Die Weltweite Evangelische Allianz (kurz WEA; englisch World Evangelical Alliance) wurde 1846 in der Freemasons’ Hall in London gegründet und ist die weltweit größte konfessionsübergreifende Vereinigung evangelischer Christen. Die WEA besteht aus Evangelischen Allianzen in 9 Regionen mit 163 nationalen Allianzen, die 2026 nach eigene Angaben über 600 Millionen Menschen mehrheitlich evangelikaler Überzeugung vertreten. Die Sitze der WEA sind an den UN-Sitzen New York City und Genf. Ziel ihrer Arbeit ist, „die Zusammenarbeit und das Zeugnis evangelikaler Christen weltweit zu fördern“. Seit 2025 ist der palästinensische Pastor Botrus Mansour aus Israel ihr Generalsekretär.
Die Leitung der WEA hat der Generalsekretär inne. Das Senior Leadership Team besteht aus der Person des Generalsekretärs (General Secretary), dem Chief of Staff sowie 6 Bereichsleitern. Das Leitungsteam wird durch das International Council (IC) überwacht, das mindestens aus einem Repräsentanten jeder der neun Regionen besteht. Den Vorsitz des IC hat mit Stand 2026 Godfrey Yogarajah aus Sri Lanka inne. Die Mitglieder des IC werden wiederum alle sechs Jahre auf einer General Assembly mit zuletzt 800 Teilnehmern gewählt.
Die WEA hat drei Arten von Mitgliedsorganisationen:
Neun regionale Evangelische Allianzen, die einen Kontinent oder eine Großregion abdecken,
mit in Summe 163 nationalen Evangelischen Allianzen,
sowie sechs kirchliche Netzwerke, wie z. B. die Heilsarmee, und
über 120 assoziierte Mitglieder, überwiegend gemeinnützige Werke oder Bildungseinrichtungen.
Die nationalen Evangelischen Allianzen weisen in ihrer Größe und Organisation deutliche Unterschiede auf. Die Evangelische Allianz in Deutschland als Verein bietet keinen Kirchen, sondern nur Einzelpersonen die Mitgliedschaft an (aktuell rd. 60 Personen) und übersieht ein Netzwerk aus 370 ihr nahestehenden aber rechtlich eigenständigen Organisationen. Die Schweizerische Evangelische Allianz bietet Mitgliedschaften für Einzelpersonen aber auch lokale Kirchen und nationale Denominationen an.
Die WEA bezeichnet sich als die „evangelikale Stimme bei den Vereinten Nationen“ (Original: Evangelical Voice at United Nations) und hat dort die Rolle eines Sonderberaters (Special Consultative Status) im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Sie ist bei der UNO-Hauptabteilung für Globale Kommunikation akkreditiert und nimmt regelmäßig an den Sitzungen des UN-Menschenrechtsrats in Genf teil. Das WEA Sustainability Center ist am UN-Sitz Bonn für Themen der Nachhaltigkeit zuständig und bemüht sich um die Umsetzung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung.
Die WEA ist als Lobbyorganisation im Transparenz-Register des Europäischen Parlaments eingetragen und wird dort von Thomas Bucher vertreten.
Die Weltweite Evangelische Allianz bezieht Positionen zu zahlreichen Themen:
Die WEA Arbeitsgruppe für Nachhaltigkeit (Original: Creation Care Task Force; kurz: CCTF) ist seit 2012 für die Vermittlung von nachhaltigen Zielen aktiv. Sie arbeitet zusammen mit dem Lausanne Creation Care und hat als Ziel, Gottes Geschenk der Schöpfung zu bewahren (Original: care for God’s gift of creation). Die WEA nahm an der UN-Klimakonferenz in Glasgow 2021 teil. Globale Klimabotschafterin ist die Professorin und Klimaforscherin Katharine Hayhoe. Die globale evangelikale saubere Energie-Initiative (Original: Global Evangelical Clean Energy Initiative) setzt sich dafür ein, dass Evangelikale weltweit bis 2025 ihren Co2-Ausstoß um 20 % senken. Sie organisiert zusammen mit der amerikanischen Firma Smart Roofs Solar weltweit Kirchen mit Solarzellen nachzurüsten.
Die WEA hat mit Journey Passport eine digitale Ausbildungsmöglichkeit für religiöse Leiter auf der ganzen Welt erstellt. Die App und das Netzwerk werden von der WEA IT Kommission verwaltet und inhaltlich durch das Global Institute of Leadership (GIL) erweitert. Die Applikation ist eine Mischung aus Lern- und Netzwerk Community. Das WEA Center for Information Technology steht seit 2004 als IT-Dienstleister für Kirchen weltweit zur Verfügung und betreibt auf sechs Kontinenten so genannten Kompetenzzentren, die Kirchen vor Ort mit der Übertragung von Livestreams ihrer Gottesdienste helfen. Das International Council for Evangelical Theological Education (ICETE) akkreditiert die theologische Ausbildung von 1.200 theologischen Ausbildungsstätten auf der ganzen Welt. Sie führt Akkreditierungsinstitute auf acht Kontinenten:
Afrika: Association for Christian Theological Education in Africa (ACTEA)
Asien: Asia Theological Association (ATA)
Karibik: Caribbean Evangelical Theological Association (CETA)
Europa: European Council for Theological Education (ECTE)
Euro-Asien: Euro-Asian Accrediting Association (E-AAA)