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Wilfried Gräfling

Deutscher Diplom-Elektroingenieur, Wirtschaftswissenschaftler und ehemaliger Feuerwehrbeamter

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Wilfried Gräfling (* 3. Juli 1955 in Gelsenkirchen) ist ein deutscher Diplom-Elektroingenieur, Wirtschaftswissenschaftler und pensionierter Feuerwehrbeamter. Er war von 2006 bis 2018 als Landesbranddirektor Leiter der Berliner Feuerwehr.

Bereits mit 18 Jahren trat Wilfried Gräfling in die Freiwillige Feuerwehr Westerholt (Nordrhein-Westfalen) ein.

Nach dem Abitur studierte er ab 1976 Allgemeine Elektrotechnik und Wirtschaftswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und begann im Anschluss sein Brandreferendariat bei der Berufsfeuerwehr Leverkusen.

Nach Abschluss seines Vorbereitungsdienstes für den Höheren Dienst wechselt Gräfling im Jahr 1983 als Brandrat zur Anstellung zur Berliner Feuerwehr.

In der Behörde nahm er zahlreiche Schlüsselpositionen auf Leitungsebene ein. So wirkte er als Referats- und auch als Abteilungsleiter in den Bereichen Fernmeldewesen, bzw. Informations- und Kommunikationstechnik.

Von Oktober 1992 bis Januar 1994 war Gräfling als Projektleiter zur Berliner Polizei abgeordnet und betreute dort die Realisierung der neuen Polizeieinsatzleitzentrale. Im Anschluss setzte er seine Erfahrungen auch bei der Errichtung der neuen Feuerwehrleitstelle IGNIS um. Zudem unterstützte er im Jahr 1998 das damalige Landeseinwohneramt in Fragen der Informationstechnik.

Bereits ab Januar 1997 war Gräfling federführend bei der Umsetzung der Verwaltungsreform der Berliner Feuerwehr beteiligt und baute ab 1998 die neue Direktion Nord auf, deren erster Leiter er im Juni 1999 wurde.

Im Januar 2001 wurde Gräfling, inzwischen zum Leitenden Branddirektor befördert, zum Ständigen Vertreter des Landesbranddirektors Albrecht Broemme ernannt.

Landesbranddirektor (2006–2018)

Im Mai 2006 wurde der bisherige Feuerwehrchef Broemme überraschend verabschiedet und von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zum Präsidenten der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk ernannt.

Berlins Innensenator Ehrhard Körting wiederum beauftragte Gräfling zum 1. Juni 2006 mit der Wahrnehmung der Aufgaben des Landesbranddirektors, ehe er schließlich am 7. November 2006 offiziell zum neuen Leiter der Berliner Feuerwehr ernannt und in sein Amt eingeführt wurde.

Gräfling rückte somit an die Spitze der ältesten und größten Berufsfeuerwehr Deutschlands, die einen Personalbestand von 3800 Vollzugsbeamte, 400 sonstigen Mitarbeitern sowie 1300 Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr aufwies und im Jahr 2006 etwa 275.000 Einsätze zu bewältigen hatte.

Zum Zeitpunkt seiner Amtsübernahme wurde Gräfling nicht nur mit einer neuen EU-Verordnung konfrontiert, die eine wöchentliche Maximalarbeitszeit von 48 Stunden für die Feuerwehrbeamten vorsah und welche in Berlin aufgrund der damaligen Schichtmodelle bereits massiv überschritten wurde.

Zudem standen der Berliner Feuerwehr massiven Sparzwängen bevor, die einer schwierigen Haushaltslage geschuldet war.

Aufgrund der permanent steigenden Einsatzzahlen, führte er eine moderne und bisher nicht in Berlin praktizierte Abfragemodalität bei Eingang eines Notrufes ein und ließ zudem die Planstellen für Feuerwehrärzte in der Leitstelle aufstocken, die fach- und sachgerecht eingehende Notrufe präzise bewerteten. Auch die Krankentransportvermittlung, die bisher im System der Notfallbearbeitung eingebunden, der Theatersicherheitswachdienst sowie die Hydranten-Prüfungen wurden aus dem Aufgabenbereich der Vollzugsbeamten herausgelöst, was fühlbare Kapazitäten schaffte. Zudem wurden auch neue Dienstplanmodelle erstellt.

Gräfling wirkte vor allem als Initiator eines komplett neuen Einsatzleitsystem sowie eines neuen, zeitgemäßen Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Zudem ließ er neue Schutzkleidung für Berlins Feuerwehrleute beschaffen. Dazu gehörten u. a. die sandfarbene aus Polybenzimidazol, die noch heute bei der Brandbekämpfung und bei technischen Hilfeleistungen getragen werden sowie moderne Rettungsdienstkleidung.

In seine Amtszeit fiel auch das Inkrafttreten des Notfallsanitätergesetzes, das die Berliner Feuerwehr mit der zusätzlichen Ausbildungszeit sowie die Schaffung weiterer höherwertiger Planstellen in personelle Schwierigkeiten führte, weil eine gesetzeskonforme Besetzung der Rettungswagen kurzfristig kaum möglich war.

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