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Werner Jacob (Musiker)

Deutscher Organist, Komponist und Hochschullehrer

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Werner Fritz Hermann Herbert Jacob (* 4. März 1938 in Mengersgereuth, Thüringen; † 23. Mai 2006 in Nürnberg) war ein deutscher Organist, Komponist und Hochschullehrer.

Werner Jacob wuchs in Mengersgereuth im Thüringer Wald auf. Um den Repressionen bezüglich seines geplanten beruflichen Werdegangs zu entgehen, siedelte er 1956 in die BRD über und studierte bis 1961 Orgel bei Walter Kraft, Cembalo, Komposition bei Wolfgang Fortner, Dirigieren bei Carl Ueter sowie Kirchenmusik an der Hochschule für Musik Freiburg und schloss mit dem A-Examen ab. Private Orgelstudien verfolgte er bei Anton Nowakowski. Die erste hauptamtliche Anstellung erfolgte an der Lutherkirche Freiburg, gefolgt von einer Tätigkeit an der Dreieinigkeitskirche Nürnberg.

Jacob war von 1969 bis 1990 Kantor an St. Sebald in Nürnberg und anschließend Titularorganist. Von 1986 bis 2003 prägte er als künstlerischer Leiter die Internationale Orgelwoche Nürnberg – Musica Sacra (ION).

An der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart lehrte er von 1976 bis 1998 die Fächer künstlerisches Orgelspiel und Komposition und leitete die dortige Abteilung für Kirchenmusik. Schüler von ihm sind unter anderem Christoph Bossert, Jörg-Hannes Hahn, Samuel Kummer und Martin Strohhäcker. Er war Juror bei zahlreichen Orgel- und Kompositionswettbewerben und von 1971 bis 1979 Dozent an der Internationalen Sommerakademie für Organisten in Haarlem und Juror des dortigen Orgelimprovisationswettbewerbs.

Jacob konzertierte intensiv in Europa (einschließlich der ehemaligen Sowjetunion und den Ostblockländern), Kanada, den USA, Hongkong, Japan, Korea und Australien. Sein Engagement für zeitgenössische Orgelmusik führte zu über 140 Ur- und Erstaufführungen. Die Diskografie umfasst mehr als 90 Einspielungen (LP und CD).

Neben seiner Organistentätigkeit komponierte er in nahezu allen Gattungen. Bis zuletzt schrieb er an einer – unvollendet gebliebenen – fünfsätzigen Symphonie für großes Orchester.

Werner Jacob erhielt 1983 den Preis der Stadt Nürnberg, wurde 1992 mit dem Bundesverdienstkreuz und 1993 mit dem Wolfram-von-Eschenbach-Preis ausgezeichnet. 2003 bekam er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und die Bürgermedaille der Stadt Nürnberg.

Jacob verstarb am 23. Mai 2006 nach langer Krankheit im Alter von 68 Jahren. Sein Sohn ist der Musikwissenschaftler, Organist und Hochschullehrer Andreas Jacob.

Improvisation sur E.B. (Ernst Bloch zu Ehren) (1970)

Metamorphosen über Themen aus Max Regers op.135b (1975)

Suscipe verbum (1996) für Horn in F und Orgel nach einem Responsorium des „Maulbronn-Lichtenthaler Antiphonale“

„...sine nomine super nominam...I“ (1985) Fantasia per organo, timpani e altri strumenti a percussione

Quartett (1960) für Oboe, Klarinette, Horn und Fagott

De visione resurrectionis (1966) für gemischten Chor, Bariton solo, 2 Schlagzeuggruppen und Orgel

Telos nomou für Sprecher und Instrumente; biblische Szene Babel für Sprecher, 5 Soliloquenten und gemischten Chor

Canticum II – Canticum Canticorum für Soli, Chor und Instrumentalisten

Canticum III – Canticum Caritatis (1991) Wenn ich mit Menschen und Engelszungen redete für Sopran, 2 Gongs und tamtam

Johann Sebastian Bach, Das Orgelwerk, (Gesamtaufnahme), EMI-Classics

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