Wedel ist eine Mittelstadt im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein. Sie liegt im Bereich des westlichen Agglomerationsgürtels um die norddeutsche Metropole Hamburg und ist damit Teil der Metropolregion Hamburg. 30 Jahre lang hieß die Stadt offiziell Wedel (Holstein); den Klammerzusatz gab sie 1993 auf.
Das Gebiet der Stadt Wedel erstreckt sich am Übergang des Altmoränenbereichs westlich des Hamburger Stadtteils Rissen in die vorgelagerte Wedeler Marsch zwischen der Wedeler Au im Norden und der Elbe im Süden (Abschnitt: Unterelbe). Die Wedeler Au ist teilweise zu einem Mühlenteich aufgestaut.
Die Stadt liegt im westlichen Abschnitt des Naturraums Hamburger Ring (Haupteinheit Nr. 695) der Gruppe Südholsteinische Geest.
Die Stadt Wedel gliedert sich in die Kernstadt und den Stadtteil Schulau.
Wedel ist von folgenden Gemeindegebieten umgeben:
Im Januar 2024 wurde in einem Schrebergarten der Fund des Meteoriten Wedel gemacht.
Im Jahre 1212 wurde Wedel erstmals erwähnt. Der Name wird vom altsächsischen Wort „Wadil“ abgeleitet und bezeichnet eine Furt. Diese Furt ist die Querung des historischen Ochsenweges durch die Niederung der Wedeler Au. Durch die Lage am Ochsenweg hatte Wedel bereits zu früher Zeit einen bedeutenden Viehmarkt. Dieser lebte in einer Tradition des sogenannten Ochsenmarktes bis zum Jahr 2019 fort.
Von der Errichtung um das Jahr 1311 durch die Grafen von Schauenburg an gab es die Hatzburg in der Wedeler Marsch. Um 1400 wurde die Burg als Herrschaftssitz aufgegeben – dieser wurde nach Pinneberg verlegt –, jedoch bis 1710 als Verwaltungssitz weitergenutzt, ehe sie dem Verfall anheimfiel. Luftbilder lassen die Motte noch heute als ovale Linie erkennen. Ein Modell nach den Erkenntnissen von Ausgrabungen ist in der Nähe des ehemaligen Standorts an der Hatzburgtwiete aufgestellt.
Im Jahre 1558 wurde eine Statue errichtet, die einen König darstellt, vermutlich den König von Dänemark, der damals in Personalunion Schleswig-Holstein regierte. Diese Statue wurde später als Wedeler Roland, also als Zeichen des hoheitlichen Schutzes der Marktgerechtigkeit bezeichnet, obwohl die Insignien Krone und Reichsapfel typisch für einen König sind und nicht zu einer Roland-Statue passen. Sie wurde mehrfach restauriert und 1950 an die Nordseite des Marktes umgesetzt. Man meint also, sie symbolisiere im Zusammenhang mit dem Ochsenmarkt die Markt- und Handelsfreiheit. 1786 erhielt Wedel vom dänischen König die Fleckensgerechtigkeit verliehen, was insbesondere die Ausfuhr von Bier und Branntwein erleichterte.
Am 16. März 1731 wurden bei einer schweren Feuersbrunst 167 Häuser zerstört. Am 13. September 1837 fielen die Kirche und zwanzig Häuser Flammen zum Opfer.
Am 3. Dezember 1875 erlangte Wedel das Stadtrecht.
Im Mai 1878 explodierte die Pulverfabrik unweit Schulau, wobei zehn Menschen starben.
Vom 7. Oktober 1901 bis 27. September 1904 lebte der Bildhauer und Schriftsteller Ernst Barlach in der Wohnung mit Atelier in Wedel (Pinneberger Straße 4). Von 1912 bis 1915 wurde die Wohnung durch den Maler Julius von Ehren genutzt. Das Gebäude wurde bei dem Bombenabwurf am 3. März 1943 zerstört.
Auf Anregung der Kommunalverwaltung wurde 1909 das Dorf Schulau zwecks Kosteneinsparung eingemeindet. Bereits 1892 war es zum Zusammenschluss Schulaus mit dem bevölkerungsreicheren Spitzerdorf gekommen.
1928 wurde mit dem Bau eines Krankenhauses begonnen, das 1930 eröffnet wurde und bis zum Jahr 2020 bestand.
Im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme wurden am 11. März 1933 die Hakenkreuzfahne und die schwarz-weiß-rote Fahne auf dem Rathaus in feierlicher Form gesetzt. Am 12. April 1933 wurden vier SA-Männer als Hilfspolizeibeamte eingestellt. Am 23. Juli 1933 schieden die Sozialdemokraten zwangsweise aus der Stadtverordnetenversammlung aus. Das Gemeindeverfassungsgesetz vom 15. Dezember 1933 trat am 1. Januar 1934 in Kraft. Die ausschließliche Verantwortung für die Verwaltung der Stadt hatte nun der Bürgermeister Harald Ladwig, der bereits am 21. April 1932 gewählt worden war und nach der „Machtergreifung“ der NSDAP beitrat.
Am 3. März 1943 zerstörte ein britischer Bombenangriff erhebliche Teile des Stadtgebiets.
Von September bis November 1944 befand sich in Wedel eine Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme. Hieran erinnert eine Stele an der Bundesstraße 431, ungefähr 200 m vor der Grenze zu Hamburg.