Wassenberg ist eine an der Grenze zu den Niederlanden gelegene Stadt im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Mit 19.560 Einwohnern (Stand 2024) ist sie die kleinste Stadt im Kreis. Der Stadt Wassenberg wurde Ende des Jahres 2024 die staatliche Anerkennung als „Luftkurort“ verliehen.
Das Stadtgebiet liegt teilweise im Tal der Rur, im Übrigen auf den Hochflächen oberhalb des Rurtales auf dem Wassenberger Horst. Die Stadt ist etwa 15 km von Roermond und etwa 25 km von Mönchengladbach entfernt.
Die Niederung der Rur liegt in einer Höhe von 32 bis 40 m über NN. Am östlichen Rand steigt die Wassenberger Terrasse mit einem Steilrand von 40 bis 50 m über das Rurtal an, zergliedert von zahlreichen Tälern, dem Wassenberger Riedelland. Ein Abschnitt dieser Landschaft bei dem Ortsteil Myhl wird auch Myhler Schweiz genannt. Durch die Gemeinde verläuft der Maas-Niederrheinpfad.
Wassenberg liegt im internationalen Naturpark Maas-Schwalm-Nette sowie im Naturpark Schwalm-Nette.
Effelder Waldsee, ein ehemaliger Baggersee
Ophovener Seenplatte, hier findet noch ein Kiesabbau statt
Der Wassenberger Horst befindet sich am östlichen Rand des Rurgrabens, im Osten begrenzt der Horst die Venloer Scholle. Diese Verwerfungen bildeten sich im Tertiär.
Im Untergrund des Horstes liegen Flöze der Steinkohle aus dem Karbon. Der Steinkohlebergbau der Zeche Sophia-Jacoba, die ihren Sitz in Hückelhoven hatte, ist inzwischen eingestellt. Die Innenstadt von Wassenberg ist aber noch immer von Bergschäden, verursacht durch die ehemaligen Stollen, betroffen.
Im Rurtal existieren quartäre Sand- und Kiesvorkommen, die im Grundwasserbereich in Baggerseen abgebaggert werden.
Birgelen (mit Eulenbusch, Krafeld, Dohr, Rosenthal und Schaufenberg)
Effeld (mit Rothenbach und Steinkirchen)
Orsbeck (mit Luchtenberg, Ohe) und
1020 schenkt Kaiser Heinrich II. Burg und Land Wassenberg Gerardus von Antoing, der sich von nun an Gerhard Graf von Wassenberg nennt, und der damit das Grafenhaus Wassenberg begründet. Die nächsten vier Generationen der Herren auf der Burg Wassenberg können ihr Gebiet zur Grafschaft Geldern erweitern, aus dem schließlich die Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg hervorgehen. Die Burg Wassenberg besteht allerdings schon deutlich länger; der Vorgängerbau war vermutlich eine römische Wehranlage. Burg Wassenberg ist eine von nur drei Höhenburgen am Niederrhein neben Kleve und Liedberg.
Nach der Teilnahme des Grafen Gerhard III. von Wassenberg an den Kreuzzügen stiftet dieser 1118 eine Collegiatskirche in Wassenberg. Die St.-Georgs-Basilika wurde im gleichen Jahr vollendet (deren Schiff nach Beschädigung im Zweiten Weltkrieg abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wurde) und am 30. September 1118 durch Bischof Otbert von Lüttich eingeweiht.
1131 heiratet Jutta von Wassenberg, die Schwester Gerhards, Walram von Limburg und bringt so Wassenberg in Limburg ein. Da die Stammlinie der Grafen von Wassenberg nun das Grafentum Geldern weiterführt, kann sich 1202 der Sohn Herzog Heinrichs von Limburg, der Burg und Land Wassenberg erbt, nur noch „Herr“ von Wassenberg nennen. Bei der nachfolgend angeführten „Kaiserschlacht“ war Heinrich III. Verbündeter von Otto IV. und musste nach der verlorenen Schlacht Wassenberg abtreten.
Schon 1273 erhielt Wassenberg Stadtrechte, die 1972 bei der kommunalen Neugliederung bestätigt wurden.
Kaiserschlacht bei Wassenberg 1206
Im März 1196 verkündete Heinrich VI. den sogenannten „Erbreichsplan“, mit dem er versuchte, das geltende Wahlkönigtum in ein Erbkönigtum umzuwandeln. Sein Plan scheiterte am Widerstand vieler bedeutender Reichsfürsten und führte nach seinem Tode schließlich zur Doppelwahl des Jahres 1198, als deren Folge sowohl der Staufer Philipp von Schwaben als auch der Welfe Otto IV. zum deutschen König ausgerufen wurden – es kam zum Deutschen Thronstreit. Im Jahre 1206 bekämpften sich die beiden Kontrahenten in einer Schlacht in der Rurniederung bei Wassenberg. Ottos Heer wurde geschlagen und Wassenberg von den Truppen Philipps geplündert und verwüstet. Otto IV. floh nach Braunschweig. Der mit ihm verbündete Bruno von Sayn, Erzbischof von Köln, geriet in Gefangenschaft.