Der Sport-Verein „Werder“ von 1899 e. V., bekannt als SV Werder Bremen oder einfach nur Werder Bremen, SV Werder oder Werder, ist mit 68.000 Mitgliedern (Stand: 1. Juli 2026) der größte Sportverein aus der Freien Hansestadt Bremen und der dreizehntgrößte Deutschlands. Sein Profiteam im Fußball ist Gründungsmitglied der Bundesliga und hält gemeinsam mit dem FC Bayern München den Rekord der meisten Spielzeiten in der höchsten Fußballliga Deutschlands, wobei die Bremer zwischenzeitlich zweimal ab- und jeweils direkt wieder aufgestiegen sind.
Mit 14 nationalen Titeln (viermal Deutscher Meister, sechsmal DFB-Pokalsieger, dreimal Supercup- und einmal Ligapokalsieger) zählt Werder zu den erfolgreichsten Fußballvereinen des Landes. International steht der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1992 zu Buche. Sowohl in der Ewigen Tabelle der Bundesliga als auch in der Ewigen Tabelle des DFB-Pokals belegt Bremen den dritten Platz.
Anfang Februar 1899 als Fußball-Verein „Werder“ von 1899 gegründet, bietet er heute neben Fußball auch Handball, Leichtathletik, Tischtennis, Turnspiele, Gymnastik und Schach an. Werder Bremen besteht nach der Ausgliederung profitorientierter und leistungssportlicher Abteilungen des Gesamtvereins am 27. Mai 2003 aus dem für den Amateursport zuständigen gemeinnützigen Sport-Verein „Werder“ von 1899 e. V. und der unter anderem für den Profifußball verantwortlichen SV Werder Bremen GmbH & Co KG aA.
Der Vereinsname ist vom an der Weser gelegenen Stadtwerder abgeleitet, auf dem sich das erste Trainings- und Spielgelände des Vereins befand. Das Wort Werder bezeichnet eine Flussinsel oder das Land, das von einem Fluss aufgeschwemmt wurde, wie den Peterswerder, auf dem sich das heutige Bremer Weserstadion befindet, in dem Werder Bremens Fußballprofis ihre Heimspiele austragen.
1899 bis 1933: Von der Gründung und den ersten Jahrzehnten
Anfang Februar 1899 gründeten 16-jährige Schüler aus handelsbürgerlichen Kreisen mit dem Fußball-Verein „Werder“ von 1899, einem reinen Fußballverein, den Vorläufer des heutigen SV Werder Bremen. Sie hatten bei einem Sportwettbewerb – manche Quellen berichten von einem Tauziehen, andere von einem Stafettenlauf – einen Fußball gewonnen und mit diesem erstmals auf dem Stadtwerder gespielt, wodurch der Grundstein für den FV Werder Bremen und dessen Namen gelegt wurde. Als Gründungsdatum gilt heute der 4. Februar 1899. Weil kein Protokoll der Gründungsversammlung mehr existiert, beruht diese Angabe maßgeblich auf einer Schilderung des ersten Schriftführers des Vereins, die dieser jedoch erst 62 Jahre später im Oktober 1961 niederschrieb. Werders älteste schriftlich überlieferte Vereinssatzung aus dem Jahr 1912 datierte die Gründung ebenso wie die Satzungen von 1931, 1932 und 1933 hingegen auf den 1. Februar 1899. Noch bis zu einer im September 2021 beschlossenen Satzungsänderung behauptete die Werder-Satzung stattdessen als Gründungsdatum den 5. Februar 1899.
Bereits im Dezember 1899 trat der FV Werder dem Verband Bremer Fußball-Vereine bei. In den ersten Jahren durften nur Männer Mitglied werden, die eine höhere Schulbildung nachweisen oder eine Zweidrittelmehrheit im Vorstand für sich gewinnen konnten. Der FV Werder gehörte im Januar 1900 zu den 86 Gründungsvereinen des Deutschen Fußball-Bundes. Am 30. März 1902 trat der FV Werder Bremen erstmals zu einem Spiel im Ausland an, und zwar in Groningen gegen die Groninger Sport Vereniging Be Quick 1887, das die Gastgeber mit 3:0 gewannen.
1903 wurde der Verein mit drei Mannschaften erstmals in allen drei existierenden Spielklassen Bremer Meister und war 1905 der erste Bremer Klub, der Eintrittsgelder verlangte und sein Spielfeld einzäunte. 1910 erlangte Werder überregionale Aufmerksamkeit, als das Endspiel um die Norddeutsche Fußballmeisterschaft erreicht wurde. Dort unterlag man Holstein Kiel. Der FV Werder Bremen qualifizierte sich 1913 als einziger Bremer Verein für die neu gegründete Norddeutsche Verbandsliga, aus der er 1913/14 aber abstieg (sie wurde dann ohnehin aufgelöst). Der Verein musste sich in dieser Zeit gegen nationalistische Tendenzen, vor allem aus der Turnerbewegung, zur Wehr setzen, die den Fußball für einen „Unsport“ und wegen seiner englischen Herkunft für „undeutsch“ hielten. Trotzdem wurde während des Ersten Weltkriegs der Spielbetrieb weitergeführt und 1916 erneut die Bremer Meisterschaft gewonnen.
