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Wildbad Kreuth

Ortsteil der Gemeinde Kreuth in Bayern

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Wildbad Kreuth ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Kreuth im oberbayerischen Landkreis Miesbach.

Der Weiler liegt nahe dem Tegernsee in Oberbayern. Er steht im Eigentum der Herzöge in Bayern aus dem Hause Wittelsbach und wird seit 2016 von Helene in Bayern, Tochter von Max Emanuel Herzog in Bayern, bewohnt. Der Ort wurde durch das Kloster Tegernsee als Heilbad genutzt und zog im 19. und frühen 20. Jahrhundert prominente Gäste an.

Wildbad Kreuth liegt an einem Hang des Hohlensteins oberhalb der teilweise schluchtartig in den Fels eingeschnittenen Felsweißach, einige Kilometer südlich vom Dorf Kreuth, südlich des Tegernsees. Die Felsweißach entspringt in den südlich gelegenen Blaubergen und mündet kurz hinter Wildbad Kreuth in die Weißach, die schließlich in den Tegernsee fließt.

Das sogenannte Alte Bad stammt im Kern von 1511, die angebaute Kapelle Heilig Kreuz von 1696.

Der ab 1818 errichtete Hauptgebäudekomplex (zwei klassizistische durch einen kurzen Zwischenbau verbundene zweigeschossige Walmdach-Trakte mit kräftig vorspringenden Mittelrisaliten und nördlich angeschlossenem Saalbau mit Festsaal und Wandelhalle und weitere Gebäude) ist das ehemalige Sanatorium. Zentrales Bauwerk ist das „Neue Bad“. Der Sanatoriumsbetrieb endete 1973. Von 1974 bis 2016 wurde es als Bildungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung genutzt. Bundesweite Bekanntheit erlangte der Name durch den hier im Rahmen der Klausurtagung der CSU gefassten Kreuther Trennungsbeschluss. Seit 2016 steht es leer.

Zu erreichen ist Wildbad Kreuth über die Bundesstraße 307, die vom Achenpass kommt und nach Tegernsee weiterführt. Es besteht eine Busverbindung zum Bahnhof Tegernsee, mit Anschluss an die Bayerische Regiobahn (BRB) in Richtung München über Holzkirchen (RB57).

Der Legende nach wurde die heilende Wirkung der Schwefelquelle durch Jäger entdeckt, denen die Gesundung eines daraus trinkenden Rehs auffiel. Hirten und Bauern sollen die Quelle seitdem genutzt haben. 1490 wurde das Bad zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1511 wurde das alte Badehaus unter Abt Heinrich V. von Tegernsee erbaut. 1818 erwarb Maximilian I. Joseph, König von Bayern, zusammen mit dem säkularisierten Kloster Tegernsee auch das Wildbad Kreuth und ließ das heutige Gebäude errichten. Kurgäste waren unter anderen Kaiser Franz Joseph I., und die Kaiser Nikolaus I. und Alexander I.

Von 1924 bis zu seinem Tod 1960 lebte der Musiker und Volksmusiksammler Kiem Pauli in Wildbad Kreuth. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Gebäude im Rahmen der Kinderlandverschickung von Hamburger Schulen genutzt. Am Ende des Zweiten Weltkriegs ging das Sudhaus in Flammen auf, bis 1957 baute Ludwig Wilhelm in Bayern die Anlagen zu einem modernen Sanatorium um. Das Bad steht weiterhin im Eigentum der Herzöge in Bayern des Hauses Wittelsbach. Sie betrieben das Heilbad bis 1973.

1974 pachtete die Hanns-Seidel-Stiftung das Gebäude und nutzte es nach einer Generalsanierung bis 2016 als Tagungshaus und Bildungszentrum. Bundesweit Aufsehen erregte 1976 der hier gefasste Kreuther Trennungsbeschluss der CSU, die – später zurückgenommene – Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft von CSU und CDU.

2015 gab die Hanns-Seidel-Stiftung bekannt, dass der Eigentümer die jährliche Pacht von eher symbolischen 84.000 Euro auf 630.000 Euro erhöhen wolle, jeweils zuzüglich aller Unterhaltskosten. Die Stiftung erklärte, dass sie die Pacht des Gebäudes unter diesen Umständen nicht fortsetzen könne. Die Vermieterin widersprach der genannten Summe und erklärte, dass in den Verhandlungen noch keine Preise genannt worden seien. Im Juli 2015 entschied die Stiftung, den Mietvertrag Ende März 2016 auslaufen zu lassen.

Geplant sind ein Umbau und eine neue Nutzung, die Eigentümer benötigen dazu die Zusammenarbeit mit einem Investor. Nachdem zunächst ein Tagungshotel vorgesehen war, geht seit Anfang 2017 das Konzept von einem Sanatorium mit medizinischer Ausrichtung aus. Ende 2019 änderte Helene in Bayern ihre Ansichten erneut und legte Pläne für den Umbau zu einem Hotel mit 80 Zimmern vor. Im Westen würde ein bestehender Stadel durch einen zweistöckigen Neubau ersetzt werden, das bisherige einstöckige Badehaus würde um ein Obergeschoss aufgestockt und zum modernen Bad- und Wellnessbereich umgebaut.

Ende 2020 wurde berichtet, ein lokaler Hotelier wolle ein Areal mit dem Hauptgebäude von Wildbad Kreuth pachten; Korbinian Kohler plane ein Hotel für seelische Erholung („Mental-Retreat“); 2021 übernahm der Hotelier große Teile des Geländes mit allen historischen Gebäuden in einem Erbbaurechtsvertrag. Die Gastronomie im Alten Bad wurde nach einer Sanierung im Sommer 2023 wieder eröffnet. Die Pläne für die Hauptanlage änderten sich aber mehrfach, das Mental Retreat wurde zugunsten eines Luxus-Hotels aufgegeben, das wiederum 2026 einem Sanatorium der traditionellen Form weichen musste. Seit 2025 ist auch das Alte Bad nur noch für Events geöffnet.

Wildbad Kreuth ist Ausgangspunkt für mehrere Wanderwege. Einer davon führt zu den Blaubergen und zum Schildenstein. Ein landschaftlich interessanter Punkt auf diesem Weg ist die kleine und die große Wolfsschlucht, in der das Wasser über mehrere Wasserfälle und Gumpen ins Tal fließt. Über einen anspruchsvollen, teilweise drahtseilgesicherten Steig können von hier der Schildenstein und die Blauberge erreicht werden. Weitere Wanderwege von Wildbad Kreuth aus führen zum Risserkogel sowie zu einigen Almen wie Siebenhütten, Geißalm und Königsalm.

Es gibt 2 ausgewiesene Baudenkmäler.

Es gibt 4 ausgewiesene Bodendenkmäler.

Wildbad Kreuth (Tegernseer Tal Tourismus GmbH)

Hanns-Seidel-Stiftung (Hrsg.): Wildbad Kreuth und seine Geschichte. Vom Gesundbrunnen zum Bildungszentrum (Memento vom 20. Juli 2018 im Internet Archive) (PDF; 238 kB).

Wildbad Kreuth in der Ortsdatenbank von bavarikon.

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