, nach ihrem Elternhaus, das sich auf der heutigen Straße „Auf dem Sand“ befunden haben könnte. In erster Ehe heiratete sie „Dietrich in den Schmitten“ und zog zu ihm in das Gut gleichen Namens in der heutigen Schwanenstraße in Hilden. Das Haus wurde 1907 abgerissen. Heute steht an dieser Stelle in der Schwanenstraße 27 ein Hotel. Nach dem Tod ihres ersten Ehemanns erbte sie den Gutshof „In der Schmitten“. Margarethe heiratete in zweiter Ehe Peter Drees, den „Sohn des Andreas“, Sohn des „Dries Kremer“. Nach der Hochzeit mit Margarethe zog er zu ihr „In die Schmitten“, die ehemalige Schmiede.

Neben einem 1562 geboren jüngeren Bruder, der schon 1581 starb, hatte Wilhelm noch die jüngere Schwester Gerten (* um 1568/69, † um 1643/1650).

Fabrys Großvater diente Wilhelm dem Reichen als Gerichtsdiener, war also für damalige Verhältnisse in gehobener Position. Sein Sohn Peter erlernte Lesen und Schreiben, was nicht selbstverständlich war, besuchte ein katholisches Gymnasium in Köln und genoss als Erwachsener Ansehen im Dorf als Gerichtsschreiber.

Von 1568 bis 1573 besuchte Wilhelm ein Gymnasium in Köln, um dort Latein und Griechisch zu lernen. Nach dem Brauch der Renaissance latinisierte Wilhelm seinen Namen, nannte sich später entsprechend seiner Herkunft „Wilhelm aus der Schmiede in Hilden“ („Guilhelmus Fabricius Hildanus“), also Wilhelm Fabry (Fabry = Schmied).

Da 1569 Fabrys Vater starb, musste seine Mutter drei Kinder versorgen. Sie heiratete in dritter Ehe Peter Crantz. Fabry wurde in Köln von Carl Utenhoven, seinem väterlichen Freund, weiterhin gefördert und wohl auch finanziell unterstützt.

Aus finanziellen Gründen verließ Fabry 1573 das Gymnasium in Köln und musste in Hilden mit Feldarbeit seine Familie unterstützen.

Durch ein kaltes Bad in der Itter zog sich Fabry 1572 eine noch lange spürbare Zungenlähmung zu.

1575 erkrankte Fabry an der Pest, die ihn für Monate ans Krankenbett fesselte. Dank der Kühlung mit Itter-Wasser überlebte er sie. Er wurde dadurch, was man damals noch nicht wusste, immun gegen die Pest-Viren. Das befähigte ihn später trotz mehrerer Pestausbrüche in seiner Umgebung als Arzt zu praktizieren.

Von 1576 bis 1580 absolvierte er eine Ausbildung bei dem Bader und Wundarzt Johannes Dümgens in Neuss.

Vor allem äußere Wunden und Verletzungen, aber auch Abszesse, Tumoren, Hämorrhoiden, Krampfadern, Verbrennungen oder Erfrierungen fielen im vormodernen Gesundheitswesen in den Zuständigkeitsbereich der Wundärzte. Bader behandelten Verstauchungen und renkten Gelenke ein.

Sie führten bei Bedarf Amputationen durch und stellten Prothesen her. Teilweise spezialisierten sie sich auf Starstiche, Blasenstein- und Bruchoperationen sowie Darmnähte, versorgten Knochenfrakturen, extrahierten Zähne oder renkten Gelenke ein.

Nach Abschluss seiner Lehre arbeitete er 1580–1585 als Badergeselle in Düsseldorf bei dem angesehenen Chirurgen Cosmas Slot (einem Schüler des Andreas Vesalius) am Hofe Herzog Wilhelms des Reichen. Wie Slot war auch Fabry davon überzeugt, dass anatomische Kenntnisse für einen Chirurgen unentbehrlich seien, weshalb er seit seiner Gesellenzeit Leichen sezierte und präparierte, um seine anatomischen Kenntnisse zu erweitern. Auch führte er öffentliche Sektionen durch, um auf die Bedeutung von anatomischen Kenntnissen aufmerksam zu machen.

Während seiner darauffolgenden, vorgeschriebenen Wanderzeit als Wundarztgeselle hielt er sich 1585–1588 vorwiegend in der französischen Schweiz auf, wo er bei seinem Vorbild, dem Chirurgen Giovanni Griffon, in Genf und in Lausanne arbeitete und anatomische Studien betrieb.

Fabry schloss seine zwölfjährige wundärztliche Ausbildung 1588 als Meister ab und war nun als selbständiger Chirurg tätig.

Am 30. Juli 1587 heiratete er in der Genfer Kirche St. Gervais Marie Colinet, die Tochter des Genfer Buchdruckers Eustache Colinet, die seine Mitarbeiterin wurde. Sie half ihrem Mann später bei seiner ärztlichen Tätigkeit, führte seine Praxis wenn er auf Reisen war und profilierte sich als Spezialistin der Geburtshilfe. Der älteste Sohn (1588–1595) wurde 1588 geboren. Zwischen 1590 und 1594 wurde der zweite Sohn geboren.

Fabry kehrte mit seiner Familie in seine Heimat zurück und praktizierte von 1589 bis 1593 in seiner Geburtsstadt Hilden.

Am 17. August 1592 konvertierte Fabry und wurde Mitglied der heimlich reformierten Gemeinde in Köln.

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Wilhelm Fabry | World in Stories