Wichmann II. (auch mit dem Namenszusatz der Jüngere bezeichnet) aus dem sächsischen Adelsgeschlecht der Billunger, (* um 930; † 22. September 967) war Graf in vielen Gauen in Engern und wurde bekannt als der „Rebell des Ottonen-Reiches“.
Wichmann war der Sohn des Grafen Wichmann I. (der Ältere) aus dem Geschlecht der Billunger (* um 900, † 23. April 944).
Seine Mutter war höchstwahrscheinlich eine Schwester von Königin Mathilde, der Gemahlin von König Heinrich I. Somit war Wichmann ein angeheirateter Neffe von Heinrich I. und ein Vetter von Kaiser Otto I.
Der Vater Wichmanns hatte noch zwei jüngere Brüder:
Amelung, der Bischof von Verden wurde, und
Hermann (in der Literatur wird in der Regel der Doppelname Hermann Billung genannt), der später Herzog von Sachsen wurde.
Wichmann hatte folgende Geschwister:
Bruno (* 920/925, † 14. Februar 976), der 962 als Bruno I. von Sachsen Nachfolger seines Onkels Amelung im Bistum Verden wurde;
Ekbert, (* um 932; † April 994) (auch Ekbert der Einäugige genannt);
Hadwig (* 939, † 4. Juli 1014), auch bekannt als Hathui, verheiratet mit Siegfrid, dem ältesten Sohn des Markgrafen Gero; nach dessen Tod erste Äbtissin von Gernrode
Dietrich († 25. August 985), der spätere Markgraf der Nordmark
ein Bruder Wichmanns war, ist in der Geschichtsforschung umstritten. Eine zumindest nahe verwandtschaftliche Beziehung zu den Billungern scheint aber gesichert zu sein.
Wichmann war verheiratet. Seine Frau hieß vermutlich Hathwig.
Zu Nachkommen Wichmanns ist ebenfalls wenig bekannt. Genannt werden:
Imma und Frideruna (auch Frederuna), († 3. Februar 1025?), beide Äbtissinnen von Kemnade.
Wichmann wurde bereits als Kind an den Hof von Otto I. geholt und dort gemeinsam mit seinem Bruder Ekbert und dem etwa gleichaltrigen Sohn Ottos, Liudolf, wie ein Königssohn erzogen. Obwohl noch jung an Jahren, werden ihm die Zwistigkeiten, die sowohl innerhalb der königlichen Familie als auch zwischen dem König und Wichmanns Vater herrschten, nicht entgangen sein.
Die von Ottos Vater, König Heinrich I., geschaffene Hoheit über die slawischen Stämme im Gebiet zwischen den Linien Elbe/Saale und Oder/Neiße war noch wenig gefestigt. So erhoben sich unmittelbar nach König Heinrichs Tod im Jahre 936 die Stämme der Redarier, die südöstlich der Müritz angesiedelt waren. Heinrichs Nachfolger Otto I. setzte den Onkel Wichmanns, Hermann Billung, als Heerführer ein und beauftragte ihn mit der Niederschlagung des Aufstandes. Hermann Billung zwang die Redarier erneut unter Tribut, wofür ihn der König zum Markgrafen über die slawischen Gebiete der Redarier, Abotriten, Wagrier und auch gegen die immer wieder von Norden einfallenden Dänen berief.
Wichmanns Vater empörte sich gegen diese Bevorzugung des jüngeren Bruders. Da seine Einwände jedoch beim König kein Gehör fanden, verließ er, Krankheit vorgebend, das Heer und schlug sich auf die Seite des Herzogs Eberhard von Franken, der sich wegen einer Lehensstreitigkeit im offenen Konflikt mit Otto I. befand. Im Jahre 938 gab er jedoch seinen Widerstand gegen den König auf und blieb ihm fortan ergeben.