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Wiktor Felixowitsch Wekselberg

Russischer Geschäftsmann

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Wiktor Felixowitsch Wekselberg (russisch Виктор Феликсович Вексельберг, wiss. Transliteration Viktor Feliksovič Veksel'berg; * 14. April 1957 in Drohobytsch, Ukrainische SSR) ist ein russischer Investor und Oligarch, der dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahesteht. Er ist Mitbegründer der Renova Group (russisch Ренова) – mit Sitz in Moskau, ein 1990 gegründetes Konglomerat mit Beteiligungen an Aluminium, Öl, Energie, Telekommunikation und einer Vielzahl anderer Sektoren. Haupteigentümer und Präsident ist Wekselberg. In 15 Jahren wuchs sein Vermögen auf sechs Milliarden Dollar und beträgt heute etwa das Doppelte.

Seit dem 6. April 2018 steht Wekselberg auf der Liste von Sanktionen nach der Krimannexion durch Russland der USA. Seitdem schrumpfte sein Vermögen in wenigen Monaten um zwei bis drei Milliarden Dollar, laut Forbes.

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine verschärften die Vereinigten Staaten im März 2022 ihre Sanktionen. Auch Großbritannien, die EU und Australien verhängten Sanktionen, beschlagnahmten im Zugriffsbereich sein Vermögen und verhängten ein Einreiseverbot. Inzwischen hat sich auch die Schweiz den EU-Sanktionen angeschlossen.

Wekselberg wurde im westukrainischen Drohobytsch südlich von Lwiw geboren. Sein Vater war Ukrainer jüdischer Herkunft, seine Mutter Russin. Sie war Mitglied der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und ist gemäß Wekselberg „bis heute von dieser Ideologie überzeugt“. Bedingt durch das Studium in Moskau konnte Wekselberg 1974 erstmals Drohobytsch verlassen. 1979 schloss er sein Studium an der Fakultät für Automatisierung und Computertechnik (Abteilung für automatisierte Steuerungssysteme) an der Staatlichen Universität für Verkehrswesen Moskau (MIIT) ab, wo er mit Leonard Blavatnik, seinem späteren Geschäftspartner studierte. Er absolvierte ein Aufbaustudium am Rechenzentrum der Akademie der Wissenschaften der UdSSR.

Bis zum Fall des Kommunismus 1991 arbeitete er als Forschungsingenieur (u. a. Software für staatliche Energiekonzerne) viele Jahre in einem Staatskonzern, dem Pumpenhersteller „Institute of Advanced Pneumatics“ in Moskau. Während des Umbaus der Wirtschaftsform der Sowjetunion (Perestroika) startete er ab 1988 parallel seine Karriere als Unternehmer. Laut Spiegel-Interview von 2006 war Wekselberg Laborleiter einer Firma, die Erdöl förderte, als Michail Gorbatschow 1988 mit Glasnost erstmals private Geschäfte per Gesetz erlaubte.

Er unterhält zahlreiche Wohnsitze, sein Hauptwohnort ist laut Forbes Magazine Moskau. Nach Abschaffung der Pauschalbesteuerung für reiche Ausländer im Kanton Zürich kündigte Wekselberg an, im Herbst 2010 seinen Wohnort aus diesem Kanton in den Kanton Zug zu verlegen. Nach eigenen Aussagen sei die geringe Steuerbelastung im Kanton Zug allerdings nur ein Grund von vielen für den Umzug.

2017 kaufte Wekselberg über die Lamesa-Group – mit Sitz in Panama – einen zyprischen Pass („Goldenes Visum“) und erlangte damit die Unionsbürgerschaft der Europäischen Union. Im August 2014 beteiligte sich Lamesa in Höhe von 1 Milliarde Euro an der Kapitalerhöhung der Bank of Cyprus. Gleichzeitig wurden der US-Handelsminister Wilbur Ross (Paradise Papers) und der ehemalige KGB-Beamte und Freund Putins, Vladimir Strzhalkovskiy, zum stellvertretenden Vorsitzenden der Bank gewählt. 2015, nach seinem Rücktritt als Vorstandsmitglied, verkaufte Strzhalkovskiy einen Teil seiner Anteile an Wekselberg. Ross trat von der Bank zurück, nachdem er 2017 als Handelsminister bestätigt worden war. Ab 19. Januar 2017 war Lamesa direkt oder indirekt Eigentümerin von 9,3 % der Aktien der Bank und damit größter Einzelaktionär und Wekselberg wurde 2017 die zypriotische „Ehreneinbürgerung“ verliehen.

Auf seinen Reisen zu den Ölfeldern fiel ihm auf, dass Elektrokabel nach einem Jahr entsorgt wurden und große Müllhalden entstanden waren. Für den Antrieb der Pumpen wurden Elektrokabel benötigt. Mit Freunden gründete er die Kooperative NPO KomWek (Kompanie Wekselberg), die ein Verfahren zur Rückgewinnung des Kupfers entwickelte und anfänglich Tauschhandel betrieb sowie für den Irkutsk Aluminium Konzern arbeitete.