Anders als einige andere Vereine überstand der FV Werder trotz vieler gefallener Mitglieder die Kriegsfolgen, was hauptsächlich dem Engagement des damaligen Vorsitzenden Hans Jaburg zu verdanken war. Nach dem Krieg wurde mit der Neustrukturierung des Vereins begonnen. Ab 1919 durften auch Frauen Mitglieder werden; ein Jahr später erfolgte, dem Trend der damaligen Zeit entsprechend, die Erweiterung vom Fußball- zum Sportverein mit unter anderem einer Tennis-, Leichtathletik-, Schach- und damals auch Baseball- und Cricketabteilung. Dem entspricht die im selben Jahr durchgeführte Umbenennung in Sport-Verein „Werder“ Bremen von 1899, wobei Fußball weiterhin die wichtigste Sportart innerhalb des Vereins blieb. Ende 1909 hatte der Verein 112 Mitglieder gezählt, bis zum Ersten Weltkrieg stieg die Mitgliederzahl auf fast 300, im Juni 1920 waren es schon 1044 Mitglieder.
Als erster Bremer Verein engagierte er 1922 mit dem Ungarn Ferenc Kónya einen hauptberuflichen „Sportlehrer“ (so die übliche Bezeichnung der Trainer bis in die 1950er Jahre), der aus dem „Sportlehrerfonds“ finanziert wurde. Die damalige Hyperinflation und Werders daraus resultierende Finanzprobleme führten jedoch zur baldigen Trennung. 1924 kehrte Kónya zurück an die Weser. Ab 1921 spielte Werder in der Westkreisliga, der damals höchsten Spielklasse. In der ersten Saison wurde zunächst nur der siebte von acht Plätzen belegt. Als die Liga in der nächsten Spielzeit in die Staffeln Weser und Jade unterteilt wurde, erreichte Werder in letzterer den ersten Rang und wurde nach einem 5:0-Sieg im Entscheidungsspiel gegen den VfB Oldenburg Meister der Westkreisliga. In der Qualifikation zur Endrunde um die norddeutsche Meisterschaft schied der Verein gegen den SV Arminia Hannover aus. Ab der Saison 1924/25 wechselte Werder in die Staffel Weser, in der er 1926 Erster wurde, aber im Entscheidungsspiel gegen den Bremer SV mit 1:6 verlor. Im folgenden Jahr wurde nach einer Endspielniederlage gegen den VfB Komet Bremen erneut die Vizemeisterschaft der Westkreisliga erreicht. Auch 1928 unterlag Werder, nun wieder in der Staffel Jade antretend, diesem Verein im Endspiel. Nachdem die Saison 1928/29 aufgrund der Fußball-Revolution ausgefallen war, schloss Werder im nächsten Jahr die Oberliga Weser/Jade auf Platz vier ab. Im Achtelfinale der Endrunde um die norddeutsche Meisterschaft schied der Verein 1931 gegen Altona 93 nach Verlängerung mit 2:3 aus und belegte zwei Jahre später nur den letzten von vier Plätzen.
Ein geeigneter Ort für die Spiele und zum Training war auch 1925, also zwei Jahre nach der Westkreisligameisterschaft, noch nicht gefunden, so dass der Verein mit dem Allgemeinen Bremer Turn- und Sportverein (ABTS) um den Bau eines Stadions am Weserufer konkurrierte, wobei sich der ABTS durchsetzte. Wie zu dieser Zeit auch mehrere andere Bremer Vereine, trug Werder seit 1930 die meisten, später alle seine Heimspiele in der nun Weserstadion genannten ehemaligen ABTS-Kampfbahn aus, da sich der ABTS beim Bau finanziell übernommen hatte und das Stadion an den SV Werder verpachten musste.
1933 bis 1945: Die Zeit des Nationalsozialismus
Die NS-Zeit brachte erhebliche Veränderungen auch im deutschen Ligafußball mit sich: Es wurden 16 Gauligen eingeführt, die von nun an die höchste deutsche Spielklasse waren. Werder Bremen gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Gauliga Niedersachsen, wo der Verein die ersten überregionalen Erfolge verbuchte. Die Bremer Kampfbahn (Weserstadion) wurde in dieser Zeit oft auch für politische Propagandaveranstaltungen der Nationalsozialisten benutzt. Da sich eine Professionalisierung des Fußballs andeutete, der bis dato reiner Amateursport gewesen war, verstärkte Werder Anfang der 1930er-Jahre seine Mannschaft mit einigen späteren Nationalspielern: 1933 kam Hans Tibulski nach Bremen und bei der Weltmeisterschaft 1934 im Spiel um Platz drei trug der im Januar desselben Jahres verpflichtete Matthias Heidemann als erster Bremer Spieler das Nationaltrikot. Als man versuchte, auch Edmund Conen anzuwerben, gab es jedoch Ärger und eine Sperre u. a. für den Trainer Josef Müller. Unter Trainern wie Josef Müller oder Walter Hollstein wurde die neue Gaumeisterschaft Niedersachsen 1934, 1936, 1937 und 1942 gewonnen. Im Jahr 1935 wurde in der Gauliga Niedersachsen die Vizemeisterschaft erreicht, so wie auch 1943 in der ein Jahr zuvor eingeführten Gauliga Weser-Ems. 1937 wurde Karl Mayer mit zehn Toren Torschützenkönig in der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft.