An diesem Tag

Wii U

Stationäre Spielkonsole der achten Konsolengeneration von Nintendo

Anúncio

Die Wii U ist eine stationäre Spielkonsole des japanischen Unternehmens Nintendo. Sie stellt den Nachfolger der Wii dar und ist Nintendos sechste weltweit veröffentlichte Heimkonsole. In Nordamerika erschien sie am 18. November 2012, in Europa am 30. November 2012 und in Japan am 8. Dezember 2012. Die Wii U stand in direkter Konkurrenz zu Sonys PlayStation 4 und Microsofts Xbox One (beide 2013 erschienen). Anfang 2017 stellte Nintendo die Produktion der Konsole ein. Der Nachfolger der Wii U ist die Nintendo Switch.

Das Alleinstellungsmerkmal der Wii U ist der Tablet-ähnliche Controller, der über einen Touchscreen verfügt und als Wii U GamePad bezeichnet wird. Somit stehen zur Bildausgabe zwei Bildschirme zur Verfügung: Der Fernseher und das Gamepad. Dies eröffnet neue Mehrspielermöglichkeiten, bei denen Spieler unterschiedliche Informationen zur Verfügung haben. Nintendo benutzt im Englischen hierfür den Terminus „asymmetric gameplay“ („asymmetrische Spielmechanik“). Das GamePad bietet alle bekannten Steuerungsmöglichkeiten herkömmlicher Pads, außerdem Bewegungssensoren, Kameras, Mikrofon, Stereo-Lautsprecher und TV-Fernbedienung.

Alternativ wird die Wii U mit einem klassischen Controller ohne Touchscreen, dem Wii U Pro Controller, bedient. Diverse auf Bewegungssteuerung ausgelegte bzw. Zeiger-basierte Wii-U-Spiele nutzen auch weiterhin die von der Wii bekannten Wii-Remote-Plus-Fernbedienungen als optionale Steuerungsvariante. Werden GamePad und vier Wii-Fernbedienungen oder Wii U Pro Controller gleichzeitig verwendet, sind lokale Mehrspieler-Partien mit bis zu fünf Spielern möglich.

Die Konsole ist abwärtskompatibel zu Software und Zubehör der Vorgängerkonsole Wii. Unterstützt werden nach Aussage von Nintendo fast alle Wii-Spiele sowie die Steuerung dieser mit dem jeweiligen Wii-Controller. Die Wii U ist die erste HD-fähige Nintendo-Konsole. Optional unterstützen ausgewählte Titel auch die Videoausgabe in stereoskopischem 3D. Auf dem Bildschirm des Wii-U-GamePad kann Anaglyph 3D dargestellt werden.

Erstmals bei einer Nintendo-Konsole werden Speicherstände, registrierte Freunde und andere anwenderspezifische Daten in sogenannten Nutzern organisiert. Jeder Nutzer wird durch einen selbst erstellten Avatar, Mii genannt, repräsentiert. Zum Erstellen und Bearbeiten solcher Miis dient die Mii-Maker-Anwendung. Es ist ebenfalls möglich, Miis von einem Nintendo 3DS oder Wii zu übertragen. Der Nutzer kann sich über das Nintendo Network eine eigene Online-ID erstellen. Hierzu werden ein selbst gewähltes Passwort, ein Nutzername und eine E-Mail-Adresse benötigt. Spieler ohne Nintendo Network-ID haben keinen Zugriff auf die Online-Funktionen der Konsole. Auf einer Konsole können bis zu 12 Nutzer angelegt werden. Erworbene Software aus dem Nintendo eShop und Speicherdaten aus dem Wii-Modus sind nutzerunabhängig.

Entwicklungsgeschichte und Veröffentlichung

Die Nintendo Wii erschien Ende 2006 und brachte als Innovation einen Controller mit Bewegungssensoren. Mit bis April 2011 etwa 86 Millionen verkauften Einheiten hatte die Konsole Erfolg. Bis 2011 aber nahmen die Wii-Verkäufe stark ab, sodass auch Nintendos Umsatz fiel. Am 20. Mai 2011 wurde der Preis für die Wii-Konsolen reduziert.

Zunächst gab es Gerüchte um eine Grafikerweiterung für die Wii, welche die Konsole HD-tauglich machen solle. Seit April 2011 entstanden viele Gerüchte über einen Wii-Nachfolger. Übereinstimmend wurde von einem Project Café gesprochen, das über einen Tablet-artigen Controller und Grafik auf Niveau der Konkurrenz verfügen solle.

Am 25. April 2011 schließlich gab Nintendo offiziell die Arbeiten an einem Wii-Nachfolger bekannt und nutzte die diesjährige E3, die vom 7. bis zum 9. Juni 2011 in Los Angeles stattfand, um das Gerät zu präsentieren. Dort lag es in spielbarer Form vor und wurde am 7. Juni um 18 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit erstmals vorgestellt. Die Vorstellung wurde auf der offiziellen Webpräsenz von Nintendo übertragen. Augenmerk bei der Präsentation war der Controller.

Die Wii U wurde, wie alle vorherigen Nintendo-Heimkonsolen, von der internen Abteilung Nintendo Integrated Research & Development (IRD) unter der Leitung von Gen’yō Takeda entwickelt. Hardwareproduzent war Katsuya Eguchi. Foxconn stellte die Konsole her.

Erste Planungen zu einem Nachfolger der Wii-Konsole kamen unmittelbar nach deren Erscheinen auf. So erzählte Satoru Iwata, 2007 habe man Ideen für eine neue Konsole gehabt, die zwei Bildschirme verwenden solle. Dabei war zunächst unklar, wo der zweite Bildschirm sein solle. Man entschied zunächst, der zweite Bildschirm solle ein eigenes Gerät werden, das man beispielsweise auf einen Tisch stellen müsse, wobei der Bildschirm aus Kostengründen kleiner sein sollte. Auch unklar war, ob das System portabel sein oder mit einem Grundgerät zusammenarbeiten sollte. Schließlich wurde der zweite Bildschirm aber in den Controller integriert.

Für den Datenaustausch zwischen Konsole und GamePad entwickelte Nintendo in Zusammenarbeit mit Broadcom eine besondere WiFi-Technik.

Reaktionen und Veröffentlichung

Nach der Vorstellung der Konsole sank der Aktienkurs von Nintendo um 7,5 Prozent und war damit niedriger als in den vorherigen fünf Jahren. Dies wird damit erklärt, dass die Wii U die hohen Erwartungen an den Nachfolger der Wii nicht erfüllen konnte.

Am 13. September 2012 wurde die Konsole während Nintendo-Direct-Präsentationen für die USA, Japan, Europa und Australien noch einmal im Detail vorgestellt und Erscheinungsdaten sowie Preise für die verschiedenen Absatzmärkte genannt. Demnach sollte die Wii U zunächst am 18. November 2012 in den USA erscheinen und am 30. November in Europa und Australien. Die Veröffentlichung in Japan wurde für den 8. Dezember angekündigt. Es sollte zwei Wii-U-Bundles geben. Das Basis-Paket enthält die in Weiß gehaltene Konsole mit einem 8 GByte großen Flash-Speicher, von dem etwa 3 GByte für Software-Downloads nutzbar sind, sowie ein ebenso in Weiß gehaltenes Wii-U-GamePad. Zum Vergleich: Die Konkurrenzkonsolen PlayStation 4 und Xbox One boten jeweils 8 GB Arbeitsspeicher und 500 GB Massenspeicher. Das Premium-Paket umfasst neben der schwarzen Konsole mit einem 32 GByte (etwa 25 GByte für Software-Downloads nutzbar) fassenden internen Speicher und einem schwarzen GamePad darüber hinaus weiteres Zubehör wie Standfüße für die Konsole, eine Ladestation und eine Aufstellhalterung für das GamePad und das Spiel Nintendo Land. Die Kosten für die Basis-Variante belaufen sich in Japan auf 26.250 Yen und 31.500 Yen für das Premium-Paket. In den USA liegt der Preis für das kleine Wii-U-Paket bei 299,99 US$ und für das größere Paket bei 350 US$. Für Europa hat Nintendo keine Preise genannt und berief sich auf die autonome Preisgestaltung der Einzelhändler.

Zum Veröffentlichungstermin waren die Reaktionen in der Presse eher gemischt und verhalten optimistisch.

Die Konsole setzt mit der PowerPC-Architektur der dritten Generation (G3) auf ein CPU-Design, das beinahe unverändert bereits in der Wii sowie dem Nintendo GameCube zum Einsatz kam und ursprünglich aus dem Jahr 1997 stammt. Der gesamte Chip fällt mit circa 33 mm2 in 45 nm vergleichsweise klein aus. Bei identischer Strukturgröße nimmt ein einzelner CPU-Core der Xbox 360 inklusive zugehörigem L2-Cache etwa dieselbe Fläche ein wie der gesamte Hauptprozessor der Wii U und verfügt damit ungefähr auch über dieselbe Anzahl an Transistoren. Die CPU bewegt sich somit in der Größenklasse eines Intel-Atom-Prozessors, wobei selbst dieser in 45 nm teils größere Chipflächen aufweist. In der Wii U ist noch zusätzlich eine ARM-CPU verbaut, der für die IO-Prozesse und das OS zuständig ist. Dadurch kann die volle Leistung des IBM-Prozessors für die Spiele genutzt werden.

Die Konsole besitzt 2 GByte DDR3-1600-Arbeitsspeicher, davon ist 1 GByte für das Betriebssystem reserviert. Mit 12,8 GByte/s ist die Speicherbandbreite zum Hauptspeicher rund 43 Prozent niedriger als bei PlayStation 3 und Xbox 360.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Wii U | World in Stories