Durch den Verkauf über staatliche Außenhandelsfirmen an große deutsche Firmen erlöste er für eine Tonne Kupfer 3000 Dollar. Für die entsprechende Menge Kabelschrott zahlte er jedoch nur 100 Dollar, da damals den staatlichen Energiekonzernen der Wert des Kupferschrotts unbekannt war. Nach einem Jahr setzte der Staat dem ein Ende. Wekselberg importierte preisgünstig gebrauchte Computer im Westen, rüstete sie mit eigener Software aus und verkaufte sie teuer an staatliche Energiekonzerne. Durch diese Geschäfte mit staatlichen Energiekonzernen wurde Wekselberg reich.

1991 gründete er mit seinem ehemaligen Mitstudenten und Exilrussen Leonard Blavatnik die Renova-Gruppe (auch Access-Renova). Zwei Drittel der Anteile gehören zu Wekselbergs KomWek und ein Drittel zu Access Industries. Blavatnik lebte in den USA und brachte über sein Investmentunternehmen Access Industries westliches Kapital in das gemeinsame Unternehmen ein. Die Renova ist hauptsächlich in Russland, den GUS-Staaten, der Schweiz, Südafrika und den Vereinigten Staaten tätig und profitierte 1993 finanziell von der Privatisierung der Aluminiumindustrie in Russland unter Jelzin. Wekselberg beteiligte sich in den 1990er Jahren auch an den harten Kämpfen um die Kontrolle der russischen Aluminiumindustrie. Er kaufte Raffinerien im Ural und in Ostsibirien auf, um sie 1996 zur Siberian-Urals Aluminium Company (SUAL) zu vereinigen, die damals rund 20 Prozent des russischen Aluminiums produzierte. Besonders wertvoll sind die europaweit größten Bauxitvorkommen des Konzerns und die Kontrolle über den zweitgrößten russischen Energieproduzenten Irkutskenergo, der die preiswerte Energie für die Aluminiumproduktion liefert. Renova erwarb sich schnell den Ruf, eines der fortschrittlichsten Investment- und Geschäftsunternehmen in Russland zu sein, und investierte in zahlreichen Branchen. 1994 führte Renova in Russland die erste feindliche Übernahme eines Unternehmens nach westlichem Muster durch und nutzte konsequent die Möglichkeiten der Privatisierung staatlicher Betriebe.

Die Renova-Gruppe, mit diversen Sitzen und Ablegern weltweit, umfasst seither Erdöl-, Erdgas-, Maschinenbau-, Chemie-, Telekom-, Immobilien- sowie Versorgungsunternehmen, Gold- und Platinminen sowie einen Private-Equity-Fund.

Nach der Wiederwahl von Boris Jelzin als russischer Staatspräsident im Jahr 1996 beteiligte sich Wekselberg an den Versteigerungen von Staatsbetrieben. Im Juli 1997 konnte er zusammen mit der Alpha-Gruppe 44 Prozent der Tyumen Oil Company (TNK) übernehmen. Dafür sollten 810 Millionen US-Dollar in die TNK, eines der größten russischen Öl- und Gasunternehmen, investiert werden.

Noch im Jahr 1997 übernahm Wekselberg die Kontrolle über diese Gesellschaft. 2003 wurde ein Joint Venture mit dem Ölkonzern British Petroleum (BP) gebildet und die TNK-BP Ltd. in der Steueroase Britische Jungferninseln gegründet. British Petroleum (BP) investierte damals rund sieben Milliarden USD und brachte internationale Erfahrung und technische Perfektion ein. Die anderen 50 % hielt das damalige Konsortium ARA. Die Access Industries von Leonard Blavatnik hielt zusammen mit der Renova Group von Wekselberg einen Anteil von 12,5 %, die Alfa-Gruppe des Oligarchen Michail Fridman einen Anteil von 37,5 %.

Auf Druck der russischen Regierung unter Wladimir Putin musste TNK-BP im Juni 2007 ihren Anteil am ostsibirischen Gasfeld Kowytka deutlich unter Wert an Gazprom verkaufen. Wekselberg war Leiter der Erdgassparte von TNK-BP und versuchte seither, die Anteile zurückzukaufen. Seit 2013 ist das Unternehmen eine hundertprozentige Rosneft-Tochter. Wekselberg erlöste 7 Milliarden Dollar für seinen Anteil von 12,5 % an TNK-BP.

2003 vereinbarte Wekselberg mit einem Investmentunternehmen der britischen Bankdynastie Fleming dessen Beteiligung mit 23 Prozent am umstrukturierten SUAL-Konzern.

2006 gab es in Russland noch immer keine Gerichtsbarkeit, kein Unternehmensrecht, das vor unsauberen Übernahmen schützte, sowohl privates Eigentum, als auch große Konzerne waren betroffen.

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